Todesmärsche - ein schlimmes Kapitel deutscher Geschichte

Mahn- und Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe bei Gardelegen
Gardelegen: Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe | Mit der Mahntafel in Neustadt/Harz über die Todesmärsche aus dem KZ Mittellager-Dora und seiner Außenlager im April 1945 wurde ich erneut an das Massaker in der Isenschnibber Feldscheune bei Gardelegen erinnert.

Heute befindet sich am historischen Tatort des Massakers von Gardelegen eine Mahn- und Gedenkstätte. Sie erinnert an die 1016 KZ-Häftlinge aus vielen europäischen Ländern, die dort am 13. April 1945 in einer Feldscheune unweit der Hansestadt Gardelegen ermordet wurden. Zum Gelände gehört auch der Ehrenfriedhof, auf dem alle Opfer des Massakers beigesetzt wurden.
Auf dem Gelände entsteht in den kommenden Jahren ein Besucher- und Dokumentationszentrum
Für das geplante Besucherzentrum war zunächst kein Geld vorgesehen. Aber nun sollen im Haushalt 2017/18 doch knapp drei Millionen Euro fließen.

„Für die KZ-Häftlinge waren es Todesmärsche, erklärt der Historiker Andreas Froese-Karow, er leitet die Gedenkstätte in Isenschnibbe: "Sie kamen hier diesen Weg, über die alte Straße, wurden hier in die Scheune gezwungen. Die Scheune wurde abgeschlossen, verriegelt, umstellt und von außen in Brand gesteckt. Das war ein Massenverbrechen, das gezielt geplant war. Das Stroh wurde vorab mit Benzin übergossen. Und es ist ein Massaker, das ging die ganze Nacht." Davon zeugt heute nur noch eine Wand der Feldscheune, die aus den übriggebliebenen Steinen wieder aufgebaut wurde.

Nur einen Tag nach dem Massaker erreichten die amerikanischen Alliierten Gardelegen. Sie fanden die Ermordeten und bestimmten, dass die Einwohner Gardelegens die Leichen bargen und auf dem Ehrenfriedhof beerdigten. Aus diesen Tagen gibt es Fotos und sogar Filme. Aber zurzeit stehen nur einzelne Infotafeln auf dem Gelände.“

Darüber informierte Vera Wolfskämpf am 21.02.2017 auf MDR AKTUELL
Gedenkstätte Isenschnibbe

Am späten Nachmittag des 25.09.2017 nach einer wunderschönen Heidewanderung haben wir auf den Hinweis hin, ++das sollte man gesehen haben++ tief beeindruckt und erschüttert diesen Ehrenfriedhof besucht.
Nur an wenigen der 1016 Gräber steht ein Namen, und vor noch wenigeren stand ein Grabschmuck…
Ich hatte bislang nicht darüber berichtet, weil ich dazu absolut nicht sagen könnte „Gefällt mir“!
0
 auf anderen WebseitenSendenMelden
6 Kommentare
13.771
Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 08.11.2017 | 18:06   Melden
17.028
Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 08.11.2017 | 18:58   Melden
15.474
Peter Pannicke aus Wittenberg | 08.11.2017 | 23:30   Melden
240
Christa Mecke aus Thale | 09.11.2017 | 09:45   Melden
5.416
Wolfgang Erler aus Sandersdorf-Brehna | 09.11.2017 | 10:19   Melden
4.157
Waltraud Eilers aus Naumburg (Saale) | 11.11.2017 | 11:05   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.