Ein lohnenswertes Reiseziel

Eine Gasse bei Tag ....
Dass unsere Stadt eine wunderschöne Umgebung hat, wird wohl niemand bestreiten. Rauf auf´s Fahrrad, ein bischen gestrampelt, und schon ist man mittendrin im Grünen. Und trotzdem lohnt mitunter mal eine Reise in eine andere Stadt, Görlitz zum Beispiel. Keine 300 km entfernt, gut über die Autobahn zu erreichen. Was die Stadt für`s Auge zu bieten hat, ist wahrlich außergewöhnlich. Vom Krieg verschont geblieben, entfaltet die Altstadt die Pracht der Renaissance, versetzt den Besucher auf Schritt und Tritt in Bewunderung. Liebevoll restaurierte Häuser,nahezu unsichtbar kombiniert mit den technischen Möglichkeiten unseres Jahrhunderts, sind eine Augenweide. Die schmalen Gassen werden abends und nachts gut durch Laternen (natürlich im entsprechenden Stil) erhellt, und es fällt nicht schwer, sich die Elektrizität wegzudenken und in längst vergangene Zeiten zu entschwinden. Es würde sich wohl kaum jemand wundern, träfe er in solch einer Gasse einen ehrbaren Görlitzer Kaufmann von damals - oder einen Halunken, denn die soll es in Görlitz auch gegeben haben.

Sieht man die alte, neu ins Licht gerückte Pracht, wird man um so schmerzlicher an das Schicksal der Heimatstadt erinnert. Unermeßliches menschliches Leid, der Verlust wertvoller Kunstgüter, die sinnlose Zerstörung einer ganzen Stadt sind mit dem 7. März 1945 verbunden. Noch heute findet man die Spuren dieses Tages, wenn sie auch immer mehr verschwinden.

Natürlich sieht man auch in Görlitz viel an alter, noch nicht restaurierter Bausubstanz. Aber allenthalben trifft man auf eingerüstete Häuser (was einem Fotografen überhaupt nicht gefällt), es geht vorwärts. Nur nehmen sich die Görlitzer dafür Zeit - " bei uns dauert alles ein bischen länger ", das waren die Worte des Stadtführers bei einem Rundgang durch die Altstadt. Also: Nicht nur Wörlitz ist eine Reise wert, auch Görlitz! Ach ja, die Stadt hat den Wettbewerb um den Titel Kulturhauptstadt 2010 zwar verloren, aber ein hübscher Slogan ist geblieben: "Wenn schon essen, dann in Görlitz" Nun ja, Schlesisches Himmelreich muss man mal probiert haben, aber ansonsten ist heimatliche Kost durchaus wettbewerbsfähig!
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