Meine kritischen und sicher unpopulären Gedanken zum Windpark Helfta

Ich will hier mal wieder ne Meinung verbreiten, die dem einen oder anderen etwas aufstoßen mag. Und genau so möchte ich sie verstanden wissen: Es soll aufstoßen (oder besser gesagt anstoßen) und vielleicht zum Nachdenken und Umdenken wachrütteln.

Ja - für das Aktionsbündnis gegen den Windpark steigt die Hoffnung, dass sich das Blatt jetzt zum „Guten“ wendet und der Windpark nicht gebaut wird. Der Milan freut sich, dass die vielen Propeller sein Umfeld nicht stören und die Helftaer freuen sich über den tollen Ausblick auf den freien Acker, der jetzt erhalten bleibt.

Wenn man die bisher leider noch nicht endgültig und abschließend beleuchteten Hintergründe mit dem im Zusammenhang stehenden möglichen Korruptionsskandal um Herrn Schatz mit in Betracht zieht, dann kann man sich eigentlich nur freuen, wenn der Windpark nicht realisiert wird.

Aber ich sage Euch, wenn wir den Blick mal in die Zukunft richten würden und uns mal ernsthaft Gedanken machen würden über die Energieversorgung für unsere Kinder und Enkel, dann müsste man den Windpark zusammen mit noch vielen, vielen weiteren Parks für die Nutzung von regenerativen Energiequellen trotzdem bauen – egal, welchen Abstand er zur nächsten Siedlung hat und egal, ob sich ein paar Milane davon gestört fühlen.

Um es vorweg zu nehmen:
Ich bin ein absoluter Naturfreund und setze mich bedingungslos für Umwelt- und Naturschutz ein! Und ich bin auch für die Einhaltung von Festlegungen - also z.B. für die Einhaltung des festgelegten Mindestabstandes eines solchen Windparks zur nächsten Siedlung.

Aber Fakt ist eines und wie sagt man so schön „da beißt die Maus keinen Faden ab“: Sonne und Wind sind die Energiequellen der Zukunft unserer Kinder und Enkel! Fossile Brennstoffe gehen zu Ende und werden nur noch ca. 30 Jahre verfügbar sein. Atomenergie wollen wir auch nicht, da diese zu unsicher ist. Was bleibt unseren Nachfahren also übrig, wenn sie das Licht nicht ausknipsen wollen? Sie werde diejenigen Wind- und Solarparks später bauen MÜSSEN, für die wir uns „zu fein“ waren, sie bereits jetzt zu bauen. Und sie werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wenig darum kümmern, dass sich an den Bärenlöchern ein paar Milane aufhalten, denn es geht um die Energiesicherheit ihrer Zukunft!

Meine Meinung: Die Milane mussten jetzt doch bloß herhalten, weil ein paar „bockige Mansfäller“, denen es angeblich um Maßhaltigkeit geht, diesen Windpark nicht wollten.
Ich behaupte mal ganz frech: Sonst schert sich von den Herrschaften „keine Sau“ um Artenschutz?! Aber hier kam ihnen der Milan gerade recht.

Ich bin mir sicher, wenn die Milan sprechen könnte, dann würden sie uns sagen: „Baut den Windpark genau hier, ich bin doch nicht blöd, ich ziehe ein paar hundert Meter weiter und baue einen neuen Horst und gut ist es.“

Dafür, dass der Windpark hier nicht gebaut wird, muss an anderer Stelle z.B. mehr Kohle abgebaut werden und genau dort wird dann vielleicht der Lebensraum der Milane zerstört. Parallel gehen wir das Risiko weiterer Grubenunglücke ein (eines war Anfang des Jahres fast vor unserer Haustür –schon vergessen?) und riskieren ein paar Unfälle mit Öltankern. Aber das stört ja die Damen und Herrn vom Aktionsbündnis im Moment nicht, denn das ist ja außerhalb von deren begrenzter Sichtweite!

Mit der Verhinderung dieses Windparks schafft das Aktionsbündnis meiner Meinung nach nur zwei Dinge: Erstens: Das Problem wird in eine andere Zeit und an einen anderen Ort verlagert. Zweitens: Das Ego der Damen und Herren des Aktionsbündnisses wächst.

