Kunterbuntes Treiben zur Kleinen Wiese/15. Thomapyrin-Ballon-Cup

 
Das Wiesenmaskottchen Wiesi ganz aus Stroh
Lutherstadt Eisleben: Wiesengelände | Seit Donnerstag wagte ich immer wieder einen Blick zum Himmel. Es war angekündigt, dass das Thomapyrin-Zeppelin bei guter Witterung am Himmel zu sehen sei. Als kleine Entschädigung sah ich jeweils einen Ballon.
Erblicken wir Ballone bei ihren Fahrten, ist es meist mit Gefühlen von Freiheit und Leichtigkeit verbunden. So geht es zumindest mir.
Eine Tradition zur Kleinen Wiese ist der Tomapyrin-Cup in der Lutherstadt Eisleben mit abendlichen Ballonglühen.
Der Wettergott hatte ganze Arbeit geleistet, die Veranstaltung stand unter einem guten Stern.
Als ich am Nachmittag auf dem Wiesengelände ankam, war ich beeindruckt. Die vom Vorwochenende verbliebenen Schausteller waren etwas zusammengerückt, benötigten dennoch fast das gesamte Areal. Auf einem Teil fand der Bauernmarkt statt. Hier hatten Anbieter aus der Region, ihre Stände aufgebaut und boten ihre Waren in großer Vielfalt an. Kinder nutzen die Bastelangebote rege und verwandelten Kartoffeln und kleine Kürbisse in wahrliche Kunstwerke. Für manche Familie bestimmt eine schöne Anregung für die Gestaltung kommender kalter Tage.
Die Schausteller wurden für das Besucherdesaster des Vorwochenendes, ausgelöst durch ständigen Platzregen, redlich entschädigt. Viele Eisleber und Gäste hatten den Weg zwischen die Schaustellergeschäfte gefunden und die Stimmung war super, auch wenn es manchmal nicht leicht war, den Weg durch die Menschenansammlungen zu finden.
Nach einer ersten „Inspektion“ des Angebotes machte ich mich auf den Weg zum nahegelegenen Startplatz der Ballone zur zweiten Ausfahrt. Bereits freitags fand der erste Start zum 15. Thomapyrin-Cup statt.
Auf einer Wiese nahe des Stadtsportplatzes hatten Löschzüge der Feuerwehr Aufstellung genommen, um im Ernstfall Hilfe zu leisten. 20 Ballonteams waren an den Start gegangen und hatten ordentlich zu tun, die opulenten Gefährte in die Startposition zu bringen. Es war für mich ein wahrer Augenschmaus zu sehen, wie die bunten Ballone an Volumen zunahmen, die Teams ordentlich zu tun hatten, die Körbe bis zum Start mit Seilen am Boden zu halten.
Nach und nach hoben die buntbedruckten Kugeln vom Erdboden ab, hinaus in die eigene Freiheit. Neben der bekannten Form gab es in diesem Jahr zwei neue Sonderformen zu bestaunen. Als erstes ging ein Bär der Firma Bärenmarke in den Himmel, ihm folgte eine 28 m hohe Matrjoschka.
Beim Start des letzten Ballons riefen neben mir stehende Zuschauer ein letztes Auf Wiedersehen in den Himmel. Direkt über uns winkten die Fahrgäste aus dem Korb. Die Stimmung da oben war super. Auf Nachfrage erzählte mir die Frau, dass ihre Schwägerin diese Ballonfahrt in der Zeitung gewonnen habe und gestern erst den Anruf erhielt. Weiter erzählte sie mir unter heftigen Emotionen, dass sie diesen Gewinn im Anschluss ordentlich feiern werden. Ich war mir sicher, dass es dafür auf dem Wiesenmarkt Gelegenheit gab, sei es in den zahlreichen Biergärten oder aber im Wernesgrüner Festzelt, wo nach dem Ballonglühen eine Sambanacht auf dem Programm stand.
Die Zeit bis zum Eintreffen der Ballonteams zum traditionellen Ballonglühen verging wie im Fluge. Ich erfüllte mir ein paar Genusswünsche und schaute dem regen Treiben auf den Karussells aus der Nähe zu.
Recht zeitig sicherte ich mir einen Platz am abgesperrten Bereich für das Ballonglühen. Zwischenzeitlich war die Dunkelheit über das Festgelände eingebrochen und die blinkend leuchtenden Fahrgeschäfte versprühten ein besonderes Flair.
Während die Ballonteams zum zweiten Mal am Veranstaltungstag die monströse Technik auspackten gab der Moderator den Gästen einen Einblick in die Geschichte der Ballonfahrt. Ich erfuhr, dass Flugobjekte immer dann fahren, wenn sie leichter als Luft sind, Flugzeuge, die schwerer als Luft sind, fliegen also. Einfaches Ding!
Ein Junge aus einem Team berichtete beherzt von seiner ersten Ausfahrt und der darauf folgenden Taufe mit dem Ansengen einer Haarsträhne bis hin zum Taufwasser in Form von Sekt, natürlich äußerlich!
Die Bürgermeisterin kam pünktlich, um in einer kurzen Ansprache das Wirken der Teams unter Schirmherrschaft des Herrn Seitz, welcher lange Jahre die Fäden der Organisation des Cups in den Händen hält, zu würdigen.
Danach ging es an das Füllen der Ballone. Zum Takt klassischer, aber auch moderner Musik, ließen die Ballonfachmänner und –frauen ihre Ballone eindrucksvoll in der Nacht erscheinen. Ich hatte das Gefühl, das restliche Wiesenmarkttreiben sei eingefroren.
Wieder einmal hatte ich nicht gemerkt, wie die Zeit verging und schlenderte danach noch einmal durch die nächtlichen Wiesenmarktreihen, hinaus in die Nacht.
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 28.09.2014 | 20:49   Melden
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 28.09.2014 | 22:08   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 01.10.2014 | 11:03   Melden
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