80 Jahre Siedlung Steinfurth 2015 - 7. Teil: Ein "Denkmal" wird zehn.

Straßenschild von 1935, 2015
 
Steinfurth 2015, Wunderburg
 
Steinfurth 2015, Hitschkendorfer Straße
 
Steinfurth, ehemalige Schule, jetzt Kindergarten
Am 29. Juni hat sie Geburtstag, die Siedlung Steinfurth, und zwar ihren achtzigsten. Denn am 29. Juni 1935 wurde der 1. Bauabschnitt mit 150 Siedlungshäusern, der Schule und dem Lehrerhaus feierlich eingeweiht.

Am 21. Juni 2004 sprach mich die Vorsitzende des Bürgervereins Steinfurth wegen des 70. Jubiläums der Siedlung 2005 und 15 Jahre Bürgerverein an und fragte mich, ob ich bis dahin nicht eine Chronik erstellen würde, die der Bürgerverein herausgibt. In der ersten Besprechung 4 Tage später bei H ´s wurde ausgemacht, dass ich zum Jubiläum eine Broschüre erarbeite und mir vom Bürgerverein die Aufwendungen erstattet werden. Eine Vergütung war nicht vorgesehen.

Mit J. H. war ich am 1.7.04 im Filmmuseum und am 5.7.04 bei Frau Simon im Stadtarchiv Wolfen, mit der der Auftrag und ihre Möglichkeiten der Unterstützung besprochen wurden. Das Reuden-Buch von O. Berger konnte ich ausleihen. Ich bekam erste Zeitungskopien. In der Buchhandlung Krommer bekam ich noch L. O. Heinrichs "Cafe Heinrich"zu kaufen. In Jeßnitz erkundigte ich mich nach dem Stadtarchiv. Bürgermeister Ernst rief mich deswegen am 6.7.104 an.
Vorher hatte ich wegen Zuarbeiten bzw. Material bereits D. S., E. S. und G. G. angesprochen. Später sprach ich O. Berger wegen seiner Erfahrungen bei der Erarbeitung des Reuden-Buchs an und erfuhr Interessantes über die Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv.

Am 7.7. folgten diverse Telefonate wegen der Siedlung, u. a mit Uschmanns, E. S., D. S., E.S..
Abends war E. S. ca. zwei Stunden zu Gast und brachte ihr Buch über das IG Siedlungswerk und private Unterlagen mit.
Zwei Tage später war ich nach dem Anruf von Ernst in Jeßnitz, erhielt Kopien des "Feierabend", die Zusage der Farbkopien von Flurkarten und konnte einiges Material sichten.
Am 10.7.04 war ich bei Uschmnanns, auch um ein Foto zu machen, nachmittags bei Frau K. wegen Material. Telefonate O. H., E., W. Wille, Bobbau, mit dem ich einen Besuch am 13.7.04 ausmachen konnte. Im Jeßnitz-Buch gelesen.
Telefonate am 11.7.04 mit A., T., Bobbau u.a.

