Die Zeit hat mich eingeholt

  Lutherstadt Eisleben: Wald |

Herrlicher Oktober und gedankenlose Mitmenschen


Die Zeit hat mich eingeholt! Häh? Wie geht das denn? Wie kann mich die Zeit einholen, wenn eine Minute immer 60 Sekunden hat? Es geht!
In der letzten Zeit bin ich langsamer gewesen, zumindest in meinem Empfinden und nun bin ich dort im Jahr angekommen, wo ich hingehöre. In der Realität.
So wird es vielen von uns gegangen sein. Und nun? Muss ich mich ärgern oder gar schämen?
Der Oktober neigt sich dem Ende. Ich will es immer noch nicht glauben. Viele schöne Tage mit sommerähnlichen Temperaturen verwöhnten uns.
Auch ich war oft draußen unterwegs, zog mit meiner Kamera durch den Wald oder schaute am See dem Tun der noch jugendlichen Schwäne zu.
Die Wanderungen durch die Natur trieben mir noch einmal zünftig Kraft in den Körper. Ich saugte die Farben des Herbstes auf und ließ die sehr warmen Strahlen auf meiner Haut ruhen.
Leider sehen nicht alle Mitmenschen die Natur als Geschenk. Ich wunderte mich doch sehr, als ich durch ein Wäldchen Richtung Sangerhausen strich, dass es recht vergessliche Zeitgenossen gibt. Zwischen all dem Grün erspähte ich Spuren von Tieren, die sich in unserer Heimat noch recht wohl fühlen müssen. Wie lange das noch so sein wird, mag ich nicht zu beurteilen, denn es erfüllte mich mit Zorn, dass es manche Menschen zwar schaffen, ihren Unrat ins Auto zu laden und vom sicher gut gepflegten Heim zu entfernen, jedoch auf der Fahrt durch die reizvolle Umgebung ganz vergessen zu haben, dass es auch in unserem Landkreis Annahmestellen für Müll gibt. So hielten diese Mitbürger einfach am Wegesrand ab und kippten die Ladung in die „Wohnung“ unserer Tiere.
Verwundert bin ich dann immer über Aussagen von Mitmenschen, die meinen, unsere Region sei sehr schmutzig. Von Geisterhand scheint der Müll ja nicht in den Wald gekommen zu sein. Ich möchte mal die Schmutzfinger sehen, wenn die Nachbarn kommen und den Hausmüll in ihrem Wohnzimmer abkippen.
So sitze ich am See und freue mich, wie die Schwäne sich auf die Nachtruhe vorbereiten, in der Gemeinschaft ihr Gefieder zupfen. Einfach Frieden, den ich zum geschenkt bekomme.
Daheim angekommen durchfährt es mich. Im Wetterbericht ist von sinkenden Temperaturen und Regen die Rede. Verdammte Axt! Ich hatte über den langen Spätsommer doch ganz vergessen, einen Termin für den Reifenwechsel zu machen. Gott sei Dank ging es nicht nur mir so. Ich erhielt einen schnellen Termin. Dann werde ich gleich noch die Einstellung der Scheinwerfer überprüfen lassen, um dann richtig auf die mir entgegenkommenden „Blender“ im Winter meckern zu können. Wenigstens habe ich den Frostschutz für die Scheibenwischanlage schon im Keller. Es wird also langsam Zeit, das Gefährt wintertauglich zu machen und bis zum Reifenwechsel besonders morgens ein wenig vorsichtiger zu fahren. Die bunte Blätterpracht segelt so langsam zu Boden und vermischt sich mit dem Regennass zu einer rutschigen Angelegenheit. Darauf habe ich überhaupt keine Lust!
Oh je, der Zahnarzt ist ja auch noch dran. Was ich so alles aufgeschoben hatte! Ach, daran war nur das schöne Wetter Schuld. Hier muss ich ein wenig länger warten, um einen Termin zu erhalten.
Jetzt klingelt auch noch das Handy. Wie gut, dass man überall erreichbar ist. Beim Telefonat erinnere ich mich, dass dieses Gerät einen Kalender hat.
Für das nächste Jahr werde ich mir die Termine, die ich so gern vor mir herschiebe, einfach einspeichern. Verdrängen nutzt ja nichts. Die Zeit holt uns doch ein! Ich habe halt in solchen Dingen ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe. Aber ich werde mich weder schämen noch ärgern, nein, ich bin dankbar über die vielen schönen Eindrücke in diesem wahrlich goldenen Oktober.
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3 Kommentare
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Martina I. Müller aus Halle (Saale) | 23.10.2014 | 14:56   Melden
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Jacqueline Koch aus Eisleben | 23.10.2014 | 14:58   Melden
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Annette Funke aus Halle (Saale) | 23.10.2014 | 15:28   Melden
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