Wie war der Workshop des Chores der Walzwerker e.V. Hettstedt am vergangenen Wochenende?

Wann? 31.01.2015

Wo? Heimvolkshochschule Alterode, Einestraße 13, 06543 Alterode DE
Michael Seemann, künstlerischer Leiter des Chores der Walzwerker e.V. Hettstedt
 
Tenor und Sopran
Alterode: Heimvolkshochschule Alterode | Am 31.01 und am 01.02.2015 probte der Chor der Walzwerker e.V. in der Heimvolkshochschule in Alterode, Ortsteil von Stadt Arnstein.
Endlich, nach etwa 25 Jahren Pause, ging der große Wunsch vieler Chormitglieder in Erfüllung, an einem Wochenende einen Workshop zu ermöglichen.
Acht Stunden Arbeit an eineinhalb Tagen, war ein gutes Maß, die Stimmen zu schulen, ein Lied aus dem derzeitigen Repertoire aufzupolieren, ein neu gelerntes zu festigen und zwei weitere Lieder einzustudieren.
Eins dieser beiden neuen Lieder „Tanzen und Springen“ von Hans Leo Haßler
1601 komponiert, hat einen fünfstimmigen Satz. Jeder, der sich für Chorgesang interessiert, kennt es und kann einige Worte mitsingen. Neben der bekannten ersten Stimme, dem Sopran, müssen nun vier weitere Stimmen dazu gelernt werden. Wie soll das funktionieren? Das geht doch sicher völlig durcheinander. Einige üben, der Rest unterhält und amüsiert sich.
So kam es aber nicht.

Wir haben zu einem Trick gegriffen. Männer- und Frauenstimmen wurden getrennt. Die Männer probten zunächst in einem weiteren Raum unter der Leitung von Bodo Tempel, den sicher noch viele aus ihrer Schulzeit kennen. Er war ehemals Musiklehrer am Hettstedter Gymnasium.
Wir Frauen brauchten neben dem Sopran und Alt noch eine dazwischen liegende Stimme. Deshalb trat jede Stimmgruppe einige Sängerinnen ab, die nun den Mezzosopran übernahmen. Die Sopranstimme war schnell gefestigt, die beiden anderen Stimmen brauchten eine ganze Zeit, um die etwas ungewohnten Tonfolgen genau zu treffen und zu behalten.
Michael Seemann, unser musikalischer Leiter, den im Mansfelder Land alle Musik liebenden Menschen kennen, ist ein Meister seines Faches. Weder bekamen wir Knoten in die Stimmbänder, noch verwirrten sich die Zeilen. Beim allmählichen Zusammensetzen der Worte und Noten und der vielen “fa-la-la“, wurde der Zusammenklang immer harmonischer.

Worauf man als Chorsänger wartet und was man später auch immer im Konzert anstrebt, ist ein Klangerlebnis, das man nicht nur hört, sondern von dem man regelrecht ergriffen ist. Und das passierte, wie auch sonst oft in der Probe, diesmal bei „O Täler weit, o Höhen“ von Mendelssohn- Bartholdy, den wir besonders mögen.
Das Lied war etwa vor zwanzig Jahren zum letzten Mal vom Chor gesungen worden. Die Älteren erinnerten sich schnell wieder, die Neuen mussten es gänzlich von vorn lernen.
Wenn man sichere Sänger neben sich hat, lernt man natürlich recht schnell. So konnten wir nach recht kurzer Zeit schon längere Abschnitte des Liedes mit Ausdruck gestalten. Als eine Sängerin nach einer solchen schönen Liedzeile ein: Huch, was war denn das jetzt für ein Gefühl in sich spürte, lächelte Michael Seemann und meinte in den Chor gerichtet:“ Ja,--- da kann so manchem das Wasser in die Augen steigen“. Stimmt, diese Stelle war uns gelungen. So hatten es alle angestrebt, so musste es klingen, so musste es ausgestrahlt werden.

Am Abend fanden sich die eher Ruhigen im Speiseraum und die Lebhaften in der Bibliothek ein, um einige Stunden abzuspannen, alte Geschichten zu erzählen oder Lieder aus der Schulzeit, dem Schulchor und dem Kinderferienlager zu singen. Übernachtet wurde im Hause.

Am Sonntag waren die letzten drei Probenstunden angesetzt. Die drei Frauenstimmen und die zwei Männerstimmen mussten zusammengeführt werden. Das geschah mit einer sogenannten Chaos- Probe: “Mal sehen, was hängen geblieben ist,“ hieß es.
Eine Zeile gut zu singen geht noch, dann wird es meist schräg, und schließlich muss man doch lachen, weil kaum noch etwas an Gesang erinnert. Aber Michael Seemann war wie immer guten Mutes: “Lasst mal, das war alles richtig.“ Stimme aus dem Chor: “ Nur jeder in einer anderen falschen Tonart.“ Erneut mussten sich alle ausschütten vor Lachen.
Innerhalb der angesetzten Zeit gelang es jedoch unserem Dirigenten, den Gesang zu einem harmonischen Klang zu führen.

Schließlich nahte das Ende des schönen Wochenendes. Alle waren sich einig, es hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt: Michael Seemann war zufrieden: “Für dieses Ergebnis hätten wir sonst einige Wochen gebraucht.“ Wir waren glücklich, so viel gelernt und so intensiv gesungen zu haben.

Unsere Chorhomepage: www,chor-hettstedt.de, Proben: Jeden Mittwoch, 19.00 Uhr, im Altenheim Schubertstraße,06333 Hettstedt.

Herrn Dr. Matzel und seinem Team danken wir sehr herzlich! Wir haben uns wohlgefühlt, und sind liebevoll umsorgt worden.

Die Heimvolkshochschule in Alterode nimmt jeden auf, der sich oder seine Gruppe in irgendeiner Form weiterbilden möchte.
Anfang Februar wird dort eine Ausstellung wunderschöner Patchwork- Arbeiten eröffnet. Einige der schönsten Teppiche sind jetzt schon und auf unseren Fotos zu sehen.
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1 Kommentar
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J. Scharf aus Hettstedt | 02.02.2015 | 23:54   Melden
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