Ein Veilchen auf der Wiese stand

Ein Veilchen auf der Wiese stand,
Gebückt in sich und unbekannt;
Es war ein herzigs Veilchen.
Da kam eine junge Schäferin
Mit leichtem Gang
und munterm Sinn
Daher, daher,
die Wiese her und sang.
Ach! denkt das Veilchen,
Wär' ich nur
Die schönste Blume der Natur,
Ach, nur ein kleines Weilchen,
Bis mich das Liebchen abgepflückt,
Und an dem Busen matt gedrückt!
Ach nur, ach nur
Ein Viertelstündchen lang!
Ach! aber ach!

Das Mädchen kam
Und nicht in acht das Veilchen nahm;
Zertrat das arme Veilchen.
Es sank und starb
und freut' sich noch:
Und sterb' ich denn,
So sterb' ich doch
Durch sie, durch sie,
Zu ihren Füßen doch

J. W. von Goethe
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 27.03.2015 | 14:09   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 27.03.2015 | 14:36   Melden
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 27.03.2015 | 15:20   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 27.03.2015 | 18:00   Melden
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 27.03.2015 | 19:01   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 29.03.2015 | 18:00   Melden
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Reina Sträletzky aus Weißenfels | 29.03.2015 | 22:19   Melden
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 31.03.2015 | 14:26   Melden
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