Syrische Flüchtlinge zu Gast bei "Besedka" in Dessau- Roßlau

Ich war heute (30.03.2015) um 14.00 Uhr als Gast ins Frauenzentrum - zu einer Veranstaltung des Projektes: „Begegnungspavillon Besedka“ eingeladen.
Thema war: „Syrien mein Land“ Syrische Flüchtlinge haben von ihrem Leben erzählt. Wir wurden alle herzlich empfangen und setzten uns an einen liebevoll gedeckten Tisch. Einige syrische Leckereien aus der Küche standen schon auf dem Tisch…

Kurz nach 14.00 Uhr begann dann eine junge Frau ihre Lebensgeschichte zu erzählen, alles was sie aus ihrem Leben/in ihrer Landessprache uns erzählte – wurde für uns übersetzt. Wir hörten alle gespannt zu, waren ergriffen von den Geschehnissen und all den Dingen, die sie und ihre noch junge Familie erlebt haben.

Diese junge Frau – die in ihrem Land Literatur und Kunst studiert hat und erst seit 6 Monaten in Dessau Roßlau lebt, hat uns mitgenommen auf eine Lebensreise, die uns berührt und bewegt hat. Sie hat uns von Ihren Traditionen erzählt, hat uns an ihrem Glück teilhaben lassen, und Bilder von ihrer Familie, ihrer Verlobung und Hochzeit gezeigt. Eine sehr offene Art, die zugleich ihren Stolz auf ihr Land und ihr Glück mit ihrem Mann und zwei tollen Kindern - zum Ausdruck brachte.

Ihr „großer“ Junge von 3 Jahren, ging an den Computer und zeigte uns ohne Scheu, welche Kindervideos er gerne schauen möchte… Technik die begeistert – wir alle haben herzlich gelacht. Wir haben tolle Städte und schöne kulturhistorische Bauten gesehen, die es vor dem Krieg gab… und die in einem späteren Video nicht mehr vorhanden waren. Wir haben ein Land erlebt, in dem eine Familie zerrissen wurde, und die darauf hofft - das Erlebte langsam hinter sich lassen zu können.

Der „große“ Junge hat viel traumatische Dinge erlebt und schreckt heute noch – bei dem Geräusch eines Staubsaugers zusammen. Das braucht Zeit… sowie professionelle Hilfe, damit dieses kleine Herz - das eines Tages vergessen kann. Nach diesen bewegenden Eindrücken aus ihrem Leben und dem was sie jetzt hier haben, wurden wir eingeladen, die syrischen Leckereien zu kosten, zu denen es auch traditionellen Tee gab oder einen Kaffee – wo wirklich der Löffel „stand“.

Zwei Fragen hatten wir dann doch noch am Ende der Veranstaltung:
Auf die Frage: „Was vermissen sie an ihrem Land am meisten?“ kam die Antwort: „In meinem Haus zu schlafen.“

Bei der Frage: „Was gefällt ihnen an Dessau- Roßlau?“ waren wir ein wenig erstaunt über die schnelle Antwort: „Ich fühle mich nicht fremd in Dessau- Roßlau.“

Wir danken auch für die Erlaubnis – einige Bilder veröffentlichen zu dürfen, die aus der Situation und/oder aus dem Gespräch heraus entstanden sind. Dafür sage ich recht herzlichen Dank… es werden ganz bewusst von mir - keine Namen aus Respekt - genannt.

Ich möchte mich, stellvertretend für die vielen Besucher für diesen schönen Nachmittag bedanken.
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2 Kommentare
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Anna Lauche aus Rietzmeck | 31.03.2015 | 07:15   Melden
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Liane Griedel aus Dessau-Roßlau | 31.03.2015 | 11:14   Melden
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