Die politische Botschaft des Evangeliums

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Jerusalem 2011, Blick zum Ölberg
"Nicht die Polis, nicht die Nation, nicht der Staat - der Mensch mit seiner in Gott begründeten unantastbaren Würde wird zum Mitelpunkt des politischen Geschehens.

Die Würde des Menschen und die aus ihr resultierenden Menschenrechte sind der Maßstab der ´Gesetze´ und die Grundlage für das gleichberechtigte und multikulturelle Zusammenleben der Menschen.

Die Liebe zum Nächsten
hat gleichen Rang wie die Liebe zu Gott. Die Liebe zu Gott ist ohne eine Liebe zum Nächsten wertlos.

Die Liebe zum Nächsten
ist nicht platonisch und keine Sache des Gefühls. Sie bedeutet Pflicht zum Handeln für denjenigen, der in Not ist, auch für den Feind. Sie sprengt nationale, kulturelle und religiöse Grenzen, sie gilt allen Menschen unabhängig von Klasse, Rasse, Geschlecht, Nation.

Auch für den Feind
wird jeder Mensch zum Nächsten, wenn er in Not gerät.

Versöhnung, Entspannung und friedliche Lösung von Konflikten haben Vorrang vor Gewalt und Krieg.

Fremdenfeindlichkeit
ist mit dem Evangelium unvereinbar.

Die Frau
ist dem Mann ebenbürtig. Die Diskriminierung der Frauen in der Plitik und der Kirche steht im Gegensatz zum Evangelium. Das Verbot der Frauenordination und das Gebot des Zöllibats haben kein Fundament im Evangelium.

Die Interessen
der Menschen sind wichtiger als die Interessen des Kapitals. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung widerspricht dem Evangelium und ist ein Verbrechen an Milliarden von Menschen, die in Armut, Krankheit und Unwissenheit leben müssen.

Zwei Milliarden Christen
sind die größten ´global Players´ der Welt. Sie müssen die treibende Kraft für eine neue, gerechte Wirtschaftsordnung sein.

Jesus verkörpert das Ideal der Glaubwürdigkeit, d.h. die Einheit von Ideen, Reden und Handeln, also die Einheit von Anspruch und Wirklichkeit. So wie er die Menschen damals gegen die Machthaber vertreten hat - unabhängig, freimütig, selbstbewusst, furchtlos -, wäre er auch in einem heutigen Parlament der ideale Abgeordnete und Sprecher des Volkes.

Das jüdische Volk trägt keine Schuld am Tode Jesu. Der Antisemitismus ist eine Perversion der menschlichen Zivilisation und Kultur.

Die Botschaft verlangt die Realisierung in dieser Welt."



Quelle:
Heiner Geißler, Was würde Jesus heute sagen?
2003

 
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Gerlinde Klemm aus Halle (Saale) | 23.01.2018 | 07:06   Melden
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Waltraud Eilers aus Naumburg (Saale) | 23.01.2018 | 07:43   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 23.01.2018 | 10:54   Melden
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Wolfgang Rust aus Dessau-Roßlau | 26.01.2018 | 18:08   Melden
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 27.01.2018 | 06:39   Melden
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Wolfgang Rust aus Dessau-Roßlau | 27.01.2018 | 07:08   Melden
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