12.7.04 Nach Bobbau /Wo-Nord zum Heimatverein; Frau Mönch im Urlaub. Tel. Frau H. wegen Material. Vergeblich W., E.. Nochmal bei Uschmanns. B.K. kommt mit Bauunterlagen, gemeinsame Durchsicht besprochen. Bauakte S. durchgesehen.
13.7.04 E. S. angerufen und besucht, unterhalten, 5 Fotos mitgenommen. Tel. Mautner, zweimal W., vergeblich Simon. Auf Markt Frau M. angesprochen. Anruf Ernst. Um 15 h zu W. Wille, fast 2 Stunden Unterhaltung, Foto gemacht, Foto mitgenommen. Zu Ernst ins Rathaus Jeßnitz, 2 Farbkopien erhalten, 3 €. Bei Speckmann nach Karte gefragt. Luftaufnahme Jeßnitz gekauft, o,70 €.
14.7.04 Tel B. Heinemann und Besuch seines Vortrags im Kulturhaus Wolfen über die Fuhne und den Bürgerverein Altstadt Wolfen, hat Material und Zeit für mich. Längeres Gespräch mit Seiferts nach GKR-Sitzung. Frau O. nach Material gefragt.
15.7.04 Vorm. bei S. angerufen. S.: Termin nächste Woche. Tel. J. B. wegen Material, ruft an.
17.7.04 Anruf Speckmann
18.4.04 Anruf J. H. wegen Besuch Stadtarchiv, Bericht Besuch Kreismuseum
19.7.04 Nach Tel. J. H. ins Stadtarchiv, Material zu Steinfurth/ Siedlung Steinfurth gesichtet, Ausleihe Häuserbuch Wolfen, Kirchenchronik Steinfurth mit Beitrag H. Meyer, Sammlung Beiträge Heinemann, Austausch von Infos mit J. H.. Tel. W..
Tel. Frau S. und Besuch in Tollerstraße, mündliche Infos, Fotoalben zwecks Identifikation unbekannter Stellen da gelassen, Bericht zum Kriegsende u. a. ausgeliehen, vergeblich wegen Übernahme Siedlungswerk gefragt.
Häuserbuch Wolfen u.a. gesichtet.
20.7.04 Frau Mönch, Bobbau nach Material gefragt. Dr. S. getroffen, wegen Material angesprochen, fragt auch Nachbarn und sagt bescheid. H. angesprochen; gegen Abend positive Äußerung seiner Frau. Im Gemeindehaus Oma Meyers Seiten u. a kopiert. Im Häuserbuch Wolfen gelesen.
H. S., Nachbarin O. und G. nach Steinfurth-Material gefragt. Besprechung mit S. verlegt.
22.7.04 Nach Köthen wegen Heimatkalender Jeßnitz u. a., 5,30 € bezahlt, 2 Kopien alter Ansichtskarten von Jeßnitz und Bobbau bestellt.

So viel zum ersten Monat als Beispiel für die Aktivitäten, Beschaffung von Material und das Veranlassen von Beiträgen anderer Wissensträger für die Broschüre. Nicht weniger intensiv ging es damit monatelang erfolgreich weiter.
Von Dr. W. bekam ich die Erlaubnis zur Verwendung seines Häuserbuchs Wolfen.
Von Nachbar K. konnte ich das "IG Siedlungswerk" zunächst leihen und später sogar kaufen.
Im zweiten Monat begann die Suche nach dem Neukamm-Film (Siedlungsbau), leider - auch später - vergeblich.
H. ´s wurden von Zeit zu Zeit über den Fortgang der Arbeit und die Entwicklung der Gliederung informiert.
Öfter war ich beim Kollegen Ortschronisten B. Heinemann, ein paarmal auch bei Ortschronist Lindner.
Mit einem besonderen Auftrag des Bürgerverein konnte ich das Landesarchiv in Merseburg besuchen und gekaufte Kopien mitnehmen.
Besonders hilfreich war das Kennenlernen G.s und des Industrie- und Filmmuseums, weil dort nicht nur umfangreiches Material zu finden, sondern das von G. teilweise schon bearbeitet worden war.
Frau Kolleg im Archiv des Bauhauses Dessau verhalf mir zu neuem Material.
Neue Fotos von der Siedlung entstanden u. a. vom Hochhaus Wolfen-Nord aus. Die Idee, zu Fotos den 120-m-hohen Schornstein der Stadtwerke zu besteigen, ließ sich nicht verwirklichen. Aber von Z. (Funker-Club) bekam ich ein paar entsprechende Fotos, und er vermittelte ebenso die Möglichkeit, in einem Motorsegler in 300 m Höhe über der Siedlung Steinfurth zu kreisen und Luftaufnahmen zu machen. Allerdings erst im Juli 2005, also nach Redaktionsschluss.
Die gab es jedoch rechtzeitig bei der Lokalredaktion Bitterfeld der Mitteldeutschen Zeitung, deren Interesse an dem Vorhaben u. a. in einem Bericht über meine Arbeit zum Ausdruck kam:
http://www.mz-web.de/bitterfeld/steinfurth-siedler...
(Text siehe zu Foto 9!)
Bei der Aufbereitung von Fotos und anderem Material sowie Lösung einiget Computerprobleme konnte ich mit umfassender Unterstützung durch Brockmeier rechnen und hatte in ihm einen stets verlässlichen Partner.
Ein paar Differenzen entstanden im Laufe der Zeit bei der ansonsten hilfreichen Zusammenarbeit mit der Leiterin des Stadtarchivs. Vielleicht habe ich ihre kritischen Äußerungen nicht ernst genug genommen, da ja nicht sie, sondern der Bürgerverein Steinfurth für mich so etwas wie Auftraggeber war.
Mein Einsatz wurde an sich genügend gewürdigt, und alles war solange "in Butter", bis ich das Rohmaterial, nach meiner Gliederung geordnet, dem Bürgerverein und der Stadtverwaltung nicht lange vor dem Drucktermin 2005 zur Kenntnisnahme übergab. In der letzten Besprechung bei H.s daraufhin wurde zunächst die Änderung von mehreren Einzelheiten gewünscht, was ich im Prinzip zusagte, während ich den erstmals ausdrücklich geäußerten Wunsch, dass die Festschrift "nichts Politisches" enthalten solle, natürlich nicht wirklich ernst nehmen konnte.

