3.Advent beim THW - Wie kam das THW zu seiner blauen Farbe ?

Dessau-Roßlau: THW Ortsverband Dessau | 3.Advent

Wie kam das THW zu seiner blauen Farbe ?


Eine nicht ganz unumstrittene Geschichte des THW ist die Zeit als Technische Nothilfe (TN) – Der Vorläufer der heutigen Bundesanstalt. Dies gehört aber zu unserer Geschichte und darf nicht unerwähnt bleiben.
Die blaue Farbe für das THW ist keine Erfindung der Nachkriegsjahre, sie kann bis in die Zeit der Weimarer Republik zurückverfolgt werden. Einige Uniformen und Arbeitsanzüge der Technischen Nothilfe (TN) im Zweiten Weltkrieg waren blau. Tradition und Unterscheidung von anderen Organisationen gaben den Ausschlag. Mit anderen Worten: die TN sollte sich von den braunen NSDAP-Uniformen unterscheiden und es kann darüber spekuliert werden, ob damit auch eine inhaltliche Abgrenzung signalisiert werden sollte.
Der erste Beleg für den bis heute verwendeten Farbton RAL 5002 (Ultramarinblau), für THW Fahrzeuge, ist in den Mitteilungen für THW-Führungskräfte 11/1974 abgedruckt. Mit Verfügung des THW-Direktors vom 29. April 1974 wurde die “Farben, Dienststellungskennzeichen und Abzeichen für Sonderausbildung der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk” erlassen.
In der Zeitschrift „Das Technische Hilfswerk“ Jg. 1963, Heft 2, S. 18 wird der Zusammenhang dieser Lackierung mit der Befreiung von der Kfz-Steuer wie folgt erläutert:
„Die Einsatzfahrzeuge des THW werden auf Grund des § 2 Abs. 1 Ziff. 4 des Kfz-Steuergesetzes in der Fassung vom 19. Dezember 1960 (BGBL I S. 1005) von der Kfz-Steuer befreit, solange sie ausschließlich im Katastrophenschutz verwendet werden. Voraussetzung ist, dass die Fahrzeuge äußerlich als für diese Zwecke bestimmt erkennbar sind. Mit anderen Worten wird ein einheitlicher Farbanstrich und die Kennzeichnung durch Embleme gefordert, wenn eine Freistellung nach dem Kfz-Steuergesetz erfolgen soll. So führte die Steuergesetzgebung zum einheitlichen Erscheinungsbild der Einsatzfahrzeuge.
Hier sollte noch erwähnt werden, dass auch schon vor der Erlassung durch den damaligen THW-Direktor viele THW Fahrzeuge in „blau“ fuhren. Dieses Blau war meist RAL 5003 (Saphirblau) und diente bei den Feuerwehren der Städte und Landkreise als farblichen Unterschied zwischen den Brandzügen und den Bergungszügen. Deshalb war es kein seltenes Bild, das ein blaues Feuerwehrfahrzeug durch die Straßen fuhr.
Wer sich schon etwas mit dem THW beschäftigt hat bzw. beim letzten Hochwasser 2013 die Augen offen gehalten hat, wird auch weiße und silberne THW-Fahrzeuge bemerkt haben. Die weißen Fahrzeuge sind für die Führung und Kommunikation im THW verantwortlich. Da diese Fahrzeuge sich während eines Einsatzes nicht mehr bewegen und es im Sommer in einem dunklen Fahrzeug schnell sehr warm werden kann, wurden diese Fahrzeuge entweder weiß lackiert oder mit weißer Folie beklebt. Somit wird ein großer Teil der Strahlungshitze einfach reflektiert. Die silbernen Fahrzeuge im THW sind Leasingfahrzeuge und werden meistens von den wenigen hauptamtlichen Kräften im THW gefahren.

Quelle: THWhS/Florian Bittner
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Florian Bittner aus Dessau-Roßlau | 14.12.2014 | 21:11   Melden
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