Ein Veilchen auf der Wiese stand

Ein Veilchen auf der Wiese stand,
Gebückt in sich und unbekannt;
Es war ein herzigs Veilchen.
Da kam eine junge Schäferin
Mit leichtem Gang
und munterm Sinn
Daher, daher,
die Wiese her und sang.
Ach! denkt das Veilchen,
Wär' ich nur
Die schönste Blume der Natur,
Ach, nur ein kleines Weilchen,
Bis mich das Liebchen abgepflückt,
Und an dem Busen matt gedrückt!
Ach nur, ach nur
Ein Viertelstündchen lang!
Ach! aber ach!

Das Mädchen kam
Und nicht in acht das Veilchen nahm;
Zertrat das arme Veilchen.
Es sank und starb
und freut' sich noch:
Und sterb' ich denn,
So sterb' ich doch
Durch sie, durch sie,
Zu ihren Füßen doch

J. W. von Goethe
1
1 2
1
1
1
9
Diesen Mitgliedern gefällt das:
 auf anderen WebseitenSendenMelden
Lesen Sie auch die Bildkommentare zum Beitrag
8 Kommentare
10.728
Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 27.03.2015 | 14:09   Melden
8.304
Annette Funke aus Halle (Saale) | 27.03.2015 | 14:36   Melden
10.728
Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 27.03.2015 | 15:20   Melden
8.304
Annette Funke aus Halle (Saale) | 27.03.2015 | 18:00   Melden
7.166
Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 27.03.2015 | 19:01   Melden
6.570
Bernd Müller aus Halle (Saale) | 29.03.2015 | 18:00   Melden
804
Reina Sträletzky aus Weißenfels | 29.03.2015 | 22:19   Melden
10.728
Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 31.03.2015 | 14:26   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.