Ich hoffe, dass vielleicht eines der Kinder oder Enkel dieser Leute des Aktionsbündnisses später ihren/seinen Vater/Opa kritisch fragt, weshalb man nicht schon jetzt (also heute in 2014) diesen Windpark gebaut hat, wo er doch eigentlich schon notwendig gewesen wäre.

Ob die jetzigen Gegenargumente (es gibt schon genug Windparks in Sachsen-Anhalt, die Milane sind in Gefahr, der Abstand zu Helfta ist zu gering) dann noch als gültig und richtig angesehen werden, wage ich stark zu bezweifeln!

Also werdet wach, denkt mal ein paar Schritte weiter und denk endlich mal zukunftsorientiert und nachhaltig (schönes Wort, jeder „quält“ es aber keiner setzt es um – Ursache: „Kurzsichtigkeit“)!

Und jetzt male ich es mal noch ein Bischen schwarz:
Der Investor verklagt den Landkreis auf 800.000€ Schadensersatz. Unser „Schätzchen“ hat vermutlich seine „Kohle“ sicher. Wenn der Investor tatsächlich klagt, bekommt er letztlich sein Geld von uns allen (Steuerzahler) und in ein paar Jahren, wenn wir denn endlich aufgewacht sind, bauen wir den Windpark trotzdem, da ja unser ungebremster Energiehunger nicht abnehmen wird und uns gar nix anderes übrig bleiben wird!

Was haben wir also langfristig gekonnt, wenn dieser Windpark jetzt nicht gebaut wird?

Irgendwie erinnert mich diese Klage des Investors an eine aktuelle Parallele – und hier beginne ich, die Dinge etwas miteinander zu vermischen aber ich tue es einfach mal vor allem in Hinsicht auf die bevor stehenden Europawahlen.
Ich vermute, viele werden es gar nicht wissen: Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat die Bundesregierung in Milliardenhöhe verklagt (ich glaube 3,7 Milliarden). Denn in Deutschland ist ja der Atomausstieg beschlossen worden – Vattenfall muss also seine gut laufenden alten Meiler bald abschalten und erwartet dadurch Verluste. Diese Verluste haben die cleveren Kaufleute von Vattenfall ordentlich hoch gerechnet (es geht also nicht um reale Verluste sonder es geht um vorab kalkulierte Verluste!!) und um diese Verlusthöhe wurde der deutsche Staat verklagt. – Ist das nicht Klasse?

Aber die letzte „Sensation“ (vorige Woche) war ja, dass die Energiekonzerne nicht mal ihre alten Meiler selber entsorgen wollen, denn das würde die armen Großkonzerne ja auch wieder Geld kosten. Also ist die deutsche Regierungen zu Verhandlungen bereit, um den Konzernen diese Kosten auch noch abzunehmen – Verrückt oder? Also spart mal fleißig, Euer Geld wird bald gebraucht!

Diese Möglichkeit, dass Großkonzerne ganze Staaten verklagen können, wenn sich abzeichnet, dass sich z.B. auf Grund einer geänderten Gesetzeslage die Gewinne schmälern könnten, ist leider aktuelles Recht. Schlimm, schlimm wie ich finde! Alles im Sinne der Superreichen, damit die noch reicher werden.

Und u.a. dieses Recht auf „Investorenklagen vor internationalen Schiedsgerichten“ soll im Rahmen des Freihandelsabkommens (TTIP) über das gerade unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wird, noch weiter gelockert werden im Sinne der (amerikanischen) Konzerne.

Es gibt daher im Moment einige Stimmen, die das geplante Freihandelsabkommens (TTIP) sehr kritisch betrachten.
Man sollte sich also bei den bevorstehenden Europawahlen genau überlegen, welche Partei man wählt. Es gibt leider nur wenige Parteien, die dieses Abkommen ebenfalls kritisch sehen.

Soweit meine Meinung.
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3 Kommentare
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Frank Schulze aus Eisleben | 26.05.2014 | 13:19   Melden
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Andreas Leischer aus Eisleben | 27.05.2014 | 21:59   Melden
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Helmut Scharmacher aus Eisleben | 31.05.2014 | 11:29   Melden
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