Pommerland -

Pommern-Bild im Hotel
 
Berlin, Hbf.
mein Sehnen bleibt dir zugewandt ...*


Am 12. Juni 2012 begann meine Extra-Tour.
Quartier in Stolpmünde (Ustka) und die Fahrkarte nach Stolp (Slupsk) hatte ich vorher schon besorgt.

Um 5:54 Uhr mit dem RE nach Wittenberg ging´s los. Mit einem IC kam ich nach Berlin Hauptbahnhof, von wo aus ich direkt Stettin erreichte. Dort wartete auf dem Nachbargleis schon der Anschlusszug, den ich nach ca. drei Stunden Fahrt durch Hinterpommern um 13:09 in Stolp verließ.
Dann waren es mit dem Bus bis Stolpmünde nur noch ca. 30 Minuten.

Bevor ich dort mein Quartier aufsuchte, gab es in der Gaststätte des schmucken Hotels "Lubicz" Lunch. (Auch die weiteren Mahlzeiten konnte ich dort einnehmen, eine sehr angenehme Möglichkeit.)

Der erste Besuch der See vor dem warmen Abendessen und das Erlebnis des Sonnenuntergangs bei freundlichem Wetter auf der Mole von Stolpmünde waren die folgenden Programmpunkte des ersten Tages in der alten Heimat.

Der zweite Tag war für den ersten Stolp-Aufenthalt vorgesehen. Hin- und Rückfahrt per Autobus, der relativ häufig zwischen den beiden Städten verkehrt. Mein großer Wunsch war die Besteigung des Turms der Schlosskirche, die mir vorher noch nicht gelungen war.
Die gelang jedoch auch diesmal nicht, obwohl ich vorher eine einflussreiche deutsche Bekannte um Unterstützung gebeten hatte und an Ort und Stelle dann auch noch den zuständigen Pfarrer um Erlaubnis bitten konnte. Leider ohne den gewünschten Erfolg.

Neben den Begegnungen mit der deutschen Bekannten und einem Bekannten von Stolper Bekannten waren insbesondere die Besuche des Hauses in der ehemaligen Bahnhofstraße, in dem ein Onkel mit seiner Familie und unserer Oma bis zum Kriegsende gelebt und eine Fleischerei betrieben hat, und der ehemaligen Töpferstadt, in der bis zum sowjetischen Einmarsch das Haus stand, in dem wir gewohnt haben, solange ich zurück denken kann.

Vergeblich an diesem Tag war auch die Suche nach einem (weiteren) Engel, den ich für gute Bekannte nach Möglichkeit mitbringen sollte.

Am Donnerstag (3. Tag) war ich ausschließlich in Stolpmünde, in der Stadt, um auch da nach einem Engel zu suchen, und im Heimat- und im Bäckerei-Museum.
Im letzteren war sogar ein Film in deutscher Sprache zu sehen.

Im Hotel wurde Deutsch verstanden. Aber im Allgemeinen war es günstiger, wenn man sich englisch unterhalten konnte.
Natürlich kam auch an diesem Tag die See mit Strand und Strandpromenade (wieder) zu ihrem Recht.

Am Freitag-Vormittag (4. Tag) war ich wieder im ca. 18 km von Stolpmünde entfernten Stolp. Der nächste Versuch, den Schlosskirchturm zu besteigen, gelang auch nicht. Aber mit Erlaubnis des Museumsdirektors konnte ich im Mühlentor bis ganz nach oben steigen, einige Fenster öffnen und ein paar Fotos machen.

Dann war ich auch noch in der Galeria Slupsk und einem weiteren Kaufhaus und auf dem Bazar. Wider Erwarten kam ich dann doch noch mit einem Engel zurück.

Und am Abend war die nächste Gelegenheit, auf der Stolpmünder Mole dem Sonnenuntergang zuzusehen.

Am Sonnabend, dem 5. Tag, war per Fahrrad ein Besuch von Charlottental, einem schon zu deutscher Zeit beliebten Ausflugsziel der Stolper, geplant.
Auf der vielbefahrenen Landstraße, zum Glück mit Seitenstreifen, ging es zunächst ca. 10 km in Richtung Stolp und dann noch etwa 4 km in östlicher Richtung über Klein-Strellin. An mehreren Seen gab es dort mitten im Wald allerlei zu sehen.
Leider waren gerade unangenehme Bauarbeiten in der Nähe des großen Hotels im Gange.
Für Entschädigung sorgte die Rückfahrt durch Feld und Flur abseits der großen Straße. Und zur "Belohnung" war sogar in der Schwimmhalle des "Lubicz" ein erholsames Bad bei angenehmen Temperaturen möglich.

Am Sonntag ging es nach dem Frühstück per Autobus wieder nach Stolp, wo in der Kreuzkirche der Gottesdienst in deutscher Sprache für die evangelischen Deutschen in Stadt und Umgebung ab 9:30 Uhr statt fand.
Der Leiter der deutschen Minderheit und vielleicht noch ein paar Andere fehlten wohl wegen des Pommerntreffens in Travemünde.

Auf dem Friedhof der Stadt konnte ich dann zum ersten Mal die erst kürzlich errichtete Gedenkstätte für die deutschen Toten der Stadt besuchen; anschließend auch noch die renovierte jüdische Begräbnishalle am Rande des jüdischen Friedhofs.

Am Nachmittag wieder in Stolpmünde, war in der Absicht Räucherfisch zum Mitnehmen zu kaufen, schließlich auch noch der Besuch des interessanten Hafengeländes möglich.

Dir Rückfahrt am Montag begann kurz nach sieben per Bus nach Stolp. Um 8:12 Uhr fuhr dort der Schnellzug nach Stettin ab. Nach etwas längerem Aufenthalt fuhr um halb eins der deutsche Zug nach Angermünde ab. Nach nochmaligem Umsteigen in Berlin Gesundbrunnen und Bitterfeld war 8 Minuten nach vier die tolle Reise in Dessau zu Ende.


Jetzt bin ich im Wandern, bin bald hier, bald dort,
doch aus allen andern treibt´s mich immer fort:
Bis in dir ich wieder finde meine Ruh,
send ich meine Lieder dir, o Heimat, zu!

(* Pommernlied)
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