Peinlich

"Und am Schillerturm können die Wanderer nun wieder ohne Mühe lesen: 'Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an...' ", so heißt es in einem MZ-Artikel vom 2. Januar dieses Jahres. Das städtische Grünflächenmanagement habe den Steinmetzbetrieb Thieme beauftragt, die kaum noch lesbare Inschrift zu erneuern. Ich konnte mich an den alten Stein erinnern, auf dem Schillers Worte tatsächlich nicht mehr richtig zu erkennen waren.
 Als wir uns heute Nachmittag die neue Version des Findlings mit dem Wilhelm-Tell-Zitat anschauten, konnten wir unseren Augen kaum trauen.
Die neue Inschrift ist fehlerhaft. Statt "ans teure" steht dort "uns teure". Kommas fehlen. Der Apostroph nach "schließ" fehlt sowohl in dem Zeitungsartikel als auch auf dem Stein.
Folgende Fragen stellen sich mir: Waren die Fehler schon in dem Auftrag an Thieme? Hat ein Steinmetz nicht richtig gelesen und die Fehler gemacht? (Dann sollte die Ausbesserung nicht auf Kosten der Stadt gehen.) Gab es eine Enthüllung des Steins, die jetzt im Nachhinein ziemlich peinlich erschiene, weil niemand etwas auffiel? (Davon hätte ich gern Fotos.)
Das Wahlergebnis im September hatte mich schon vermuten lassen, dass der gemeine Wald-und-Wiesen-Dessauer nicht mit sehr viel Intelligenz, Kultur und Traditionsbewusstsein gesegnet ist. Offensichtlich hat man hier Angst vor dem Verlust deutscher Werte, aber niemandem unter diesen nach ALTERNATIVEN suchenden Patrioten fällt über ein Jahr lang die Verhunzung der Worte des Nationaldichters auf.
Dessaus Reputation ist schon nicht die beste. Die Verantwortlichen sollten schnell handeln, möglichst ohne zusätzliche Kosten für die Stadt zu verursachen.
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Wolfgang Rust aus Dessau-Roßlau | 01.12.2017 | 18:59   Melden
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