Gartenreich Dessau - Wörlitz Spaziergang Nr. 8

 

Oktoberspaziergang im Wörlitzer Park

Das Gotische Haus

Wir beginnen unseren Oktoberspaziergang an der Nord-Westseite (Kanalseite) des Gotischen Hauses, betrachten die Venezianische Seite und gehen zur Nord-Ost Spitze, wo wir einen schönen Blick auf den Kuhstall, die Hornzacken Brücke und die Weiße Brücke haben. Entlang des Weges am Baumgarten, um den Tudorgotischen Anbau herum, kommen wir zum Südpunkt des Weges, dort erwartet uns ein herrlicher Panoramablick über den Wörlitzer See auf das Schloß, die Kirche bis zur Felseninsel Stein. In Süd-Westlicher Richtung, am Wolfskanal entlang, geht es zum Innenhof des Gotischen Hauses. An der Südlichen Seite sehen wir den Gartensaal (noch nicht begehbar), in ihm befinden sich Büsten der Vorfahren des Fürsten. Prinz Friedrich Heinrich (1584 - 1647, Wilhelm II. (1626 - 1650) sowie (der Vater vom Alten Dessauer) Fürst Johann Georg II. von Anhalt Dessau (1627 - 1693) (er begründete die oranische Verwandtschaft mit der Heirat (1659) von Henriette Catharina von Nassau-Oranien (1637 - 1708) und der Fürst (zur ebenen Erde) selbst. Von dem Innenhof aus gehen wir in das Schloß.

Kurze Geschichte des Hauses

Die Bauzeit vollzog sich von 1773 bis 1813 in 4 Bauetappen
1773/74
Am Anfang befand sich hier das Haus des Gärtners Johann Leopold Schoch d.Ä. Nach Vollendung des Wörlitzer Schlosses widmete sich der Fürst der Erbauung eines gotischen Gebäudes. Die Gärtnerwohnung wurde im Erdgeschoß mit eingegliedert. Die Fassade zur Kanalseite bekam einen venezianischen Stil. Der Fürst benutzte die Räume im Obergeschoß.
1785/86
Eine Reise in die Schweiz (1783) hatte die Interesse des Fürsten an der Glasmalerei geweckt und er erwarb die ersten Scheiben. Die große Menge der Kunst- und Gemäldesammlung machte eine Erweiterung nötig. So entschloß er sich für einen T-förmigen Anbau mit zwei Etagen. Durch seine Englandreise 1775 (der Garten- und Baukunst gewidmet) und seine Studien der gotischen Baukunst wurde der Anbau in der englischen Tudorgotik ausgeführt. Auch wurden, durch Neuzugänge von Buntglasfenstern, mehr und größere Fenster gebraucht.
1787/88
Die beiden Wirtschaftsgebäude, links und rechts auf der Kanalseite, wurden gotisiert und auf den Zinnen die Figuren des Bären und des Adlers (die Anhaltischen Wappentiere) aufgesetzt. Es wurde noch ein Treppenturm angefügt welcher im Obergeschoß ein Zimmer mit Glasgemälden besitzt. Seit 1789 wurde das Haus dann als Gotisches Haus bezeichnet.
Ab 1811
Die letzte Erweiterung: Das Gotische Haus wurde immer mehr zum Privaten Umfeld des Fürsten. Hier lebte er mit seiner morganatisch angetrauten (Trauung zur linken Hand oder nicht Ebenbürtigkeit) Luise Schoch und den 3 Kindern. Eine Erweiterung war notwendig. Zwei weitere Räume, ein Speisezimmer und eine Bibliothek wurden zu Seiten des Rittersaals angefügt. Mit kleinen Veränderungen an den Wirtschaftsgebäuden wurden die Bauphasen 1813 abgeschlossen.

Der Rundgang

beginnt im Erdgeschoß mit zwei Eingangsräume. Der Treppenturm führt in die zweite Etage. Dort befindet sich das Arbeitszimmer, der Kirchensaal, der Gang zum Rittersaal, das Schlafzimmer, das Wohnzimmer, der Rittersaal (größter Raum des Hauses), das Geistliche Kabinett, das Kriegerische Kabinett, die Bibliothek und das Neue Speisezimmer. In den Räumen befinden sich eine große Anzahl von Bilder und Museumsstücke. Die Vielzahl der bemalten Buntglasfenster läßt sich nicht abschätzen. Fürst Franz hat im Gotischen Haus einen großen Wert an Kunstgegenstände zusammengetragen.
Wir beenden den Spaziergang mit einem Panoramablick über den Wolfskanal.
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 23.10.2014 | 11:57   Melden
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Gerd Born aus Dessau-Roßlau | 23.10.2014 | 13:29   Melden
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 23.10.2014 | 13:59   Melden
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 23.10.2014 | 15:13   Melden
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Roland Horn aus Dessau-Roßlau | 11.11.2014 | 13:12   Melden
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