die Petruskirche in Dessau-Nord

Dessau: Petruskirche | nach einem berechtigten Hinweis von Usern gestern, man sieht ja von der Kirche nicht viel, heute nun die Vorstellung derselbigen.
Die Petruskirche wurde 1903 fertiggestellt und geweiht.
Die Gründe für diesen Neubau im Norden von Dessau waren zum einen die Entstehung eines neuen Stadtteils mit seinen Gründerzeithäusern und zum anderen die Situation, dass die Dessauer St. Johannisgemeinde kurz vor Beginn des 20 Jh. extrem stark angewachsen war.
Die Suche und die Wahl nach einem geeigneten Baugelände beschäftigten die Gemeindekirchenräte, die Mitglieder der Parochialvertretung, die Staatsregierung und das herzogliche Konsistorium bis in den April 1899.
Nach dem Bedauern, das der vorgesehen Bauplatz am Ende der Wilhelmstraße (heute Kurt Weill-Straße) zu teuer werden würde, fiel die Standortwahl am 10. Juni1899 zu Gunsten eines Eckgrundstücks Albrecht- / Wilhelm-Müller-Straße aus. Es handelte sich hierbei um den Holzlagerplatz auf dem Grundstück der ehemaligen Puhlmann`schen Schneidemühle.
Leider sollte nun die Kirche dort entstehen, wo immer mehr Regierungsräte, Studien- und Amtsgerichtsräte sowie andere höhere Herrschaften repräsentative Häuser bauten, genau gegenüber dem neu angelegten Funkplatz.
Die Bauangelegenheit konnte aber nun endlich den gesetzlichen Instanzenweg nehmen.
Am 10. Juni 1901 wurde mit den Ausschachtarbeiten begonnen.
Vom 18. bis 27. Juni wurde die Betonplatte des Turmfundamentes gelegt und noch am 27. Juni zu mauern begonnen.
Am 18. September 1901, vormittags 11 Uhr, schritt man dann -unter strömenden Regen- zur feierlichen Grundsteinlegung.
Bis zum 16. Dezember konnten die Arbeiten fortgesetzt werden. Durch den einbrechenden Winter ruhten die Arbeiten bis zum 03. März 1902. Bereits am 08. April wurde schon das Kreuz auf den Westgiebel aufgesetzt.
Kurze Zeit später war auch der bis zum Kreuz 52,5 m messende Turm, einschließlich Dachdeckung, fertiggestellt.
Die Bauarbeiten gingen zügig voran und am 07. Juni 1903 konnte Petrus als fünfte evangelische Kirche von Desau ihrer Gemeinde übergeben werden.
Der Baumeister war übrigens der aus Bernburg stammende Architekt Gustav Teichmüller (1862-1919). Das dazugehörende Pfarrhaus wurde erst im Jahr 1915 gebaut und fertiggestellt.
Quelle: Festschrift 100 Jahre Petrus 1903-2003, deren Mitautor ich war.
Bei Interesse kann der Report fortgesetzt werden mit Innenausbau u.a.m.
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Michael Bieler aus Dessau-Roßlau | 28.01.2013 | 19:16   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 28.01.2013 | 19:36   Melden
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