Leuchtend aus dem Lindengrün

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von Eduard Grisebach

Leuchtend aus dem Lindengrün,
Wo die Nachtigallen schlagen,
Wieder seh' ich nun das Kreuz
Meiner alten Kirche ragen,

Und gedenke feuchten Blicks:
Ach, es ist schon lange Jahre,
Daß auch ich, ein gläubig Kind,
Dort gebetet am Altare.


Jeden Sonntag bin ich dort
Meinem Jugendlieb begegnet,
Und der gute Priester hat
Uns zusammen eingesegnet.

Lang' ist's her! Ich hab seitdem
Weisheit dieser Welt erworben,
Längst in meinem klugen Kopf
Ist der liebe Gott gestorben.

Wir sind selbst uns Gott genug,
Lassen keinen andern gelten,
Denn wir sind der Geist des Alls,
Denn wir sind das Herz der Welten.

In das enge Haus von Stein
Wird uns keine Predigt locken,
Aber deiner, frommes Lieb,
Denk' ich doch beim Klang der Glocken.

Und mein Blick umfloret sich,
Seh' ich wie in Jugendtagen
Friedlich aus dem Lindengrün
Unsre alte Kirche ragen.

(Quelle:
http://nddg.de/gedicht/6988-Leuchtend+aus+dem+Lind...)
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4 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 19.04.2015 | 07:55   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 19.04.2015 | 09:06   Melden
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Heiko Scharf aus Bernburg (Saale) | 19.04.2015 | 10:44   Melden
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 19.04.2015 | 16:59   Melden
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