Mord und Todschlag auf einer Burg im Harz an der Straße der Romanik - ein angesehener Mann der Öffentlichkeit wird von seinem Nachbarn mit der Axt erschlagen!

... die Burg Falkenstein unser Ziel - gesehen vom Süd-Osten her ...
 
... zur Burg Falkenstein mit der "kleinen Harzbahn" ...
Falkenstein/Harz: Burg Falkenstein |

Wer wurde auf einer Burg im Harz aus niederen wohl aus politischen Gründen ermordet?

Die Entstehung der hochmittelalterlichen Burg Falkenstein verdankt sie nach einer Sage. Nämlich 1080 wurde der Graf Adalbert II. von Ballenstedt von seinem Nachbarn Egeno II. von Konradsburg in einem erbitterten Streitfall mit der Axt erschlagen, worauf der Stammsitz des Mörders in ein Kloster verwandelt werden sollte. Also die Burg Konradsburg wurde in ein Kloster verwandelt.
Der Sohn des Mörders ließ daraufhin die Burg Falkenstein errichten.

Wo findet man die Burg und das Museum Falkenstein?

Die Burg findet man über die B185 bis Falkenstein/Harz, dann der L230 folgend bis Meisdorf und bis zum Parkplatz Gartenhaus.
Der Fußweg zur Burg ist 2,5 km lang. Es fahren mit Pferde bespannte Wagen und ein kleiner Zug vom Parkplatz zur Burg (siehe Bild).
Von Ballenstedt kommend über die L75 erreicht man die L230 oder wandert 3,5 km an der Jugendherberge Falkenstein entlang und erreicht über das Selketal mit einem kleinen Aufstieg die Burg und das Museum Falkenstein.

Wie alt ist die Burg und wer erbaute sie?

Nach Plänen und Untersuchungen wurde die Burg zwischen den Jahren 1120 und 1180 errichtet. Der Erbauer könnte Burchard von Konradsburg gewesen sein, der Sohn des mordenden Egeno II. Da die Burg Konradsburg in ein Kloster verwandelt wurde, suchten die Konradsburger eine neue Bleibe und erbauten eine neue Burg, die später den Namen "Burg Falkenstein" bekam. Zwischen der Konradsburg und Burg Falkenstein existiert heute noch ein Feldweg mit ca. 8 km Länge.

Hatte die Burg berühmte Gäste beherbergt?

Eike von Repgow auch Repkow aus Reppichau (liegt zwischen Dessau und Köthen) stammend (Repgow lebte zwischen 1180 – 1233) war der Verfasser des Sachsenspiegels und prägend für die deutsche Rechtsgeschichte. Im Sachsenspiegel erkennt man Regeln der Grammatik, die auf den Besuch einer Klosterschule schließen.
Eine besondere Freundschaft verband ihn mit Graf Hoyer von Falkenstein, der zugleich Stiftsvogt von Quedlinburg und vermutlich Lehnherr von Eike von Repgow war. Dieser hatte maßgeblichen Einfluss auf die Verbreitung des „Sachsenspiegels“.
Repgow hatte Kenntnisse vom kanonischen Recht (Recht der Katholisch-Römischen und der Ostkirchen) und des römischen Rechts (Recht welches zunächst in der Antike und in Rom angewendet wurde).
Es wurde damals nach mündlicher Überlieferung Recht gesprochen und Repgow war ein sehr gereister Mann im Mittelalter und verfasste in seinem Sachsenspiegel die Rechtsprechungen der damaligen Zeit. Auf der Burg war er vermutlich 1219. Es gibt auch keinen Beleg dafür, dass Eike von Repgow den Sassenspiegel (Sachsenspiegel) ursprünglich lateinisch verfasst hatte. Auf Bitten des Grafen Hoyer von Falkenstein schrieb er ihn auf niederdeutsch.
Das Werk umfasst im wesentlichen die Bereiche Landrecht und Lehnrecht.

Wer waren die weiteren Besitzer der Burg Falkenstein?

Im Jahre1437 gelangte die Burg als Lehen des Bistums Halberstadt an das Adelsgeschlecht derer von Asseburg. In deren Besitz die Burg bis zur Enteignung nach dem 2. Weltkrieg blieb.
Im Dreißigjährigen Krieg war sie 4 Monate 1642/43 von schwedischer Besatzung belegt. Glücklicher Weise blieb die Burg den vielen Jahren vor Zerstörung, Brand und Vernichtung bewahrt.

Die Burg Falkenstein mit dem Museum und der Falknerei gehört heute zu den beliebtesten Ausflugzielen im Harz und ist ein weiteres Kleinod an der Straße der Romanik.

Seit 2006 findet alljährlich auf der Burg im Sommer ein „Minneturnier“ in Tradition eines mittelalterlichen Sängerwettstreits statt, bei dem bekannte Sänger aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien zu hören sind.

Die Bilddokumentation entstand am 08.03.2014.

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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 20.03.2014 | 07:43   Melden
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Ellen Röder aus Alsleben (Saale) | 20.03.2014 | 08:48   Melden
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Hildegard Stelzig aus Sangerhausen | 20.03.2014 | 11:17   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 20.03.2014 | 11:29   Melden
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Dr. Lothar Jahn aus Falkenstein/Harz | 21.03.2014 | 08:22   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 23.03.2014 | 13:13   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 23.03.2014 | 14:21   Melden
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