Die Krähen schrei´n

17:39 h
Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n –
Wohl dem, der jetzt noch – Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du, Narr,
Vor Winters in die Welt – entflohn?

Die Welt – ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer Das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg', Vogel, schnarr'
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! –
Versteck' du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n –
Weh dem, der keine Heimat hat!

Friedrich Nietzsche
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6 Kommentare
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 10.11.2014 | 18:44   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 10.11.2014 | 19:16   Melden
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 10.11.2014 | 19:26   Melden
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Ellen Röder aus Alsleben (Saale) | 10.11.2014 | 19:36   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 10.11.2014 | 20:48   Melden
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Ellen Röder aus Alsleben (Saale) | 10.11.2014 | 22:11   Melden
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