Die Baumhasser sind unter uns – Es könnten meine Nachbarn sein. Und ein Kommentar zum MZ-Artikel „MSH - Man(n) sucht Holz“

Sehr geehrte Damen und Herren,
Sehr geehrter Herr Hannjo Fritsche,

zuerst eine kurze Klarstellung:
Bei meiner Anmeldung auf der Plattform „mz-buergerreporter“ war mir ein Fehler bei der Auswahl meines Standortes unterlaufen. Daher wurde mein Beitrag unter Abberode einsortiert. Ich habe inzwischen meinen Standort korrigiert. Er lautet natürlich Eisleben.

Bevor ich eine Begebenheit zum eigentlichen Thema (siehe Überschrift) schildern möchte, will ich zum Artikel „MSH - Man(n) sucht Holz“ noch einen Kommentar von meiner Seite abgeben:

Doch zunächst vorab noch Folgendes:
Wie ich es vermutet hatte, gibt es außer Herrn Hannjo Fritsche und meiner Person so gut wie keine weiteren Interessenten für dieses Thema.
Wahrscheinlich fühlen sich einige Leute hinter den „formschön geschnittenen Hecken“ auch nach meinem ersten Artikel etwas „auf den Schlips getreten“, denn sie müssten sich ja an die eigene Nase fassen. Vielleicht setzt bei einigen von denen ja doch noch ein Denkprozess ein?

Jetzt mein Kommentar zum Artikel „MSH - Man(n) sucht Holz“:
Meine gestrige Trainingsrunde mit dem Fahrrad hatte ich so angelegt, dass ich mir mal den Kahlschlag an der Straße ansehen konnte, welche am Ortseingang Wormsleben (von Unterrissdorf kommend) links bergauf nach Höhnstedt führt.
Ich kann das Bild, was Herr Hannjo Fritsche beschrieben hat, nur bestätigen. Vieles ist abgeholzt und überall findet man die unaufgeräumten Scheiterhaufen mit den Resten von allem möglichen Unrat, der dort mit in Flammen aufgehen sollte: Glasscherben, Plastik, Getränkedosen, Drahtgeflechte von verbrannten Autoreifen usw. … an einer Stelle hat man sogar ein altes Fenster, was irgendwo in der Landschaft lag, mit auf eine Brandstelle gelegt aber wahrscheinlich zu spät, denn es sind nur die Glasscheiben zersplittert und der Rahmen blieb unverbrannt. – Schlimm, wie es dort aussieht.

Ich möchte also hiermit die Behörde, die für die Rodungen zuständig ist, darum bitten, dort weiter aufzuräumen, denn erst dann sind die von Ihnen ausgelösten Arbeiten ordnungsgemäß abgeschlossen! – Und bitte lernen Sie daraus für weitere Arbeiten in dieser Form an anderer Stelle!

Wer (welche Behörde, welcher Sachbearbeiter o.ä.) ist eigentlich tatsächlich zuständig. – Kann da jemand weiterhelfen?
Ich würde mich freuen, wenn die zuständigen Personen sich mal äußern würden!

Dazu gleich noch ein Hinweis, wo sie sich im positiven Sinne auch „austoben“ dürfen – der Kliebig-Grund bzw. das Kliebigbachtal! Es ist eines der schönsten Seitentäler des Mansfelder Grundes. Es verläuft vom Ortsübergang Kreisfeld/Hergisdorf ca. in westlicher Richtung, vorbei am „Kranichborn“ und der „Rehtrappe“ (kein Schreibfehler, ich meine nicht die Rosstrappe, denn die ist wo ganz anders).
Dieses Tal ist seit vielen Jahren total zugewachsen und für Wanderer und Radfahrer nur passierbar, wenn diese eine Motorsense dabei haben würden. Interessanter Weise verläuft genau durch dieses Tal der Europäische Fernwanderweg E11, den aber scheinbar niemand zu nutzen scheint. Wandertouristen gibt’s je bei uns leider auch nur sehr wenige.
Ich möchte also hiermit die zuständige Behörde darum bitten, im Kliebigbachtal etwas Wegepflege zu betreiben – aber bitte maßvoll!
Den Wanderern und Radfahrern reicht ein ca. 50cm breiter Pfad schon völlig aus. Alles Weitere würde den wildromantisch-verwunschenen Charakter des Tals vernichten. Die Radfahrer der Zwewwellewwerworschtbiker und die vielen zukünftigen Wanderer werden es ihnen danken, wenn sie dort SEHR BEHUTSAM vorgehen würden!

Noch was allgemeines:
Wann wollen WIR ALLE endlich damit anfangen, den jetzt notwendigen Umwelt- und Naturschutz als einen wichtigen und unverzichtbaren Bestandteil für das Überleben der nach uns kommenden Generationen zu begreifen?
Ich persönlich finde es ZUM KOTZEN, was wir Menschen in der Natur alles zurücklassen! Wir als Bürger eines hochentwickelten europäischen Landes sollten doch mit bestem Beispiel vorangehen, damit sich die anderen Länder von uns was abgucken können.
Wenn schon mal jemand in einem Land in Südeuropa oder in Nordafrika im Urlaub war und mal die frisch gestrichenen, perfekt künstlich angelegte Wohlfühllandschaften der Hotels verlassen hat und in das tatsächliche Leben der einheimischen Menschen dort eingedrungen ist, weiß er, wovon ich rede.


