Jeder blamiert sich so gut, wie er kann

Freifläche im Wohngebiet Kreuzbergstraße
Dessau-Roßlau: Rathaus | Dessau-Roßlau ist eine von drei kreisfreien Städten in Sachsen-Anhalt. Die beiden anderen Städte sind Halle, etwa 40 km südlich und Magdeburg, etwa 65 km nordwestlich. Historisch war Dessau die Hauptstadt und Residenz des Fürsten-, späteren Herzogtums Anhalt-Dessau und somit der Region Anhalt. Die Stadt ist bei der Kreisreform am 1. Juli 2007 aus der Fusion der kreisfreien Stadt Dessau und der zum aufgelösten Landkreis Anhalt-Zerbst gehörenden Stadt Roßlau (Elbe) entstanden. Aber schon bald nach der Fusion der beiden Städte Dessau und Roßlau zur Bindestrichstadt "Dessau-Roßlau" wurden Stimmen laut, dass diese Namenswahl eher unglücklich war.

Ein Bekannter von mir, selbst ehemaliger Roßlauer, machte damals schon den Vorschlag, bei der Namensfindung die ersten vier Buchstaben von "Dessau" und von "Roßlau" die letzten zwei Buchstaben zur Wahl des neuen Namens verwenden sollen. Dieser neue Namen aus vier Buchstaben von Dessau und zwei Buchstaben von Roßlau dürfte auch dem Verhältnis der Bevölkerungsanzahl auf beiden Ufern der Elbe gerecht werden und die Identität beider Ufer sichern.

Im Juli 2012 wurde im Stadtrat der Bindestrichstadt ein Masterplan beschlossen, der sich unter Punkt C7 mit der Wahl eines neuen Namens befasst. Als Alternative stehen mehrere Vorschläge im Raum. Einer davon ist, die Doppelstadt in "Bauhausstadt Dessau" umzubenennen.

Das Verhalten mehrerer Kommunalpolitiker in dieser Sache erinnert den Betrachter an das Verhalten von Kleinkindern (Kindergarten, kleine Gruppe) und nicht an erwachsene Menschen, denen das Wohl ihrer Stadt und deren Bevölkerung am Herzen liegt. Für diese Menschen hätte ich auch einen Namensvorschlag: "Bauhausstadt Dessau-Roßlau, Junkers- und Schifferstadt am Tor zum Dessau-Wörlitzer Gartenreich" oder kurz "Schilda/Elbe".

Vor einigen Wochen kam nun eine Idee aus Rodleben, die das Namensproblem auf ganz einfache Weise lösen könnte. Der Ortsbürgermeister Frank Rumpf schlug vor, die Stadt einfach "Dessau" zu nennen. Das hätte den Vorteil, dass man die Ortsteile wie bisher beim Namen nennen könnte. So könnte Roßlau sich wie bisher "Dessau-Roßlau" nennen. Aber auch alle anderen Ortsteile wären für etwaige Besucher oder Investoren leichter zu finden. Und es könnte Frieden werden im Stadtrat, der sich dann endlich mit den für die Bürger wichtigen Fragen beschäftigen könnte. Diese wären:

Die neue Schwimmhalle

Hier nun ein weiterer Vorschlag zum Standort der neuen Schwimmhalle:
Warum baut man diese nicht in des ehemalige Wohngebiet Kreuzberge? Hier sind durch Abriss riesige Freiflächen entstanden. Die verkehrsmäßige Anbindung ist durch Straßenbahn und Bus bereits vorhanden. Platz für Parkplätze gibt es auch. Und mindestens eine Gaststätte ist auch vorhanden.
Da dort schon einmal Wohnblöcke standen, dürften Möglichkeiten zur Versorgung mit Energie, Wärme, Wasser und die Entsorgung des Abwassers auch günstig möglich sein. Da die Schwimmhalle aber unbedingt im Innenstadtbereich erbaut werden soll, müsste man nur das Gebiet zum Innenstadtbereich Mitte/Süd erklären.

Die Muldebrücke

Hier rundet sich das Bild der Unfähigkeit ab. Erst streitet man ewig im Stadtrat über eine zweite Muldebrücke, die angeblich den wachsenden Verkehr unserer durch stetigen Einwohnerschwund geprägten Stadt verringern helfen soll. Da man hier kein Ergebnis erreicht hat, muss nun eine Behelfsbrücke her, die den Verkehr während des Neubaus der Muldebrücke übernehmen soll.
Nun bekommt aber man im Rathaus keine ordentliche Ausschreibung für den Neubau der Brücke zustande.
Vorsorglich schlage ich schon mal vor, an den Stadteinfahrten Schilder aufzustellen, auf denen zu lesen ist: "An Dessau-Roßlau kommt keiner vorbei - und keiner durch".
Diese verhindern, dass sich potentielle Investoren hierher verirren und Stadtrat bzw. Stadtverwaltung können dann so weiter wursteln wie bisher.

Das Bauhausmuseum

Eine weitere Blamage droht unserer Stadt mit der Standortauswahl des Bauhausmuseums. Dabei hat man dieses Gebäude bereits, ist aber zu blind, dies zu erkennen. Da gibt es im Zentrum nämlich das alte "Arbeitsamt", ein Bauhausbau in zentraler Lage. Der dürfte sich hierfür bestens eignen. Und in die Mitte des bereits vorhandenen Parkplatzes könnte man ja eine überdimensionierte Bauhauslampe als Denkmal und Blickfang stellen.
Genug leer stehende Bürogebäude, um das sich jetzt dort befindende Amt für öffentliche Sicherheit aufzunehmen, gibt es in der Stadt genug. Gut geeignet hätte sich hierfür das Junkalorgebäude, das ist aber im Auftrag der Stadt längst abgerissen worden.
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2 Kommentare
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Gerd Born aus Dessau-Roßlau | 15.05.2013 | 13:51   Melden
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Matthias Müller aus Dessau-Roßlau | 28.08.2013 | 08:21   Melden
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