Fritz Curschmann 1879 - 1961

Prof. Dr. Fritz Curschmann
 
Prof. Curschmann, rechts im Bild , etwas im Hintergrund, bei der Einweihung der Siedlung Steinfurth, 06.1935
Auch wenn inzwischen nur noch Kinder oder Enkel derjenigen leben, die als Arbeiter oder Angestellte und Siedler in Wolfen, Steinfurth und der Umgebubg vom Wirken Professor Dr. Fritz Curschmanns in Wolfen profitiert haben, sollte er meines Erachtens nicht vergessen werden.

Fritz Curschmann (* 8. Juni 1879 in Darmstadt; † 8. Februar 1961 in München) war ein deutscher Internist und Arbeitsmediziner.


Curschmann wurde als Sohn eines Gymnasialdirektors geboren. Er besuchte Gymnasien in Darmstadt und Friedberg und studierte im Anschluss Medizin an den Universitäten Gießen und Leipzig.
Während seines Studiums wurde er in Gießen 1897 Mitglied der Studentenverbindung Akademische Gesellschaft Das Kloster. Seine Promotion erfolgte 1901.
1908 trat er als Fabrikarzt in die Aktien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation in Wolfen ein. Später wurde er ebendort Leiter der Abteilung für sozialpolitische Angelegenheiten der Arbeiter und Angestellten und 1920 stellvertretendes Vorstandsmitglied der IG Farbenindustrie AG.
1938 wurde er wegen seines jüdischen Urgroßvaters David Oppert von der I.G. Farben als Sozialdirektor vorzeitig pensioniert.

Er war bis 1938 Mitglied verschiedener wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Verbände, so von 1909 bis 1933 Vorsitzender der ständigen Fabrikärzte-Konferenz der Chemischen Berufsgenossenschaft Deutschlands.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs ließ er sich in München als Facharzt für Innere Medizin nieder.

Beigesetzt wurde er auf dem Münchner Nordfriedhof.

Geehrt wurde Fritz Curschmann mit der Arthur-Weinberg-Medaille.
1952 wurde ihm das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.


Curschmann richtete Sprechstunden ein für die Belegschaften der Werke und für die Einwohner Wolfens und der angrenzenden Orte im damaligen Ledigenheim, das später Wohlfahrtsheim und Poliklinik genannt wurde. Auch die Umbauten der Gebäude wurden von ihm veranlasst. Seine Fürsorge galt vor allem der Arbeiterschaft und deren Familien (Tbc- Fürsorge). Curschmann engagierte sich beim Bau von betrieblichen Bade- und Duscheinrichtungen, beim Bau von Speisehäusern und Aufenthaltsräumen, setzte die kostenlose Abgabe von Milch und regelmäßige ärztliche Untersuchungen für die Beschäftigten durch. Er ließ Maßnahmen einleiten zum Bau von Entstaubungsanlagen und Belüftern in den Fabriken und konnte die Gesundheitsschäden bei den Menschen der Region allmählich auf ein erträgliches Maß herabsetzen. Er setzte den Bau eines Röntgeninstituts in Wolfen durch. 1912 ließ Curschmann in Wolfen ein Wöchnerinnenheim bauen. Er baute eine Mütterberatungs- und Schwesternstation auf. Mit ihm verbunden ist der Erwerb und Ausbau der Erholungs- und Kinderheime in Tambach-Dietharz 1919. Er war auch Antrieb für die Schaffung der Sport- und Kultureinrichtungen und des Familienwannenbades in Wolfen. Nicht zuletzt lag sein Engagement bei der Schaffung der Wohnsiedlungen für Arbeiter und Angestellte in Wolfen, Dessau und Leipzig. Unter seiner Leitung erfolgten die Umbauten des Wolfener Krankenhauses und der betrieblichen Ambulanzen.


Quellen: Wikipedia
"70 Jahre Siedlung Steinfurth", 2005 von mir herausgegeben
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2 Kommentare
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Roland Worch aus Aschersleben | 28.09.2015 | 17:11   Melden
9.020
Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 28.09.2015 | 17:40   Melden
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