Historische (Gartenträume) Parks der Altmark – (B) Hansestadt Gardelegen

Und hier beschütze ich die Wallanlagen und die Altstadt von Gardeleben
 
DIE MAGISCHEN SIEBEN Hansestädte der Altmark (Foto: http://www.razyboard.com/system/morethread-grenzen-der-altmark-delegatic-1336581-3288968-0.html)
Gardelegen: Tourist-Information |

Wer hat es gewusst?

Seit dem 1. Januar 2011 ist Gargelegen die drittgrößte Stadt Deutschlands! Zumindest der Fläche nach ist sie doppelt so groß wie München…
Soviel wollen wir aber nicht Laufen; ich lade ein zu einem kurzen Mittagsrundgang
durch die Wallanlagen und die historische Altstadt von Gardelegen.

Die Wallanlagen Gardelegen

sind die besterhaltenen und vollständigsten Anlagen ihrer Art in Sachsen-Anhalt. Bereits um 1300 wurde das kleine Ackerbürgerstädtchen Gardelegen, später Hansestadt, befestigt. Im 16. Jahrhundert begann man die Stadtmauer zum Schutz der durch das Brauen und den Export des "Garley"-Biers reich gewordenen Stadt zu verstärken: Mächtige repräsentative Vortore, das Salzwedeler, Magdeburger und Stendaler Tor, wurden gebaut, Wälle und Gräben angelegt und ein Schleusensystem zur Wasserregulierung des Wallgrabens eingerichtet. Es wurde bei Gefahr geschlossen und schuf eine bis zu 300 m breite Überflutungsfläche.
Die heute vorhandenen Wallanlagen entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts aus den Trümmern der ehemaligen Stadtbefestigung.

Wir starteten auf einem Parkplatz in Nähe des Stendaler Tores. Doch bis auf die Reste der einstigen Bastion ist nichts mehr zu sehen.

Eigentlich hatten wir uns etwas mehr versprochen von den von 2003 bis 2007 denkmalgerecht sanierten und ins landesweite Gartenträume-Netzwerk aufgenommenen Wallanlagen.
Ein gemütlicher Spaziergang auf den grünen Ring um die Altstadt, mit reizvollen Blicken auf die historischen Gebäude der Stadt und den Stadtgraben und gelegentliche Stadtmauerreste.
So bogen wir am einzigen gut erhaltene Stadttor, dem Salzwedeler Tor in die Altstadt ein.
Es wurde im 16. Jahrhundert erbaut und war bedeutender Teil der Stadtbefestigungsanlage. Die beiden mächtigen Batterietürme, die dem Tor vorangestellt sind, haben einen Durchmesser von 9 und 18 Metern.

Weiter ging es vorbei an der St. Nicolai Kirche Sie ist/war eine der schönsten alten norddeutschen Backstein-kirchen. Ursprünglich war sie eine romanische Basilika. Um 1300 wurde sie gotisch überbaut und Anfang des 16. Jahrhunderts mit weiteren Anbauten versehen.
Am 15. März 1945 wurde die Nikolaikirche bei einem Bombenangriff schwer beschädigt.
Am Turm kann man noch gut erkennen, wo das Kirchenschiff einmal endete.

Weiter schlenderten wir zum 1241 in einer Urkunde als Kauf- und Schauhaus erstmals erwähnten Rathaus. Sehenswert besonders die schöngegliederte spätgotische Backsteinfassade und die die Arkaden mit Sterngewölbe an der Südseite.

Und hier steht er nun stolz und kühn, der Roland von Gardelegen, als Symbol für Gerechtigkeit, Bürgerstolz und Leistungskraft von Handwerkern und Kaufleuten.
Mehrfach beschädigt, und am 7.November 1727 endgültig zusammengebrochen wurde er am 18. April 2002 – nach genau 275 Jahren –wieder aufgestellt.
Eine beispielhafte Spendenaktion, initiiert vom gemeinnützigen Förderverein des Handwerks des Altmark-kreises Salzwedel e. V. hat das möglich gemacht.

Machen wir abschließend noch einen kurzen Abstecher zum Ort Kloster Neuendorf. Das hier um 1200 ge-gründete und 1232 erstmals erwähnte Zisterzienser-Nonnenkloster gehörte einst zu den reichsten Frauen-klöstern der Altmark
Schönster und wertvollster Schmuck des Kirchleins sind die auch kunstgeschichtlich bedeutsamen 8 Buntglasfenster, die bis 1330-1360 zurückreichen. Sehenswert sind darüber hinaus einige gut erhaltene Bürgerbauten aus längst vergangener Zeit, so das Gutshaus und das Königshaus von 1745.
Quellen: Sehesnwürdigkeiten von Gardeleben
https://www.gardelegen.de/kultur/sehenswuerdigkeit...

Ursprünglich wollte ich noch zum Gut Zichtau mit einem großen Landschaftspark an, der auch überregional Beachtung. Stattdessen wanderten wir noch am späten Nachmittag ein Stück auf dem Heideweg unterhalb der Kellerberge östlich von Gardelegen.
Danach führte uns der Heideweg noch zur bedrückenden „Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe“. Gardelegen. In dieser Scheune wurden am 13. April 1945 etwa 1.000 KZ-Häftlinge bestialisch verbrannt bzw. erschossen; einen Tag bevor die Stadt von der US-Armee eingenommen wurde. Kein passendes Thema zu diesem Artikel und dem Freitag, den 13.
1
8
Diesen Mitgliedern gefällt das:
 auf anderen WebseitenSendenMelden
3 Kommentare
5.294
Christine Schwarzer aus Dessau-Roßlau | 13.10.2017 | 16:54   Melden
13.771
Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 13.10.2017 | 18:22   Melden
1.080
Christa Beau aus Halle (Saale) | 13.10.2017 | 19:30   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.