Wahlkampf

Schulden vererben ist nicht gerecht - die FDP auch nicht
Vorgestern war auf fünf Kanälen das große Rededuell zwischen unserer Kanzlerin und ihrem Herausforderer Herrn Steinbrück zu sehen. Das war so ein "Gekuschele", dass die Große Koalition förmlich schon zu erahnen war. Die Kanzlerin fiel vor allem wegen ihrer schwarz-rot-goldenen Kette auf.
Ihr Herausforderer von der SPD hätte vielleicht ein paar ähnlich gestaltete Hosenträger aufweisen müssen, um auch Farbe ins Gespräch zu bringen.
Leider hab ich nicht alles sehen können, bin ich doch nach kurzer Zeit vor dem Fernseher eingeschlafen.

Gestern nun das Duell zwischen FDP, Grünen und den Linken. Hier ging es gleich zur Sache, jeder der Parteienvertreter wollte sich profilieren und beim Wähler punkten.
Als aber Herr Brüderle (FDP) zum Thema Mindestlohn erklärte, dass "die Löhne in einigen Regionen Deutschlands so niedrig sein müssen, da dort die Lebensmittelpreise niedriger seien als in Ballungsgebieten", da wurde mir schlecht.

Das soll er mal einem Arbeitnehmer auf den Kopf zu sagen, der nach getaner Arbeit seinen Lohn durch Hartz IV aufstocken lassen muss. Ich glaube, der würde diese Logik nicht verstehen und ihn erschlagen.

Das würde aber auch heißen, dass die Angleichung der Ostrenten aus dem selben Grund in den letzten vier Jahren nicht angegangen wurde. Die Rentner im Osten hungern noch nicht, also braucht man nichts tun.

Dass über 20 Jahre nach dem Anschluss der DDR an die BRD die Arbeitnehmer zwar volle Rentenbeiträge zahlen, aber immer noch den niedrigen Beitragssatz Ost bei Renteneintritt berechnet bekommen, liegt dann folglich auch daran, dass im Osten die Lebensmittelpreise so niedrig sind.

Meiner Meinung nach ist so eine Aussage menschenverachtend.

Hierzu passt dann auch das Wahlplakat, dass ich in meiner Straße sah (siehe oben). Ein kleines blondes Mädchen schaut ganz traurig, zeigt uns seinen Schmollmund und möchte keine Schulden vererbt haben.
Nur scheint man bei der FDP übersehen zu haben, dass gerade ihre Partei kräftig mitgeholfen hat, die Schulden des Staates zu erhöhen.

Noch etwas:
Ich bin dafür, dass man Wahlplakate, auf denen man Kinder für politische Zwecke missbraucht, verboten werden.
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4 Kommentare
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Melanie D. aus Salzatal | 04.09.2013 | 09:03   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 19.09.2013 | 12:30   Melden
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Jürgen Schindler aus Dessau-Roßlau | 19.09.2013 | 13:07   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 19.09.2013 | 13:09   Melden
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