Es ist angerichtet

Übergabe des Pergamentes zur Genehmigung eines Vieh- und Ochsenmarktes an den hohen Rat der Stadt
 
Marktfrau Regine heizt dem Publikum multimusikalisch ein
Lutherstadt Eisleben: Marktplatz | Freitag war es endlich so weit. Bereits 11.00 Uhr machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt, um nichts zu verpassen.
Vor dem Rathaus der Lutherstadt, praktisch in Luthers Rücken, waren Bierzeltgarnituren vor einer Bühne aufgebaut, welche schon gut gefüllt waren. Die Gulaschkanone, der Getränkeausschank und die Sonne taten den Rest.
Pünktlich 12.00 Uhr ging das mittelalterliche Spektakel los. Auf und neben der Bühne wurde den reichlich erschienenen Bürgern und Gästen der Stadt ein abwechslungsreiches Programm aus Musik, Tanz und Humor geboten. Die Dudelsackdarbietung von Spielmann Butzi rundete das mittelalterliche Treiben ab.
Die Marktfrau Regine eröffnete mit leichten Heimat- und Bierzeltliedern die Veranstaltung und lud so gleich von Beginn an zum Mitsingen ein, die Zeitungsfrau beglückte die Eisleber und ihre Gäste mit einer spitzzüngigen Zeitungsschau im Mansfelder Dialekt.
Während das Eisleber Tanzensemble zu Klängen des Jugendblasorchesters pfiffig die Hüften schwang, ging Bauchladenverkäufer Jost Naumann durch die Sitzreihen und verteilte Äpfel aus der Region als Nachtisch zur Erbsensuppe aus der Gulaschkanone der Volksküche.
Als Mathieu Pastell, Sänger der Band Atemlos die Bühne betrat, waren besonders die weiblichen Besucher vollends aus dem Häuschen. Viele von ihnen säumten den Bühnenrand und erschienen sehr textsicher. Wiesi, unser Maskottchen, rockte gemeinsam mit dem Star Act die Bühne und schwang zur Schlagermusik ordentlich die Hüften.
Dieses kurzweilige, amüsante Programm ließ die Zeit bis zum standesgemäßen Erscheinen des Herolds von Kaiser Karl V. hoch zu Ross in Windeseile verstreichen. Die Bürgermeisterin der Stadt handelte sodann die Bedingungen zum Markttreiben der nächsten Tage aus und versprach mit ausdrücklicher Stimme, das Fassbier mit 3 Schlägen zum Laufen zu bringen, was sie auch schaffte. Gesagt sei an dieser Stelle, dass der Bürgermeister von München am Samstag 4 Schläge benötigte, das Wiesenbier beim Oktoberfest zum Ergusse zu bewegen. Noch ein Grund mehr, die Eisleber Wiese zu favorisieren. Wir hier in Sachsen-Anhalt stehen doch früher auf!
Nach dieser Ankündigung stieg die Bürgermeisterin von der Empore und führte den bunten Wiesenumzug den Marktberg hinunter Richtung Wiesengelände an. Dahinter folgten geschichtliche Darbietungen vom Mittelalter bis hinein in die Neuzeit. Kamelle flog, Fettbemmen mit Gurke und natürlich Laugenbrezeln wurden unter das Volk gebracht, bis auch der letzte Umzugswagen den Marktberg verlassen hatte. Nun reihten sich die Besucher ein. Den Kindern war die Freude breit über die Gesichter geschrieben und auch die Erwachsenen konnten sich dessen nicht erwehren. In der Lindenstraße erwartete sie eine lange Einkaufsmeile mit Marktständen aller Art, auf dem Wiesengelände selbst einen Kilometer Versorgungsbuden und insgesamt 4 km Vergnügungsmarathon.
Ich schaute hier und da, konnte mir das traditionelle Bogenschießen nicht verkneifen und aß und trank ein wenig. Ansonsten amüsierte ich mich über die teils angstverzerrten Gesichter auf den Vergnügungsmaschinen.
Oh, es war schon spät am Abend, als ich den Heimweg antrat und erst hier merkte, dass mein Bett weit in die Nacht hinaus nach mir schrie.
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2 Kommentare
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 21.09.2014 | 20:31   Melden
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Dieter Gantz aus Querfurt | 21.09.2014 | 21:56   Melden
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