Focus-Ranking erschreckt die Stadt

Gähnende Leere
 
nebenan auch
Dessau-Roßlau: Rathaus | Vor einigen Tagen schreckte die Meldung unsere Stadtoberen auf, dass der Focus in einem Wirtschaftsranking die Region Dessau-Roßlau auf den 402. Platz einordnete. Das Schlimme daran ist aber, es gab bloß 402 Plätze. Damit sieht der Focus Dessau-Roßlau als wirtschaftlich schwächste Region in Deutschland.
Diese Entscheidung verursachte Unverständnis in der Politik aber auch Widerspruch bei den Einwohnern.

Ein Widerspruch zu dieser Studie lautete, dass Dessau-Roßlau viele kulturelle Ereignisse biete und in einer wunderschönen Landschaft läge. Auch sind mit dem Wörlitzer Park und dem Bauhaus zwei Welterbestätten in der Region vorhanden.

Nun sieht jeder Bürger diese Dinge vielleicht anders. Ein gut bezahlter Beamter aus dem Bundesumweltamt wird sein Wohlfühlen in der Region anders definieren als ein Mensch, der sein Einkommen durch die Arbeitsagentur aufstocken lassen muss um zu überleben.

Wie würde ich das sehen?
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Region und damit das Wohlfühlen in dieser müsste sich doch auch in den vorhandenen Geschäften wiederspiegeln?
Ich habe mich ganz einfach auf mein Rad gesetzt und mal umgeschaut.

Meine erste Station war die Wagner-Passage in der Heidestaße. Vier von den ca. zwölf Läden in der Passage sind schon länger geschlossen. Nach überschäumender Wirtschaftskraft sieht das nicht aus. Kann aber an der Lage liegen.

2. Station ist das Einkaufcenter in Mildensee.
Hier fällt auf, dass es bei Bekleidung nur noch Billiganbieter gibt. Das war mal anders. In der oberen Etage hat der Kleintierhandel inzwischen auch aufgegeben, so dass man die Rolltreppe hinaufkommend nur noch Intersport Voswinkel sieht. Hier findet man ein kleines Schild, dass dieses Geschäft im August schließt. Dann stehen in der oberen Ladenzeile zwischen Mediamarkt und Kaufland alle Geschäfte leer. Wie war doch der Titel der Studie?

Jetzt aber schnell wieder in die Stadt.
Die nächste Station ist das Dessau-Center. Hier werden die leer stehenden Geschäfte als Schaufenster anderer Läden kaschiert. Man versucht zusätzlich Kunden anzulocken, in dem man kostenlose Parkzeit bietet.

Im Rathaus-Center, meiner letzten Station, sind die Zeiten längst vorbei, dass es neben Karstadt weitere hochwertige Mode für das gehobene Alter gab. Peek & Cloppenburg ging weg und Karstadt vermittelt mit seinem Angebot oftmals den Eindruck, dass diese Ware bereits einen Sommer- und Winterschlussverkauf in anderen Regionen Deutschlands überlebt hat.
Karstadt schließt nun 2016 mangels Umsatz. Aber vorher verlässt noch H&M diese Region. Nicht so schlimm, kann sich ein weiterer Telefonladen profilieren.

Ich könnte so weiter machen und das Leopold-Carre betrachten oder weiter nach Roßlau fahren. Hier sieht es im Umfeld des Bahnhofs nicht anders aus - viele leer stehende Geschäfte.

Mich stört das nicht. Wenn meine Frau Schuhe oder Bekleidung benötigt oder der Meinung ist, dass ich mal wieder etwas Neues bräuchte, fahren wir in den Westen der Republik und besuchen unsere Kinder.
Da kann es schon mal vorkommen, dass meine Frau gleich vier Paar Schuhe kauft. Ein T-Shirt oder ein Paar Socken fallen für mich dann am Ende auch noch ab.
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6 Kommentare
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Wolfgang Rust aus Dessau-Roßlau | 01.06.2015 | 21:46   Melden
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Jürgen Schindler aus Dessau-Roßlau | 01.06.2015 | 22:28   Melden
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Jürgen Schindler aus Dessau-Roßlau | 01.06.2015 | 22:39   Melden
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Wolfgang Rust aus Dessau-Roßlau | 02.06.2015 | 05:38   Melden
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Wolfgang Rust aus Dessau-Roßlau | 02.06.2015 | 21:35   Melden
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Janine Haubenreißer aus Streetz | 03.06.2015 | 13:28   Melden
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