Da wurde ich zum 11.3.2005 ins Stadtarchiv gebeten, wo mir von der Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit der Stadtverwaltung Wolfen erklärt wurde, das Ergebnis meiner Arbeit des vergangenen Jahres sei so nicht zu gebrauchen. Von mir wurde verlangt, einer Umarbeitung nach nun mit mal vorgelegter Gliederung sofort zuzustimmen. Andernfalls wollten Stadtverwaltung und auch Bürgerverein damit nichts mehr zu tun haben! Eine Begründung dafür gab es nicht!
Als ich das Ansinnen nach kurzer Bedenkzeit ablehnte, war "der Bart ab". Das heißt: von der Stadtverwaltung bekam ich nicht mehr die mir zugesagten Daten der aufgelisteten 455 Siedler. Die Vereinsvorsitzende des Bürgervereins Steinfurth ließ mir von einer Versammlung nachträglich den Auftrag entziehen, ich bekam nicht mehr die noch ausstehenden Aufwendungen ersetzt, es ging nur noch um die Rückgabe der vom Bürgerverein zur Verfügung gestellten Unterlagen und Zuarbeit. Auf die Schnelle wurde eine Ersatzbroschüre (dann, mit meinen Worten "Festschrift" genannt) erstellt, gedruckt und verkauft, teilweise unter Verwendung meines Materials, ohne mich um meine Zustimmung zu bitten. -

Letzteres hatte allerdings für mich den Vorteil, dass die eigene Verwendung des Materials bis auf das von H.s möglich wurde, jedoch auf eigenes Risiko, was die Kosten betrifft, und in eigener Verantwortung als Herausgeber. Denn ich konnte mich zwar mit Erfolg um gewisse finanzielle Unterstützung bemühen, aber einen neuen Herausgeber fand ich nicht.

Meine Broschüre wurde mit etwas Verspätung in zwei Auflagen öfter als 1220mal gedruckt und mit großem Interesse und Lob bald fast vollständig abgenommen.
Als ich der Wolfener Oberbürgermeisterin ein Exemplar von "70 Jahre Siedlung Steinfurth" überreichte, wurde ich von ihr wegen meiner Ausdauer gelobt und meine Broschüre als Denkmal bezeichnet.

Nach zehn Jahren habe ich deshalb doppelten Grund dafür zu danken, als Verfasser und als Herausgeber.


PS.: Siehe auch
http://www.mz-buergerreporter.de/dessau-rosslau/wi...!
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 24.05.2015 | 10:32   Melden
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