99 schönsten Plätze aus dem Kreis Mansfeld-Südharz - Der Eisleber Wiesenmarkt

Weit über die Stadt hinaus bekanntes Wahrzeichen des Wiesenmarktes
 
Eröffnungsspektakel auf dem Markt der Lutherstadt
Lutherstadt Eisleben: Wiesengelände |

Markttreiben mit langer Tradition




Jedes Jahr am dritten Wochenende im September ist die Stadt für das größte Volksfest Mitteldeutschlands bereit.


Der Eisleber Wiesenmarkt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.
Die „Wiese“ wurde zum ersten Mal im Jahre 1521 urkundlich durch Kaiser Karl V. erwähnt. Seine alljährliche Tradition begann als Vieh- und Ochsenmarkt. In Chroniken der Region ist zu lesen, dass alle Grafen den Ochsen- und Viehmarkt ausgeschrieben hatten. Alle, die den Markt besuchen, Viehe dahin bringen, verkaufen oder kaufen, würden ein Jahr lang mit ihren Viehe, Habe und Gütern frei sein, keinen Zoll, Geleite-, Städte- oder Marktgeld zu zahlen verpflichtet sein sollten.
Ein toller Anreiz, so denke ich, das Markttreiben zu bereichern. Schnell wurde so dieser Vieh- und Ochsenmarkt über die Grenzen Eislebens hinaus bekannt.
Den Leipzigern gefiel das gar nicht, denn sie fürchteten um ihre Messen und Märkte. So legten sie Beschwerde ein, so dass Herzog Georg von Sachsen seinen Untertanen unter Androhung höchster Strafe, einen Besuch in Eisleben zum Ochsenmarkt verbot.
Da verbotene Dinge besonders reizvoll erscheinen, entwickelte sich dieser Markt schnell zu einem kräftigen Event der damaligen Zeit.


Auch zu DDR-Zeiten war der Wiesenmarkt weit übe die Grenzen der Lutherstadt bekannt und zog die Besucher in Heerscharen an. Nicht zuletzt, weil insbesondre der Wiesenmarkt eine Möglichkeit bot, besondere, knappe Konsumgüter zu ergattern.
Leider stagnierte die Entwicklung zu dieser Zeit, weil viele attraktive Geschäfte nicht vorhanden waren.


Nach der Wende explodierte der Wiesenmarkt sprichwörtlich. An Fahrgeschäften mangelte es nun nicht mehr, selbst die mutigsten Besucher sollten auf ihre Kosten kommen.
Entlang der Lindenstraße, welche vom Stadtzentrum direkt zum Wiesengelände führt, boten Händler reizvolle Dinge an. Viele Menschen blieben beim Spektakel der Marktschreier stehen und kauften reichlich ein, bevor sie sich die kulinarischen Vielfältigkeit und die ideenreichen Fahrgeschäfte schmecken ließen.
Die Stadt reagierte, obwohl auch heute noch nicht alle Anfragen von Schaustellern befriedigt werden können und bauten in den 1990er Jahren komplett aus, sanierten es, so dass das Markttreiben nun bei Regen nicht mehr im Schlamm versinkt.
Am Freitag findet alljährlich die Übergabe des Marktrechtes an die Bürgermeisterin statt. Umrahmt wird dieses beschauliche Spektakel durch ein flottes Bühnenprogramm. Nach der feierlichen Eröffnung zieht ein bunter Umzug vom Markt bis hinunter zum Wiesengelände, wo dann der Festbieranstich durch die Bürgermeisterin höchst persönlich vorgenommen wird.


Bis zum Montag reißt der Besucherstrom nicht ab. Am Montag 22.0 Uhr findet der Markt durch ein gigantisches Höhenfeuerwerk seinen Abschluss.
Wer hier noch nicht genug hat, kann am folgenden Wochenende die Kleine Wiese besuchen. Dann wird besonders ein häufiger Blick in den Himmel belohnt, wenn sich die Ballonfahrer des ebenso traditionellen Thomapyrin-Cups durch die Lüfte hangeln, bevor sie nach Einbruch der Dunkelheit zum Ballonglühen einladen.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 10.06.2015
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4 Kommentare
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Katrin Koch aus Friedersdorf | 12.06.2015 | 15:40   Melden
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 12.06.2015 | 21:00   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 20.06.2015 | 12:04   Melden
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Jacqueline Koch aus Eisleben | 20.06.2015 | 13:10   Melden
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