Reformationstag in Anhalt

Auszeichnung „Anhalter Kreuz“ für Ehrenamtliche – Liederabend Stephan Krawczyk in Zerbst

Konzerte in Köthen und Roßlau – Ausstellung „Wolgadeutsche“ in Wolfen-Nord

Mit Gottesdiensten, Konzerten und Veranstaltungen erinnern evangelische Christen in Anhalt zum Reformationstag an die Veröffentlichung von Martin Luthers 95 Thesen 1517 in Wittenberg. Traditionell ehrt die Evangelische Landeskirche Anhalts am 31. Oktober Ehrenamtliche aus Kirche und Diakonie für ihr Engagement. Die Verleihung der „Anhalter Kreuze“ schließt sich an einen Gottesdienst in der Pauluskirche Dessau an, der um 14.00 Uhr beginnt. Von Kirchenpräsident Joachim Liebig ausgezeichnet werden Albrecht Müller (Kirchengemeinde Plötzkau und Großwirschleben), Ines Hellmann (Martinsgemeinde Bernburg), Hannelore Schauer (Kirchengemeinde Latdorf), Marianne Schulze, Auferstehungsgemeinde Dessau), Karin Köhler (Jakobus-Paulus-Gemeinde Dessau), Renate Schmidt (Kirchengemeinde St. Jakob Köthen) und Brigitte Neumann (Kirchengemeinde St. Georg Dessau). Vorschläge für Auszeichnungen kommen aus Kirchengemeinden oder diakonischen Einrichtungen, über die Vergabe entscheidet ein eigener Ausschuss. Zum ersten Mal wurde das Anhalter Kreuz 2002 verliehen.


Liederabend Stephan Krawczyk

Ein besonderer Liederabend findet am Dienstag, 30. Oktober, um 19.00 Uhr in der Zerbster Kirche St. Trinitatis statt. Zu Gast ist der Liedermacher Stephan Krawczyk mit einem Programm zu Martin Luther. Freiheit, Sprache und Musik: Diese drei Leidenschaften teilen der Reformator und Stephan Krawczyk. Als ehemaliger DDR-Bürgerrechtler machte Krawczyk schmerzhafte Erfahrungen mit der (Un-)Freiheit; nur im Schutz evangelischer Kirchen konnte er seine regimekritischen Lieder singen und wurde zu einem Symbol des Widerstands. Nicht nur die Musik, sondern auch die Sprachfähigkeit ist ihm seitdem ein Anliegen. Für ihn ist Sprache Voraussetzung zur Reifung einer couragierten Persönlichkeit und für die demokratische Kultur. An den christlichen Glauben stellte Krawczyk bislang mehr Fragen als er Antworten von ihm bekam. Doch der gleichsam eigensinnige wie mutige Martin Luther imponiert ihm. In dem Reformator, der die Welt veränderte, findet er einen Weggenossen. Aus der Beschäftigung mit Luther sind einige neue Lieder entstanden: Lieder, die Krawczyk von einer neuen, sanfteren Seite zeigen. Mit virtuosem Gitarrenspiel gibt er der Sanftmut und der Liebe eine Stimme. Daneben hat er einige seiner älteren Lieder neu arrangiert und aufgenommen. So entsteht ein Konzertprogramm, das Vergangenheit und Gegenwart, Glaube und Tun, Gewissheit und Zweifel, Veränderung und Bewahrung miteinander verbindet.

Pressefotos unter http://www.birnsteinsbuero.de/index.php/stephan-kr...

Eintritt 12 EUR (Vorverkauf und ermäßigt 10 EUR), Infos und Karten: Tel. 03923 / 3291


Konzerte zum Reformationstag in Köthen und Roßlau

In der Jakobskirche Köthen sind am Reformationstag, 31. Oktober, um 19.30 Uhr, das Vokalensemble und Vokalquartett „Con Gusto” mit Chormusik aus Russland und der Ukraine zu Gast. Die Leitung hat Christian Wiebeck, der Eintritt ist frei. http://www.vokalensemble-congusto.de/ In der Marienkirche Roßlau findet um 17.00 Uhr ein Konzert für Horn und Orgel mit Dietmar Adam und Gabriele Altmann statt. www.kirche-rosslau.de


Weitere Höhepunkte: Wittenberg, Köthen, Bernburg

Weitere Höhepunkt sind am 31. Oktober die Aktion „Lutherspaß“ für Konfirmanden aus ganz Deutschland in Lutherstadt Wittenberg und eine Pilgerwanderung auf dem Lutherweg von der Köthener Kirche St. Agnus nach Wohlsdorf. Start ist um 8.45 Uhr, gegen 11.00 Uhr findet ein Reformationsgottesdienst in der Kirche Wohlsdorf statt. Die Bernburger Martinsgemeinde lädt um 10.00 Uhr zu einem Regionalgottesdienst in die Martinskirche und anschließend zu einem großen Lutheressen.


Ausstellung „Wolgadeutsche“ in Wolfen-Nord

Im Christophorushaus Wolfen-Nord wird nach einem Reformationsgottesdienst (Beginn 10.00 Uhr) die Ausstellung „Wolgadeutsche“ eröffnet, es gibt ein Mittagessen mit wolgadeutschen Gerichten. Die Ausstellung widmet sich der Geschichte der vielen russlanddeutschen Mitbürger in Wolfen. Ida Bikkel, Bürgerarbeiterin im Christophorushaus hat viele geschichtliche Daten zusammengetragen. Am Beispiel von Familien aus Wolfen-Nord wird ganz anschaulich das Schicksal und der Weg dieser Menschen gezeigt. Fotos, Urkunden, Handarbeiten und vor allem die Erinnerungen rühren an. Katharina die Große hatte als aus Zerbst stammende russische Zarin seit 1763 Tausende, vor allem Deutsche nach Russland geholt. Mit viel Mühe kultivierten sie das Land an der Wolga und es wurde ihnen zur neuen Heimat - bis Stalin sie 1941 vertrieb, die Familien zerriss und viele umkamen. In Sibirien oder Kasachstan mussten die Deutschen unter unsäglichen Bedingungen wieder neu anfangen. Doch sie haben ihre Identität nicht aufgegeben. „Nun müssen sie in Deutschland als Spätaussiedler die erschreckende Erfahrung machen, dass sie wegen ihrer Sprachschwierigkeiten und ihrer alten Wertevorstellungen wieder Fremde sind. Zu ihrer Identität als Deutsche gehört auch der evangelische (oder katholische) Glaube. Der hat ihnen Halt und Trost in schweren Zeiten gegeben. Doch auch hier treffen verschiedene Traditionen aufeinander. Möge die Ausstellung dazu beitragen, dass wir uns besser kennen und verstehen lernen“, sagt Pfarrerin Margareta Seifert.



Dessau-Roßlau, 25. Oktober 2012
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