17. internationales Leichtathletik-Meeting "ANHALT 2015" - Weitspringer Marcus Rehm ist dabei!

  Zum 17. Mal findet am 29. Mai 2015 das Internationale Leichtathletik-Meeting "ANHALT" in Dessau statt. Im Paul-Greifzu-Stadion werden zahlreiche Spitzensportler erwartet. Unter ihnen: der Weitspringer Markus Rehm. In Dessau möchte der Paralympics-Sieger an seinen Erfolg des vergangenen Jahres anknüpfen, mit dem er den Deutschen Meistertitel gegen nichtbehinderte Sportler gewann. Das "ANHALT"- Meeting habe einen sehr guten Ruf in Sportlerkreisen. "Ich freue mich drauf", so Rehm. "Es wird spannend."

Markus Rehm erwartet beim "ANHALT"-Meeting ein starkes Starter-Feld. "Es wird um Zentimeter gehen", sagt er. Doch er ist gut vorbereitet. Gerade zurück aus dem Trainingslager in Kienbaum startet der Athlet vom TSV Bayer 04 Leverkusen mit Wettkämpfen in Barcelona und dann in Dessau in die neue Saison. Das Aufbautraining ist abgeschlossen. "In der Wettkampfphase geht es jetzt hauptsächlich um die Technik", so Rehm. Die spielt bei ihm eine besondere Rolle. Im Alter von 14 Jahren verlor er bei einem Unfall mit dem Wakeboard seinen rechten Unterschenkel, den nun eine Prothese ersetzt.

Trotz seiner Behinderung schaffte es der gebürtige Göppinger sich bis an die Weltspitze zu springen - auch an die nichtbehinderte. Im vergangenen Jahr holte er sich in Ulm den Deutschen Meistertitel. Mit einer Weite von 8,24 Metern ließ er den Zweitplatzierten, ehemaligen Europameister Christian Reif vier Zentimeter hinter sich und verbesserte gleichzeitig seinen eigenen Paralympics-Weltrekord um 29 Zentimeter. Ganz aktuell stellte Marcus Rehm am Samstag (16.05.2015) in Barcelona (Spanien) einen neuen Weltrekord mit 8,29 Meter auf. Damit verbesserte der Unterschenkel-amputierte Athlet des TSV Bayer 04 Leverkusen seinen eigenen Weltrekord in seiner paralympischen Schadenklasse um fünf Zentimeter.

Auch beim Internationalen "ANHALT"-Meeting tritt Rehm gegen nichtbehinderte Athleten an. "Ich bin stolz ein paralympischer Athlet zu sein, aber es ist einfach eine ganz andere Herausforderung für mich", so Rehm. Dass er der Konkurrenz davon springt, ist in diesem Feld nicht mehr selbstverständlich.

Gewertet werden Markus Rehms Sprünge allerdings gesondert. Zum 1. Januar 2015 hat der Deutsche-Leichtathletik-Verband beschlossen, dass behinderte und nichtbehinderte Athleten gemeinsam starten dürfen, aber getrennt gewertet werden. Der Grund: Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Prothesen einen Vorteil bringen können. "Die Regelung wurde getroffen, um in der kommenden Saison Athleten mit und ohne Behinderung Rechtssicherheit zu verschaffen und den gemeinsamen Sport zu gewährleisten", erklärt der Deutsche Leichtathletikverband.

Die extra Wertung ist für Markus Rehm kein Grund, nicht mehr gegen nichtbehinderte Leichtathleten anzutreten. "Ich betrachte das nicht als Exklusion", sagt Rehm. "Solange die Sachlage nicht geklärt ist und die Vergleichbarkeit nicht bewiesen werden kann, ist das völlig in Ordnung." Für ihn steht der sportliche Wettkampfgedanke im Vordergrund. "Es ist eine gute Chance, auch das letzte aus einem herauszukitzeln", betont Rehm.
„Das Weitsprungteilnehmerfeld ist in Dessau exclusiv besetzt, alle 10 Weitspringer, die in der Teilnehmerliste stehen, haben eine Bestleistung über 8 Meter. Ich bin sehr froh, dass Marcus Rehm dem Dessauer Meeting zugesagt hat und ich bin mir sicher, dass es einen großartigen Weitsprungwettbewerb geben wird, bei günstigen Witterungsbedingungen ist hier auch ein neuer Meetingrekord (bisher 8,10 Meter/2008) möglich.“ ist sich Ralph Hirsch sicher.

Am 29. Mai dreht sich ab 15 Uhr alles um „ANHALT 2015“, mit einem spannenden Rahmenprogramm (Nachwuchsleichtathleten Bundeskader und Landeskader aus ganz Deutschland), einem Kindersportfest auf dem Nebenplatz und dem großen Zieleinlauf von „ANHALT läuft“ mit Start um 17.30 Uhr. Hier kann jeder über die Strecken von 3 und 9 km teilnehmen, der Start ist kostenfrei. Startschuss für das Hauptprogramm ist dann 18.30 Uhr.
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