Erlebnistag - Internationales Leichtathletik-Meeting "ANHALT 2015" am 29. Mai 2015

    „Die Veranstaltung ist inzwischen zu einem wichtigen Imagefaktor für die Stadt geworden“, sagt Meeting-Direktor Ralph Hirsch. „Leuchtturm-Veranstaltung“, nennt es die Landesregierung. Und das mit Recht. Seit 1999 kamen 2940 Athleten aus über 80 Nationen nach Dessau, darunter 19 Olympiasieger, knapp 30 Weltmeister, über 20 Europameister. Insgesamt wurden 84573 Besucher gezählt. Sportamtsleiter Hirsch versucht zu erklären: „Dass die Leichtathletik so vielseitig ist, macht sie auch kompliziert. Unser Organisationsteam möchte dem Meeting den besonderen Kick geben, so dass es eine geniale Veranstaltung wird“. Und überzeugt spricht er weiter: „Die Zuschauer werden bis zum Schluss fasziniert und gefesselt sein“. Ein Feuerwerk der Leichtathletik in einem gestrafften Programm wird am Freitagabend des 29. Mai zu erleben und spüren sein. Für Sachsen-Anhalt ist es die herausragende und bedeutendste Leichtathletik-Veranstaltung im Jahreskalender des Landes. Es ist deutschlandweit die zweitgrößte Leichtathletik-Veranstaltung nach dem ISTAF in Berlin. Es ist eines der renommiertesten Meetings in Europa.

Auch bei der diesjährigen 17. Auflage werden sich im Paul-Greifzu-Stadion nahezu 200 Athletinnen und Athleten aus 25 Nationen in 14 Disziplinen messen:

Eine aktuelle und großartige Verpflichtung ist die der Senkrechtstarterin Brianna Rollins (100-Meter-Hürdenlauf). Die US-Amerikanerin unterbot 2013 mit 12,26 Sekunden bei einem Ausscheidungswettkampf in ihrem Heimatland den 13 Jahre alten Landesrekord von Gail Devers um sieben Hundertstelsekunden. Zudem bedeutet dies die drittschnellste jemals gelaufene Zeit über 100-Meter-Hürden. Im selben Jahr konnte die 23-Jährige ihre Leistung unterstreichen und gewann die Weltmeisterschaft in Moskau in 12,44 Sekunden vor der Titelverteidigerin Sally Pearson (AUS) und Tiffany Porter (GBR).

Einen nicht alltäglichen Wettbewerb wird den Zuschauern geboten, wenn Markus Rehm, ein unterschenkelamputierter Athlet (Klasse T/F44), gegen seine „nichtbehinderten“ Kollegen im Weitsprung antritt. Bereits im vergangenen Jahr sprang er bei der Deutschen Meisterschaft in Ulm auf 8,24 Meter. Und holte sich damit den Titel und verbesserte seinen eigenen Paralympics-Weltrekord. Anschließend entbrannte eine heiße Diskussion um Inklusion im Sport. Seinen Titel durfte Rehm behalten, auch bekam er die Erlaubnis weiterhin gegen nichtbehinderte Konkurrenten antreten zu dürfen, doch wird er vorerst noch getrennt von ihnen gewertet. Begründung des DLV: Rehms Prothese habe ihm möglicherweise einen Vorteil verschafft. Vor wenigen Tagen fand in Barcelona das 10. International Paralympic-Meeting statt. Markus Rehm sprang dort 8,29 Meter. Damit lag er fünf Zentimeter über seiner Weite der Deutschen Meisterschaft und sicherte sich einen neuen Weltrekord. "Yeah ... Barcelona rockt! Was für ein unglaublicher Einstieg in die Saison mit 8,29 m und somit neuem Weltrekord! Die Saison kann kommen!", schrieb der 26-Jährige anschließend auf seiner Facebook-Seite. Aber nicht nur Markus Rehm wird in diesem Starterfeld für Aufsehen sorgen. Alle(!) der zehn Starter, darunter der Europameister von 2012 Sebastian Bayer (GER), Chris Tomlinson (GBR), Zarck Visser (ZAF) oder Alyn Camara (GER), können eine sensationelle Bestweite von über 8 Meter vorweisen.

