17. internationales Leichtathletik-Meeting "ANHALT 2015" - Pressekonferenz: Fesselnd bis zum letzten Speer

Norman Landgraf (Moderator), Konrad Dormeier (Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Dessau), Ralph Hirsch (Meetingdirektor), Thomas Röhler (Speerwerfer) und Thomas Zänger (Geschäftsführer Stadtwerke Dessau, v.l.n.r.) mit dem T-Shirt zum 17. internationalen Leichtathletik-Meeting "ANHALT 2015"
 
Konrad Dormeier (Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Dessau), Norman Landgraf (Moderator), Thomas Röhler (Deutscher Meister 2012, 2013 und 2014 im Speerwerfen), Ralph Hirsch (Meetingdirektor), Dennis Krüger (Deutscher Meister 2014 über 800 Meter), Timo Benitz (Deutscher Meister 2014 über 1.500 Meter) und Thomas Zänger (Geschäftsführer Stadtwerke Dessau)
Das Podium im Tagungsraum des Dessauer NH-Hotels war eng besetzt bei der Pressekonferenz am 5. Mai 2015 zum Leichtathletik-Meeting ANHALT 2015. Eins fiel dabei sofort auf: Meeting-Direktor Ralph Hirsch präsentierte nicht nur einen Top-Athleten, sondern konnte gleich drei junge Sportler aus dem Starterfeld der 17. Auflage am 29. Mai für das traditionelle Gespräch mit der Presse gewinnen.

Mit dem 1500 Meter-Läufer Timo Benitz, dem 800 Meter-Experten Dennis Krüger und dem Speerwerfer Thomas Röhler stellten sich drei amtierende Deutsche Meister vor, die allesamt auch schon Erfahrungen in Dessau sammeln konnten und deren sportliche Karriere gerade richtig Fahrt aufnimmt.

Ralph Hirsch verwies einleitend auf die Bedeutung des Meetings, das inzwischen nach dem ISTAF in Berlin das wichtigste Sportfest dieser Art in Deutschland ist, aber auch auf die Herausforderung der alljährlichen Organisation. „Das Meeting ist ein internationaler Event, wir zeigen großartige Wettkämpfe auf Weltklasse-Niveau, aber Leichtathletik ist manchmal auch kompliziert“, so Hirsch. Um den Blick für die Leistungen der einzelnen Sportler zu schärfen und die Aufmerksamkeit für den Sport zu erhöhen, habe man deshalb das Programm in diesem Jahr ganz bewusst gerafft. Statt bis zum 17 Disziplinen in den Vorjahren gehen 2015 Sportler in 13 Disziplinen an den Start, dafür wurde auch das Leistungsspektrum verdichtet. „Wir wollen die Besucher an diesem Abend für zweieinhalb Stunden fesseln bis der letzte Speer geflogen ist“, so der Meeting-Direktor. Denn, und darin waren sich alle einig, Leichtathletik verdient deutlich mehr Aufmerksamkeit. Statt der guten 5000 Besucher, so Ralph Hirsch, wolle man das Stadion irgendwann komplett ausverkaufen.

Thomas Röhler hätte nichts dagegen. Der Speerwerfer aus Jena legte 2013 in Dessau mit 83,95 Metern seine bis dahin persönliche Bestweite vor, die er 2014 beim 'Weltklasse' in Zürich auf 87,63 Meter erhöhen konnte. Von Moderator Norman Landgraf am Dienstag nach seinen Vorbildern gefragt, verwies er darauf, dass er mit denen inzwischen im unmittelbaren Konkurrenzkampf steht, und gab damit die Richtung für das Meeting und seinen weiteren Weg vor.

