Museen und Denkmale unserer geschichtsträchtigen Stadt luden zum Tag des offenen Denkmals ein

  Lutherstadt Eisleben: Marktplatz | Am heutigen Sonntag öffneten deutschlandweit die Museen und Denkmale unter dem Motto „Farbe“ für interessierte Besucher ihre Pforten.
So auch in der Lutherstadt Eisleben, welche davon zahlreiche Orte zu bieten hat. Der Veranstaltungsplan, aber auch das Thema ließen viel versprechen.
10.00 Uhr eröffnete die Bürgermeisterin der Stadt, Jutta Fischer, den Aktionstag vor geladenen Gästen aus der näheren Umgebung, aber auch aus Partnerstädten der Lutherstadt. Lediglich den Eisleber Bürgern schien dieser Termin ein wenig zu früh, denn es waren nur wenige gekommen.
Bereits in der Ansprache konnte der interessierte Zuhörer Hintergründe über unsere Heimatstadt erfahren, so über die farbliche Gestaltung rund um den Markt.
Gleich danach ging es hinüber zum Markt 55. Dort fand die feierliche Enthüllung einer neuen Gedenktafel zu Ehren Richard Wagners. Der Komponist hatte einige Zeit seines Lebens in diesem Haus gewohnt. Ein würdiger Anlass, den die Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit und Kultur des Stadtrates, Frau Ute Klopfleisch, in einer mit Anekdoten gespickten Rede, umrahmte. Burkhard Zemlin, welcher uns aus der Mitteldeutschen Zeitung, aber auch als Autor eines Stadtführers bekannt sein sollte, hatte diese Gedenktafel gestaltet.
In der Zwischenzeit war auf dem eher verschlafen wirkenden Marktplatz Bewegung zu bemerken. Das entging auch der Bürgermeisterin nicht. Sie nahm sofort Kontakt zur fröhlichen Reisegruppe aus Fernost auf.
Die geöffneten Tore der Denkmale standen bereit, einen Einblick in die Geschichte der Stadt mit seinen Söhnen zu bieten. Ein ganz besonderer Höhepunkt war in diesem Jahr der Besuch der Bohlenstube im Andreaskirchplatz 2.
Von außen lud ein Aufsteller in diese besondere Präsentation ein, denn sonst hätte Verwirrung entstehen können, ist in diesen Räumen sonst die Leitung der Friseur- und Kosmetik GmbH der Lutherstadt untergebracht.
Den Gegebenheiten aus dem 16. Jahrhundert entsprechend, musste der Besucher durch einen schmalen Flur, empor zu einer ebenso schmalen Wendeltreppe emporklettern. Dafür wurde der Besucher bereits am Eingang des Zimmers belohnt. Hier hatte die Malerin Michaela Horlbog Selbstportraits dekoriert. Es war einen zweiten Blick wert, um zu erkennen, dass es sich hier nicht um eine Fotografie handelte. Die Chefin der GmbH empfing die Gäste persönlich. Als erstes interessierte natürlich die bei Renovierungsarbeiten freigelegte Bohlenwand im Zimmer.
Bohlenstuben stellten in der Zeit des 16. Jahrhunderts immer die gute Stube des Hauses dar und waren ein Zeichen von Wohlstand. Die hier freigelegte Bohlenstube entstand wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Es sind profilierte Bohlen, die durch eingeschobene schwächere Bretter miteinander verbunden wurden. Ein Hingucker, welcher viele Jahre unter Putz lag und jetzt der Lutherstadt als Kulturgut zugeführt ist.
Im Raum hatte die Malerin Michaela Horlbog eigene Werke dekoriert, um diese dem Besucher zu zeigen. Jedes Besucherauge konnte Bilder in hoher Qualität, mit sehr viel Hingabe und Gefühl gestaltet, aufsaugen. Schön, zu erfahren, dass die Malerei in unserer Heimat solch schöne Dinge zu bieten hat.
Weiter erfuhr der Besucher, dass die Malerin, welche einst im Friseurbetrieb die Scheren rasseln ließ, in nächster Umgebung Malkurse und Seminare anbietet. Ebenso leistet sie einen Beitrag, die Jüngsten des Mansfelder Land an kreatives Gestalten heranzuführen.
Ab 13.00 Uhr hatten Interessenten die Möglichkeit, die Malerin selbst zu treffen.
Nach diesem Besuch war die Uhr weit vorangeschritten. In den Straßen der Stadt war Leben.
Ich denke, ein gelungener Tag für alle Wissensdurstigen!

Da sage nochmal jemand: „Bei uns gibt’s nüscht zu sehen!“
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