Zahlreiche Athleten kommen gerne wiederholt nach Dessau zurück. Das Dessauer Meeting zählt zu einer der toporganisiertesten Veranstaltungen in Europa. Erneut wird es einen spannenden Mix aus läuferischen und technischen Disziplinen geben. Bei den Männern sind dabei Läufe über 100, 800, 1500 Meter und 3000 Meter Hindernis sowie Weitsprung, Stabhochsprung und Speerwerfen zu bestaunen. Die Frauen gehen über 100, 200, 800, 100-Meter-Hürden und 1500 Meter sowie Diskuswerfen und Dreisprung an den Start. Die Vielseitigkeit und Faszination der Leichtathletik wird somit deutlich.

Mark Lewis-Francis (GBR) wird über die 100-Meter auf die rote Bahn gehen. Der Brite holte 2004 mit der 4x100m-Staffel Olympisches Gold, sowie Silber bei der Europameisterschaft 2010 und Bronze bei den Weltmeisterschaften 2005 und 2007 über 4x100m. Lewis-Francis wird allerdings auf starke Konkurrenz treffen. Sven Knipphals und Alexander Kosenkow (GER) holten sich Silber bei der Europameisterschaft 2012 mit der 4x100m-Staffel. Und Charles Silmom (USA) Silber bei der Weltmeisterschaft 2013 über 4x100m.

Der Weltmeister von 2011 und Vize-Europameister 2014 Pawel Wojciechowski (PL) geht beim Stabhochsprung an den Start. Sein Landsmann Premyslaw Czerwinski (EM-Bronze 2010) und der amtierende Deutsche Meister Tobias Scherbarth werden ebenfalls zu Höhenflügen ansetzen.

2015 wird das Dessauer Meeting deutschlandweit zu den ersten großen internationalen Leichtathletik-Veranstaltungen gehören und somit nationale und internationale Standortbestimmung für viele Athleten sein. Es ist Qualifikationsmeeting zum Erreichen der Normen für die Weltmeisterschaften vom 22. August bis 30. August in Peking (China).

Bestbesetzt ist in diesem Jahr der Speerwurf der Männer, der vom mehrfachen deutschen Meister Thomas Röhler und dem amtierenden Europameister Antti Ruuskanen (FIN) angeführt wird. Röhler freue sich sehr auf den Wettkampf, erklärt Ralph Hirsch und fügt hinzu: „Mit seiner Siegweite von 87,63 Meter im vergangenen Jahr in Zürich ist Thomas Röhler endgültig in der Weltspitze angekommen.“ Mit einer Glanzleistung von 88,01 Meter liegt Ruuskanen nicht einmal einen halben Meter vor Röhler. Nur Dmitri Tarabin (RUS), der sich Bronze bei der Weltmeisterschaft 2013 sicherte, liegt mit 88,84 Meter noch vor seinen beiden Mitstreitern.

Hanna Knyazyeva gewann erst in diesem Jahr Bronze bei der Hallen-Europameisterschaft. Die Israelin trifft in ihrer Disziplin Dreisprung (14,71 Meter) auf die Hallen-Europameisterin 2011 und Drittplatzierte der Hallen-Europameisterschaft 2013 Simona La Mantia (ITA, 14,69 Meter) sowie auf die Deutsche Rekordhalterin Katja Demut (14,57 Meter) und die Deutsche Meisterin Kristin Gierisch (14,31 Meter).

Ihre Freiluft-Bestweiten lauten eigentlich 65,88 Meter (Craft) und 68,89 Meter (Müller). Doch am 14. Februar 2015 verbesserte Shanice Craft (MTG Mannheim) beim Hallen-ISTAF in Berlin den inoffiziellen Weltrekord auf 62,07 Meter. Die Dritte der Europameisterschaft 2014 trifft in Dessau auf Nadine Müller, die Vize-Weltmeisterin 2011 und Vize-Europameisterin 2012, die sie beim Hallen-ISTAF um sieben Zentimeter überbot.

„Es steckt eine unheimliche Arbeit hinter der Perfektion, die das Anhalt-Meeting ausmacht“, betont Meeting-Direktor Hirsch einmal mehr, „Jedes Jahr bieten wir besondere Highlights für optimale Bedingungen.“ Aber er denkt dabei nicht allein an die vielen Athleten, die gerne nach Dessau reisen, auch an die Besucher: „Die 17. Auflage des Anhalt-Meetings wird ein Erlebnistag für alle - vom Olympia-Sieger bis zum Kindergarten-Kind.“

Die Athletenverpflichtungen laufen bis zum letzten Tag. Das Versprechen von Hirsch: „Es wird keine Sekunde Langeweile im Paul-Greifzu-Stadion geben!“, empfiehlt zum Miterleben.
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