Alten würdigt Vater der Heimatstube

Marita und Dierk Krabbenhöft, Eberhard Scheler (Stellv. Vors.), Ernst-Georg Jakob (Schatzmeister)
Dessau-Roßlau: Alten | Am 30. Dezember 1912 erblickte Walter Hartmann das Licht der Welt. Als Junkers-Mann, Pädagoge und Heimatforscher brachte er sich beruflich und gesellschaftlich stets unermüdlich und zielstrebig ein. Alten und seine Geschichte haben ihn ein langes Leben lang nicht ruhen lassen. Jahrzehnte lang sammelte er alles, was es über Alten zu erkunden gab. Ob es das Bauerndorf, die Kirchengeschichte, die Industrialisierung, das Verkehrswesen, das Bildungswesen oder die gesellschaftlichen Veränderungen waren – alles wurde von ihm in handschriftlicher Form der Nachwelt erhalten. Mit Beginn der 90er Jahre wuchs in ihm der Wunsch, das gesammelte Material aufzuarbeiten und einer breiten Öffentlichkeit nutzbar zu machen. Der Museumsgedanke nahm Form an. Gemeinsam mit der Familie seines Stiefsohnes Dierk Krabbenhöft wurden seine Gedanken in Schautafeln, Bildern und Modellen sichtbar gemacht. Im Speiseraum der PGH Schlosser und Schmiede in der Lindenstraße bot sich für Hartmann erstmals die Möglichkeit, seine Sammlung zu präsentieren, danach wurde die „Heimatstube Alten“ in der heutigen Ganztagsschule Zoberberg eingerichtet. Nach weiteren fünf Jahren wurden Räume in der ehemaligen Kinderkombination im Schochplan zur Verfügung gestellt, die „Heimatstube“ umfasste nun vier Räume zur Geschichte Altens, der Junkerswerke, aber auch zur Entwicklung von Haushalts- und Medientechnik. Am 9. November 1999 verstarb Walter Hartmann trotz des hohen Alters überraschend mit 86 Jahren. Als Erbe übernahm Dierk Krabbenhöft nun die „Heimatstube Alten“ in seine Verantwortung und erweiterte diese ständig. Unterstützung fand er dabei bei Hartmanns langjährigem Mitstreiter Gerhard Hoffmann, dem er dafür und auch für sein bis heute anhaltendes Engagement zu großem Dank verpflichtet ist. Doch allein war die inzwischen zum Museum gereifte Ausstellung weder personell noch finanziell zu stemmen, sodass am 25.11.2004 der Förder- und Heimatverein Dessau-Alten e. V. unter dem Vorsitz von Dierk Krabbenhöft gegründet wurde, dessen Ziel nicht nur der Erhalt des Museums sondern auch die Wiederbelebung des Ortsteils Alten war und bis heute ist. Zwei Jahre später erfolgte ein weiterer Umzug und die nun offiziell als „Heimatmuseum Alten“ benannte Einrichtung wurde im Haus 4 des Städtischen Kinikums zunächst unter der Leitung von Gerhard Hoffmann wieder eröffnet. Heute blickt der Förder- und Heimatverein Dessau-Alten e. V. auf sehr erfolgreiche Jahre zurück und im Museum konnte seit der Wiedereröffnung bereits der 13.000. Besucher begrüßt werden. Der Erfolg gab Dierk Krabbenhöft Recht, der nie aufgegeben hat, das Erbe seines Stiefvaters zu pflegen und aus eigenen Kräften zu erweitern. Und so war es nur eine logische Konsequenz, Familiensammlung und Heimatmuseum irgendwann zusammenzuführen. Am 13. Dezember 2012 überschrieb die Familie Krabbenhöft das Erbe des „Vaters der Heimatstube“ vertraglich an den Förder- und Heimatverein e. V. . Viele Gründungsmitglieder des Vereins, die Walter Hartmann noch aus eigenem Wirken kannten, waren bei der feierlichen Übergabe anwesend und gedachten so einem Altener, der alles gab, um dem Heimatort das Ansehen zu erhalten, das er sich vor der Geschichte verdient hat. Dierk Krabbenhöft ist sich sicher, dass sein Stiefvater mit den Aktivitäten rund um das Heimatmuseum sehr einverstanden war, auch wenn durch seine starke Persönlichkeit und Willenskraft manche Entscheidung vielleicht andere Wege zum Ziel genommen hätte. Am 30.12.2012 hätte Walter Hartmann seinen 100. Geburtstag gefeiert. Seine Familie wird seiner im engsten Kreise an seinem Grab gedenken.
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1 Kommentar
Oliver Leiste aus Landsberg | 28.12.2012 | 15:01   Melden
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