Farbenfrohes

an der Grenze von Sommer und Herbst aus dem Garten



Astern

Astern - schwälende Tage
alte Beschwörung, Bann
die Götter halten die Waage
eine zögernde Stunde an.

Noch einmal die goldenen Herden
der Himmel, das Licht, der Flor,
was brütet das alte Werden
unter den sterbenden Flügeln vor?

Noch einmal das Ersehnte,
den Rausch, der Rosen Du -
der Sommer stand und lehnte
und sah den Schwalben zu,

noch einmal ein Vermuten,
wo längst Gewissheit wacht:
Die Schwalben streifen die Fluten
und trinken Fahrt und Nacht.

Gottfried Benn (1886-1956)
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3 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 14.09.2015 | 06:22   Melden
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Ellen Röder aus Alsleben (Saale) | 14.09.2015 | 09:58   Melden
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 15.09.2015 | 17:12   Melden
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