Unfälle auf der Autobahn, Eröffnung der Karnevalssaison und (N)ostalgie - Darüber spricht die Region

Gottlob Philipps hat Bilder von der Karnevalssaison-Eröffnung in Halle.
 
Tom Musche zeigt Bilder vom Unfall auf der Autobahn 9.
 
Andreas Benedix entlockt Keiler Putz Geschichten aus dem Stadtwald.

Die Karnevalssaison ist eröffnet. Der Volkstrauertag steht am Sonntag an - Zeit für eine Zusammenfassung der Woche. Mehr als 190 Beiträge haben die Bürgerreporter seit Montag hier im Leserforum verfasst. Topthema sind die schweren Verkehrsunfälle auf der Autobahn 9.




"Bei zwei schweren Verkehrsunfällen auf der Autobahn 9 bei Dessau ist am Dienstag der 33-jährige Fahrer eines Kleintransporters ums Leben gekommen, drei Lkw-Fahrer wurden teilweise schwer verletzt." Diese Meldung hat viele MZ-Leser schockiert. Bürgerreporter Tom Musche war ebenfalls vor Ort und zeigte Bilder von dem Unfallort.

Im Forum wurde diskutiert, wie mit solchen Bildern umzugehen sei und ob ein Drücken des Gefällt-mir-Button in solchen Fällen gerechtfertigt ist. "Ja", meint Patrick Quilitzsch, der seit Jahren ehrenamtlich für die Feuerwehr in Bitterfeld unterwegs ist. "Ein 'gefällt mir' drückt zum einen das "Dankeschön" an die schnelle, ausführliche Berichterstattung aus und zum anderen ein "Dankeschön" an alle die Einsatzkräfte", schreibt der Bürgerreporter. Die Beiträge von Tom Musche haben auch die meisten Leser erreicht. Beide Beiträge zum Thema erreichten weit mehr als 1000 Leser.

Patrick Quilitzsch macht auch noch auf eine Nachwuchs-Aktion der Feuerwehr in Bitterfeld aufmerksam.

IHK-Studie löst Debatte aus

Ebenfalls viel diskutiert wurde zum Thema Vorzeitiges Auflösen von Ausbildungsverträgen. Kornelia Lück hat eine in der MZ vorgestellte Studie der IHK zum Anlass genommen, einmal die Frage zu stellen, ob "junge Leute kein Durchhaltevermögen" besitzen.

Friderike Harder aus Naumburg macht an dieser Stelle auf die hohe Zahl der Analphabeten aufmerksam. "Das Thema ist obendrein so schambehaftet, dass sie lieber sang- und klanglos die Ausbildung abbrechen, wenn's ums Schreiben und Lesen geht, als ihre mangelhaften Kenntnisse zuzugeben", schreibt die Bürgerreporterin. Wilfried Thorwirth aus Halle macht zudem darauf aufmerksam, dass viele Lehrlinge erst mit der Ausbildung Einblicke in seinen Ausbildungsberuf und - betrieb bekommt. "Da möchte man selbst als abgeklärter Berufsprofi nicht (mehr) arbeiten... Zeitarbeiter können eine Menge dazu berichten", meint Thorwirth.

Dazu kündigt Harder auch noch ein Seminar an. "Lesen und Schreiben üben im Lesecafé im Luisenhaus", heißt es wieder am 18. November in Naumburg.

Den Jubiläumstag zum Mauerfall am 9. November haben viele Bürgerreporter zum Anlass genommen, ihre persönlichen Geschichten aus der Zeit des geteilten Deutschlands zu erzählen. So wurde auch in dieser Woche noch viel diskutiert, was "Wessis" und "Ossis" heute vereint oder noch trennt. Kornelia Lück, thematisiert ihre Erlebnisse in einem eigenen Beitrag. Der Kommentar "Was versteht eine aus dem Westen stammende Autofahrerin von ehemals ostdeutschen Bahnhöfen", gab Anlass dazu. Unterschiede aber, so meint Gisela Ewe, lägen "nicht nur an West und Ost es ist genauso in Nord und Süd."

Passend dazu kündigt Reiner Eckel aus Zeitz für den 4. Dezember noch eine Lesung an. "Petrik Wittwika liest aus dem Buch Mitten aus'm Zeitzer DDR-Alltag."