Doch nun zur wahren Geschichte, die sich vor ca. 1 Jahr vor meiner Haustür ereignet hat und die der Überschrift des Artikels gerecht wird:

Ich wohne in Eisleben in der Bergmannsallee 40 (ich habe kein Problem, hier meine Adresse bekannt zu geben, denn wenn jemand meinen Namen z.B. im Telefonbuch suchen würde, dann würde er auch diese Adresse finden).
Zwischen den angrenzenden Wohnblöcken befinden sich zahlreiche Bäume u.a. eine stattliche große Pappel.

Ende Februar letzten Jahres ging plötzlich eine Baumfällaktion los und wir – insbesondere meine damals 14-jährige Tochter - hatten Angst, dass die Pappel gefällt werden könnte. Meine Tochter hat daraufhin an einem Abend ein Plakat (Größe A3) gemalt, welches sie mit Freunden mittels Klebeband an der Pappel befestigt hat, damit es am nächsten Morgen die Arbeiter, welche mit der Fällaktion beschäftigt waren, hätten lesen können. Das erste dieser Plakate habe ich dann sogar noch im Dunkeln fotografiert (siehe beigefügtes Foto).
Am darauffolgenden Morgen war das Plakat kurioserweise zerstört, bevor die Arbeiter anwesend waren. Wer mag das wohl gewesen sein?

Meine Tochter ließ sich jedoch nicht beirren und hat am nächsten Abend ein neues Plakat gestaltet und dies wiederum an den Baum geklebt. Am darauffolgenden Morgen war das Plakat diesmal zwar noch vorhanden aber mit schwarzer Farbe übersprüht. – Schon sehr merkwürdig!

Da sagte sich unsere Tochter: „Jetzt erst recht, dann wird eben wieder ein neues Plakat gestaltet und angeklebt.“ Gesagt, getan. Ergebnis am nächsten Morgen: Plakat noch da aber wieder mit schwarzer Farbe unkenntlich gemacht.

Inzwischen hatten wir aber schon „gesiegt“, denn die Fällaktion war beendet und die Pappel blieb stehen. Meine Tochter hatte zwischenzeitlich auch telefonisch die Wohnungsbaugesellschaft gebeten, dafür zu sorgen, den Baum doch bitte stehen zu lassen. Sie bekam zur Antwort, dass der Baum, wenn er gesund ist, auch stehen bleibt.

Für uns blieb es jedoch nach wie vor im Dunkeln, wer für die Zerstörung der Plakate verantwortlich war. Meine Vermutung: Es kann nur einer unserer Mitbewohner oder Nachbarn gewesen sein, der ein hohes Interesse an der Fällung des Baumes hatte.

Aber es stellt sich uns die Frage: Welches Interesse ist das?
Auch dazu habe ich eine Vermutung: Es sind vielleicht - nennen wir sie mal - die „Luxusprobleme“ einiger Anwohner.

Also was für Nachteile hat so ein Baum:
Er wirft Schatten. Das kann aber im Hochsommer auch sehr positiv sein.
Er produziert einmal im Jahr Samen, die in geballter Ladung fast wie eine Schneedecke aussehen. Dieses Schauspiel gibt es aber nur EIN MAL IM JAHR und es dauert nur ca. 2 Wochen. Wen stört das? – Gut, vielleicht die Allergiker.
Und nicht zu vergessen: Im Herbst wirft er die Blätter ab, die dann umher wirbeln und die in der Nähe geparkten „Luxuskarossen“ verschmutzen. – Das ist schon ganz schön schlimm, was sich der Baum im Herbst erlaubt!
Aber die Bewohner müssen ja nicht mal das Laub selber wegmachen, denn das realisiert eine von der Wohnungsbaugesellschaft engagierte Firma – natürlich besonders lautstark mit benzinbetriebenen Gebläsen – sonst könnte man ja ins Schwitzen kommen oder zu langsam sein.

Haben wir das Recht, einen gesunden, stattlichen Baum, der uns ein paar kleine „Luxusprobleme“ beschert, genau deswegen einfach so zu fällen? – Ich persönlich denke, dass wir dieses Recht nicht haben! Fragt sich nur, wie die Meinung der anderen Mitmenschen dazu ist?

Wir haben uns diesbezüglich im vergangenen Jahr übrigens nochmals telefonisch mit der Wohnungsbaugesellschaft in Verbindung gesetzt und den dortigen Verantwortlichen klar gemacht, welchen Standpunkt wir zu diesem Baum vertreten und dass wir sehr froh sind, dass dieser Sauerstoffspender, Staub- und Lärmschlucker und Paradies für diverse Vögel genau vor unserem Fenster steht und dass wir es u.a. genau deswegen sehr attraktiv empfinden dort zu wohnen.

Kürzlich war wieder eine Baumfällaktion in unserer Siedlung. „Unsere“ Pappel blieb zum Glück stehen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Leischer
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W. Kohl aus Eisleben | 10.05.2014 | 16:48   Melden
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