Der juckende Zeigefinger

  Rollsdorf: Bindersee |

Man muss schon sehr genau hinschauen!



Mit Argusaugen behielt ich schon Tage vor dem Wochenende meine Wetterapp im Auge und hoffte inständig, dass sie Recht behalten sollte, denn dann könnte ich einen kleinen Ausflug mit meiner Kamera planen. Einige interessante Ecken im Mansfelder Land hatte ich im Kopf. Das nasse Wetter der letzten Wochen verhagelte mir jedoch solche Unternehmungen. Entsprechend groß war mein Heißhunger auf den fantastischen Blick durch den Sucher.
Ich selbst bin ja nicht aus Zucker, jedoch liebe ich meine Ausrüstung so sehr, dass ich Fotoausflüge im Landregen eher vermeide.
Die Vorhersagen für Samstag verhießen ein Schönwetterloch für den späten Vormittag vermuten.
Ich fuhr in Richtung Seeburg. Der Süße See sollte jedoch heute nicht mein Ziel werden. Dieser trug gewaltige Schaumkronen, so dass ich doch für einen kleinen Schnappschuss anhielt. Ich hatte den Eindruck, ich stehe an der Ostsee.
Gleich hinter Seeburg, in der Ortslage Rollsdorf wartete mein heutiges Ziel, der Bindersee.
Der Bindersee mit seinen 400 mal 750 Metern Ausdehnung ist, gemeinsam mit dem sich anschließenden Kernersee, ein Überbleibsel der Trockenlegung des Salzigen Sees von 1892-1894. In ihn mündet die Salza, ehe sie ihren Weg gen Saale fortsetzt.
Eingebettet in die hügelige Landschaft des Mansfelder Harzvorlandes, mit Blick auf die legendären „Pyramiden“ des Bergbaues bietet der kleine See ein imposantes, beruhigendes Bild. Klar, die Bäume haben ihr grünes Kleid längst abgelegt und tief hängende Wolken fordern viel Fantasie, den Erholungswert zu erkennen.
Dennoch ist diese Gegend eine Reise wert. Nicht nur die Erholungsmöglichkeit direkt am Bindersee laden dazu ein, sondern das sich direkt daran anschließende nördlichste Weinanbaugebiet Saale-Unstrut bieten Möglichkeiten für Wanderungen durch die Weinberge der Gegend.
Für das leibliche Wohl ist ausreichend gesorgt. Direkt am Bindersee bietet eine Tischlerei mit anhängender Fischräucherei leckeren Fisch, auch zum sofortigen Verzehr, an. Gleich gegenüber stößt der Wanderer auf die Weinterrassen des Weingutes Born, um dort den sicher eher herben, jedoch klar schmeckenden Wein zu probieren und vielleicht noch einige Flaschen mitzunehmen.
Hinter dem Bindersee gelegen, stößt der Wanderer, wenn er Richtung Wansleben weiter wandert auf den auch von der B80 ausgeschilderten Fischerhof. Dort kann der Besucher ganz frisch zubereiteten Fisch erwerben und eine ausgedehnte Rast einlegen. Wer jetzt nicht der Fischfreund ist, kommt kurz vor der B80 auf seine Kosten, denn dort hat sich ein Bauernhof angesiedelt, der mit seinen Wildprodukten wirbt.
Auf meiner kurzen Tour wurde meine Begeisterung darüber, was die Menschen hier im Mansfelder Land so auf die Füße stellen, immer größer. Ich denke, ein gehöriger Beitrag, unsere Region attraktiv zu gestalten. Ich weiß genau, dass ich diese Tour wiederholen werde, wenn der April sein saftiges Grün in die Bäume geschickt hat und die Vögelgesänge in den Bäumen rings um den See zur Erholung einladen.
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7 Kommentare
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 11.01.2015 | 19:17   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 11.01.2015 | 19:27   Melden
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Martina I. Müller aus Halle (Saale) | 12.01.2015 | 08:52   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 12.01.2015 | 13:36   Melden
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Dieter Gantz aus Querfurt | 12.01.2015 | 18:24   Melden
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Heiko Scharf aus Bernburg (Saale) | 12.01.2015 | 23:40   Melden
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 21.01.2015 | 16:01   Melden
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