Fünfte Jahreszeit eröffnet

Mit dem 11. November hat allerorts auch die Karnevalssaison begonnen. Bürgerreporter Gottlob Philipps zeigt Bilder von der Eröffnung in Halle vor dem Brauhaus. "Unter dem Motto "Mr reim alleene uff"? sind die halleschen Jecken in die fünfte Jahreszeit gestartet. Für Nicht-Hallenser heißt das: „Wir räumen alleine auf“. Halles Karnevalisten werden in diesem Jahr vom Prinzenpaar Kay I. und Michaela I. angeführt. Sie waren in der vergangenen Session das Prinzenpaar des Karnevalsclubs der Eisenbahner (KCE)", schreibt Philipps. Mit 45 Bildern zählt dieser Beitrag auch zu denen mit den meisten Fotos.

Im 25. Jahr nach der Wende hat Dieter Gantz aus Querfurt das Mauerfall-Jubiläum zum Anlass genommen, einmal in Bildern zu zeigen, wie sich die Stadt an der Querne gewandelt hat. 42 Fotos dokumentieren das neue Stadtbild.

Helmut Kohl war unterdes am Magdeburger Hauptbahnhof. Seine Bilder zeigen, wie sich dieser verändert hat. "Danke für die Bilder - da war ich seit der Wende überhaupt noch nicht", schreibt Manfred Wittenberg, wie auch viele andere Bürgerreporter.

Martinsfeier und Luther-Geburtstag

Zum Martinstag wurde in dieser Woche auch St. Martin gedacht. Karin Lehmann hat die Martinifeier in Nordhausen besucht und im Forum darüber berichtet. "In Gebeten und Liedern wird zum einen an den heiligen Martin von Tours und zum anderen an Martin Luther erinnert, der nach Überlieferung selbst am Martinsfest der Nordhäuser Kirmes teilgenommen hatte", schreibt Lehmann.

Mathias Hoppe aus Eisleben berichtet über ein Fest auf dem Eisleber Marktplatz, das anlässlich des Geburtstags von Martin Luther gefeiert wurde. " Dies geschieht aus der Verbundenheit zur Lutherstadt und zu Herrn Luther selber. Und um die Zeit von Luther am Leben zu halten", schreibt Hoppe und zeigt einige Bilder vom Fest.

An die Reichspogromnacht vor 76 Jahren haben Schüler aus Harzgerode gedacht. Schulsozialarbeiterin Jana Kießling berichtet über die Gedenkstunde auf dem Friedhof in Harzgerode. "Die Schülerinnen der Klasse 9a Sabrina K. und Tanja E. lasen Gedichte aus Auschwitz und Textstellen aus dem Zeitzeugenbuch ‚Der Tag war kein Tag, das Leben war kein Leben‘ von Zipora Feiblowitsch", schreibt Kießling.


Mobbing

Mobbing in der Schule hat Mathias Hoppe erlebt. Seine Erfahrungen hat er nun in einem Buch, genauer gesagt in einem Manga verarbeitet. Der Helbraer stellt sein Buch vor und kündigt eine Lesung an.

Auch der Novemberblues hat in dieser Woche Einzug gehalten. Viele Bürgerreporter zeigten das Farbenspiel im Herbst. Irmhild Wildgrube aus Zörbig beispielsweise nahm die Leser mit auf einen Herbstspaziergang. Helga Gebhardt aus Mansfeld dichtete "Zuversicht". Stefanie Lischke aus Querfurt hingegen hatte nur noch zwei Ausrufe übrig: "November, bäh und iihh", schreibt sie.

Andreas Benedix aus Wittenberg hat wieder den Keiler Putz aus dem Stadtwald getroffen. Er erzählt ihm die neuesten Geschichten aus dem Nabu-Zentrum. "Meine Familie und ich haben sich das Winterfell übergezogen, aber die Temperaturen sind ja eigentlich noch gar nicht danach. Für die Mandarinenenten, die wir bis vor wenigen Tagen noch als Durchzugsgäste hier hatten, war das geradezu eine Aufforderung, mir meine Ruhe zu nehmen", erzählt der Keiler.


Das letzt Wort ...


... ist für diese Woche Glück. Für Frank Motzki aus Halle entpuppte sich persönliches Unglück als Glück: Weil er einen Fahrradplatten hatte, musste er vor einem Geschäft warten. So traf er den Sänger Peter Schilling. "Nun bin ich selbst nach diesem Treff-VÖLLIG LOSGELÖST!!!!", schrieb Motzki.

Ein ganzes Buch zum Thema hat Jacqueline Koch gelesen. Sie rezensiert Francois Lelords "Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück". Wer also am Wochenende nichts vor hat, kann vielleicht ein wenig lesen.

Damit allen Bürgerreportern wieder vielen Dank und ein schönes Wochenende.
Ich freue mich auf viele spannende Berichte.
Kathleen Bendick
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1 Kommentar
9.070
Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 15.11.2014 | 08:15   Melden
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