Ist die Tagesmutti Dessaus Sparbüchse?

Heute tagte der Finanzausschuss der Stadt Dessau - Rosslau. Ein Tagesordnungspunkt war die Aktualisierung der Richtlinie in der Kindertagespflege.
Kurz zu den Hintergründen:

Mehrere Tagespflegepersonen habe sich zusammen geschlossen und einen Antrag auf Überprüfung der Geldleistung gestellt. Momentan bekommt eine Tagesmutter 2,40 Euro pro Kind und Betreuungsstunde. Das sind max. 480 Euro im Monat. Es dürfen max. 5 Kinder betreut werden.
Eine Tagesmutter arbeitet im Rahmen Ihrer Öffnungszeiten. In dieser Zeit ist sie nur für die Kinder da. Zu den 200h Arbeitsstunden im Monat kommen noch:
- Angebotsvorbereitung
- Qualitätsmanagement
- Kooperationsangelegenheiten
- unternehmerische Belange wie Buchhaltung
- Dokumentation
- Reinigungsarbeiten
- Werben von neuen Tageskindern u.s.w.
Dies wird nicht entlohnt.
Von diesem Geld müssen bezahlt werden:
die Räumlichkeiten
das Spielzeug
die Arbeitsmaterialien
die Desinfektionsmittel
die Urlaubs-und Krankheitsvertretung
Versicherungen
Ersatzbeschaffung ( auch ein Wasserkocher oder Bett geht kaputt)
Eine Tagespflegeperson ist eine Erzieherin, eine Kitaleiterin, Arbeitgeber und Unternehmer, Reinigungskraft.
In einer Beschlussvorlage vom Jugendamt wurde eine Erhöhung von insgesamt 0.56 Euro vorgeschlagen. Man hat sich Vergleichszahlen aus anderen Städten gesucht, die teilweise aus dem Jahr 2011 stammen.
In diesem Jahr lag der bundesdeutsche Durchschnitt schon bei 3,55 Euro pro Kind und Stunde.
Die Kinderbetreuung wird verramscht und alle sehen zu.
In anderen Städten wird wesentlich mehr bezahlt, aber Dessau möchte sich nur mit den vergleichen die weniger zahlen. Alle denken an den Haushalt, aber nicht an die Menschen, die sich um die Zukunft Dessaus- Ihre Kinder- kümmern.
Es ist noch mehr Geld da, denn ein Krippenplatz ist wesentlich teuer (laut Beschlussvorlage) und wo geht das gesparte Geld hin?
Auf Grund von Unstimmigkeiten in der Beschlussvorlage wurde der Beschluss vertagt.
Kämpft für eine leistungsgerechte Vergütung nicht nur in den Kindertagesstätten, sondern auch für eure Tagesmütter-und väter.

Ines Schaller-Henker
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mittdeldeutsche Zeitung | Erschienen am 15.05.2015
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