Timo Benitz, der sich aktuell noch von einer Achillessehnenverletzung erholt, hat für Dessau trotzdem die Norm für die Universade im Blick: „Mein Tempoprogramm läuft, aber ich muss noch aufpassen“, so der 24-Jährige, „3,36 oder 3,37 Minuten sollten aber drin sein“. Trotz langwieriger Anfahrt aufgrund des Bahnstreiks begab sich der Student der Luft- und Raumfahrttechnik auch am Freitag gern nach Dessau. Nicht nur wegen der sehr guten sportlichen und organisatorischen Bedingungen begeistert er sich für die Stadt: „Ich lasse mich gern von Flugzeugen vom Training ablenken, drehe beim Laufen Formeln aus dem Studium im Kopf hin und her und finde so oftmals viel besser die Lösung. Dessau als Junkers-Stadt, dem Ort, an dem diese tollen Flugzeuge gebaut wurden, besuche ich auch deswegen immer sehr gern.“

Auch Dennis Krüger kommt gern zum Meeting und ließ es sich nicht nehmen, die Anwesenden für die Herausforderungen der Organisation zu sensibilisieren. „Das ist wie bei uns Sportlern, man bereitet sich ein Dreivierteljahr vor, damit man im richtigen Moment die beste Leistung abrufen kann.“ Hinter den Kulissen solch einer Veranstaltung sei das ganz ähnlich, so der Jüngste in der Runde, „da geht es ums Große und Ganze und um die ganz kleinen Details“. Der 800 Meter-Läufer schaffte es bei der EM in Zürich im vergangenen Jahr aufgrund einer Oberschenkelverletzung zwar nur bis ins Halbfinale, bei der WM in Peking, für die er sich bei der U23-Europameisterschaft qualifizieren will, soll es aber besser laufen. Und auch für den 29. Mai in Dessau hat sich Krüger einiges vorgenommen: „Ich peile wesentliche Leistungen an, ich bin auf einem guten Leistungsstand“, lässt er sich dann doch nicht in die Karten gucken, verweist aber auf seine Wetterbeobachtungen, „am Abend ist hier immer schönes Wetter, da ist es dann fast windstill, ich laufe hier sehr gern.“

Thomas Zänger, Geschäftsführer der Stadtwerke Dessau und nach eigener Aussage aktiver Wohlfühlsportler, unterstützt mit seinem Unternehmen das Meeting aus Überzeugung: „Das ist die hochkarätigste Veranstaltung der Stadt“, betonte er und zeigte sich auch persönlich beeindruckt: „Ich genieße den Kontakt zu den Athleten. Wenn einem bei der Siegerehrung eine Kugelstoßerin die Hand drückt, dann merkt man nicht nur, dass es an der Zeit wäre, selbst mal wieder etwas zu tun, sondern auch, welche Leistung dahinter steckt“. Dass viele der Sportler neben dem harten Training und den Wettkämpfen auch noch nebenbei studieren, sei für ihn kaum vorstellbar.

Konrad Dormeier, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Dessau, die als Sponsor von Beginn an dabei ist, bestätigte das Engagement seines Unternehmens und der Organisatoren: „Fußball wird meiner Meinung nach überbewertet, die Leichtathletik findet viel zu wenig Aufmerksamkeit, dabei ist sie gerade für junge Menschen ein unheimlich Sinn stiftender Sport.“

Ganz zum Schluss lenkte der Meeting-Direktor den Fokus noch einmal auf den Speerwurf: Im Gegensatz zu Dennis Krügers Wetterbeobachtungen hätten Thomas Röhlers Kollegen in der Vergangenheit mit dem Wind im Paul-Greifzu-Stadion einen Pakt geschlossen. „Große Weiten sind hier möglich“, zeigte sich Hirsch sicher und versuchte es gleich noch mit einem Zahlenspiel: „2002 stellte der Russe Sergey Makarov mit 90,86 Metern den bis heute gültigen Meeting-Rekord auf!“ Am 29. Mai 2015 sind das auf den Tag genau 13 Jahre. „Ein gutes Omen!“

Bis es soweit ist, laufen die Verpflichtungen weiterer Top-Athleten auf Hochtouren. Das sportliche Ziel des Meeting-Machers ist ein mindestens „geniales Superfeld“. 170 bis 190 Sportlerinnen und Sportler, 30 Nationen, höher, schneller, weiter - für einen Abend in jedem Jahr ist Dessau der Nabel der Leichtathletik-Welt.

Karten für ANHALT 2015 gibt es im Vorverkauf in Dessau in der Tourist-Information, im Pressezentrum Kanski, in der Stadtsparkasse in der Poststraße, in der Roßlauer Tourist-Information in der Hauptstraße und unter www.ticketmaster.de.
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