Das Bauhaus, Hugo Junkers und die Stadt Dessau

Was hat das Bauhaus und die Bauhausmeister anders gemacht als Professor Hugo Junkers, dass ihnen in Dessau soviel Aufmerksamkeit entgegen gebracht wird.
Da wurde bereits zu DDR-Zeiten 1976 das Bauhaus saniert und nach der Wende wurde am Bauhaus und den anderen Bauhausbauten in Dessau so richtig rangeklotzt.
Am Bauhausgebäude wurde die Fassade, das Dach, die gesamte Haustechnik und in Teilbereichen wurde eine energetische Sanierung vorgenommen. Dazu wurde das gesamte Umfeld neu gestaltet und eine alte Kaufhalle zur Bibliothek für das Baushaus und duie Fachhochschule umgebaut.
Die Meisterhäuser wurden und werden aufwendig saniert. Vorher liefen mehrere Architektenwettbewerbe, die der Stadt richtig Geld kosteten. Jetzt wird denkmalgetreu die alte Umfassungsmauer mit modernen Baustoffen für 115.000 ,-€ wieder hergestellt, obwohl wir froh sind, dass 1989 alle Mauern fielen. Die Mauer soll noch mit Farbe verschönt werden, damit darauf später die Werke der Sprayerszene besser zu sehen sind.
Aber es soll noch besser kommen. Für das Bauhaus ist uns kein Euro zu schade.
Gegenüber vom Georgengarten soll das Denkmalgebäude der ehemaligen Buchhandlung „An den sieben Säulen“ nach den Vorstellungen der Stadt und der Stiftung Bauhaus abgerissen werden, um ein Ausstellungsgebäude für die vielen Exponate des Bauhauses errichten zu können. Bund, Land und Stadt greifen tief ins Steuersäckel und finanzieren locker in die „Ikone der Moderne“.

Da treibt es dem Fan von Prof. Hugo Junkers und den Bauten der Junkerswerke nur noch Tränen in die Augen, wenn er sieht was dagegen mit den Junkersbauten passiert.
Was davon nach dem Krieg noch erhalten war, wurde in der DDR-Zeit noch genutzt und runter gewirtschaftet. Nach der Wende wurde durch das Land Sachsen-Anhalt das Junkers-Verwaltungsgebäude an der Kühnauer Str. aufwendig für das Regierungspräsidium / Landesamt saniert. Zwar fallen schon wieder die Klinkerplatten ab, aber die pappen wir wieder an. Die Gebäude an der Altener Str. die von der NVA und später von der Bundeswehr genutzt wurden, haben zum Glück Golfspieler übernommen und wollen diese auch weiter ausbauen.
Im Werkgelände des ehemaligen Junkalor Dessau hat die Stadt dafür reinen Tisch gemacht. Historische Industriebauten - alles weg damit. Jetzt wird das Verwaltungsgebäude trotz Proteste einiger Junkersfreunde abgerissen und wenn der Förderverein Technikmuseum "Hugo Junkers" e.V. nicht aufpasst, landet die Rundbogenhalle mit seinem interessanten Stahlfachwerk auf dem Schrottplatz.
Das ganze Areal wird und wurde planiert, eine neue Straße schnell gebaut und schon haben wir ein weiteres Gewerbegebiet, dass keiner bebaut, weil wir in Dessau davon so „wenig“ haben. Naja man könnte da ein Erlebnispark für Senioren bauen so mit Fitnesscenter, Schwimmhalle, Ärztezentrum, Tanzcafe´ und Bowlingbahnen, halt alles was Senioren so brauchen. Eines ist auf jeden Fall sicher, die Natur wird das Gelände schnell erobern und der Stadtpflegebetrieb freut sich schon, dass er zu den kaum zuschaffenden Freiflächen der Stadt, noch ein paar Tausend Quadratmeter dazu bekommt.
Die Industriehallen des ehemaligen Gasgerätewerkes, welche auch mal das bekannte Junkersfirmenlogo trugen eignen sich auch prima zum abreißen. Der Bund stell ja großzügig dafür Abrißmittel bereit. Immer weg damit. Und was heißt hier schon Junkers – in der
Tourismusbroschüre Reise & Freizeit der Stadt Dessau-Roßlau 2012/2013 wird nicht ein einziges Wort über die Junkersbauten verschwendet und bildliche Darstellungen schon gar nicht.
Ich habe da aber einen tollen Vorschlag. Warum will die Bundeswehr in der Colbitz-Letzlinger Heide eine Übungsstadt für militärische Übungen für viele Millionen Euro errichten, wenn man es viel kostengünstiger kriegen kann.
Herr Verteidigungsminister nehmen Sie doch die Rentnerstadt Dessau ( Roßlau klammern wir mal aus, die sind sonst gleich wieder beleidigt), für solche Übungen.
Da können Sie einiges demolieren, ohne das ein Hahn danach kräht. Und die paar jungen Leute die noch in Dessau wohnen, fänden bei der Bundeswehr sicher endlich einen tollen Job.
Ja aber das Bauhaus! Wenn daran was kaputt geht?
Na das bauen wir dann gleich wieder auf, natürlich mit Fördermitteln !!
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