Die Spargelsaison 2015 eröffnet…

zu Spargel passt auch die Erdbeere wunderbar... und wenn es nur zur Deko ist wie hier...
 
das ist das Buch zu meiner kleinen Geschichte... und stammt aus meiner Bibliothek...
Auch in der Literatur findet sich der Spargel... wie in folgenden Beispielen zu lesen ist...

In diesem Augenblick aber des Spargelkorbes am Arme seiner Frau gewahr werdend, unterbrach er sich und sagte:
"Na, nu zeige mal her. Hat's denn gefleckt?"
"I nu", sagte Frau Dörr und hielt ihm den kaum halbgefüllten Korb hin, dessen Inhalt er kopfschüttelnd durch die Finger gleiten ließ.

Denn es waren meist dünne Stangen und viel Bruch dazwischen.
"Höre, Susel, es bleibt dabei, du hast keine Spargelaugen."
"Oh, ich habe schon. Man bloß hexen kann ich nich."
"Na, wir wollen nich streiten, Susel; mehr wird es doch nich. Aber zum Verhungern is es."
THEODOR FONTANE: Irrungen, Wirrungen

"Denn Spargel, Schinken, Koteletts sind doch mitunter auch was Netts..."
WILHELM BUSCH: Die fromme Helene

Hier eine kleine Spargelgeschichte:

Man sagte eines Tages Sr. Hochwürden Courtois von Quinsey, Bischof von Belley, dass ein Spargel außerordentlicher Größe auf einem Beete seines Gartens hervorspringe.

Augenblicklich begab sich die ganze Gesellschaft dorthin, um die Tatsache festzustellen, denn auch in den bischöflichen Palästen hat man zuweilen gern etwas zu tun.

Die Neuigkeit war weder falsch noch übertrieben, der Spargel hatte schon den Boden durchbrochen und zeigte sich auf der Oberfläche. Ihr Kopf war rund, glänzend, hellrot, und versprach einen Stamm, der die ganze Hand füllte.
Man bewunderte dies Erzeugnis der Gartenkunst, man kam überein, dass Bischof allein das Recht habe, es von der Wurzel zu trennen, und bestellte bei dem nächsten Messerschmiede augenblicklich ein zu diesem Zwecke geeignetes Messer.
Der Spargel wuchs während der folgenden Tage an Größe und Schönheit, ihr Wachstum war langsam und schon bald konnte man den weißen Teil erkennen, an welchem der Essbare Spargel aufhört.
Die Zeit der Ernte war gekommen – man bereitete sich durch ein gutes Essen darauf vor und verschob die „Operation“ auf die Zurückkehr vom Spaziergange.
Nun bewaffnete sich se. Gnaden mit dem offiziellen Messer, bückte sich ernsthaft, und ging daran, die stolze Pflanze von ihrer Wurzel zu trennen, während der ganze bischöfliche Hof mit Ungeduld den Augenblick erwartete, wo er die Fasern und den inneren Bau untersuchen konnte.

Aber welche Überraschung, welche Täuschung, welcher Schmerz! Hochwürden erhob sich mit leeren Händen – der Spargel war von Holz!
Diese vielleicht etwas stärkere rührte von dem Domherrn Rosset her, der, in St. Claude geboren, vortrefflich drehte und gut malte.

Er hatte sein Kunstwerk vollkommen gut zugerichtet, die falsche Pflanze heimlich eingegraben, und täglich ein wenig in die Höhe gehoben, um das natürliche Wachstum nachzuahmen.

Se. Gnaden wussten anfangs nicht recht, wie sie den Schwank aufnehmen sollten, aber da sich einige Heiterkeit auf den Gesichtern der Anwesenden spiegelte, so lächelten Sie und dieses Lächeln folgte ein allgemeiner Ausbruch eines wahrhaft homerischen Lachens. Man trug das Beweisstück fort, ohne sich weiter mit dem Verbrecher zu beschäftigen, und diesen Abend wenigstens erhielt die Spargelstatue den Ehrenplatz im Salon…

Titel des Buches: Physiologie des Geschmacks…Freiherr Karl Friedrich von Rumohr schob bei der ersten Ausgabe (1822) seines Buches seinen Leibkoch - Joseph Königs vor – und erst in der zweiten Ausgabe benannte er sich selbst als Verfasser…
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1 Kommentar
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 10.05.2015 | 19:07   Melden
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