Weihnachtslektüre 2015

Dessau, 2015
Von einem Freund bekam ich beim letzten Zusammentreffen in Halle ein zwölf Jahre altes Buch *, in dem ich vor Weihnachten 2015 nicht nur geblättert und schon etwas überraschend sehr Interessantes gefunden habe, das der Autor als Die Botschaft wie folgt zusammenfasst:

"Die Botschaft

NICHT DIE POLIS, nicht die Nation, nicht der Staat - der Mensch mit seiner in Gott begründeten unantastbaren Würde wird zum Mittelpunkt des politischen Geschehens.

DIE WÜRDE DES MENSCHEN und die aus ihr resultierenden Menschenrechte sind der Maßstab der "Gesetze" und die Grundlage für das gleichberechtigte und multikulturelle Zusammenleben der Menschen.

DIE LIEBE ZUM NÄCHSTEN ist nicht platonisch und keine Sache des Gefühls. Sie bedeutet Pflicht zum Handeln für denjenigen, der in Not ist, auch für den Feind. Sie sprengt nationale, kulturelle und religiöse Grenzen, sie gilt allen Menschen unabhängig von Klasse, Rasse, Geschlecht und Nation.

AUCH FÜR DEN FEIND wird jeder Mensch zum Nächsten, wenn er in Not gerät.

VERSÖHNUNG, Entspannung und friedliche Lösung von Konflikten haben Vorrang vor Gewalt und Krieg.

FREMDENFEINDLICHKEIT ist mit dem Evangelium unvereinbar.

DIE FRAU ist dem Mann ebenbürtig. Die Diskriminierung der Frauen in der Politik und der Kirche steht im Gegensatz zum Evangelium. Das Verbot der Frauenordination und das Gebot des Zöllibates haben kein Fundament im Evangelium.

DIE INTERESSEN der Menschen sind wichtiger als die Interessen des Kapitals. Die kapitalistische Wirtschaftsordnung widerspricht dem Evangelium und ist ein Verbrechen an Milliarden von Menschen, die in Armut, Krankheit und Unwissenheit leben müssen.

ZWEI MILLIARDEN CHRISTEN sind die größten "global Players" der Welt. Sie müssen die treibende Kraft für eine neue, gerechte Weltwirtschaftsordnung sein.

JESUS VERKÖRPERT das Ideal der Glaubwürdigkeit, d.h. die Einheit von Ideen, Reden und Handeln, also die Einheit von Anspruch und Wirklichkeit. So wie er die Menschen damals gegen die Machthaber vertreten hat - unabhängig, freimütig, selbstbewusst, furchtlos -, wäre er auch in einem heutigen Parlament der ideale Abgeordnete und Sprecher des Volkes.

DAS JÜDISCHE VOKK trägt keine Schuld am Tode Jesu. Der Antisemitismus ist eine Perversion der menschlichen Zivilisation und Kultur.

DIE BOTSCHAFT verlangt die Realisierung in dieser Welt."



Da es zu Weihnachten nicht nur um Jesu Geburt, sondern auch darum geht, was sie für uns heute bedeutet, kann ich dieses Buch als Weihnachtslektüre 2015 durchaus jedem empfehlen, der es noch nicht kennt.


Gesegnetes Fest!


* Heiner Geißler, Was würde Jesus heute sagen? - Die politische Botschaft des Evangeliums, Berlin 2003
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Ralf Springer aus Aschersleben | 23.12.2015 | 11:22   Melden
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