900 Jahre Schlacht bei Welfesholz

Ja so warns die Rittersleut
Gerbstedt: Welfesholz | 900 Jahre ist es her. Auf dem Weg zum vorher bestimmten Schlachtfeld kreuzen sich am 10. Februar 1115 die Wege von Wiprecht von Groitzsch, einem Gegner des Kaisers Heinrich V., und Graf Hoyer von Mansfeld, dem Feldherrn des Kaisers, bei Welfesholz.

Wiprecht von Groitzsch kommt vom Mittellauf der Saale bis auf die Hochebene bei Welfesholz um an der Schlacht teilzunehmen.
Hoyer von Mansfeld hat es da offensichtlich nicht so weit.
Es kommt am 10. Februar 1115 am Welfesholz zum Gemetzel zwischen den Kontrahenten. Hoyer von Mansfeld stirbt im Zweikampf.

Diese Schlacht bei Welfesholz ist eine der Schlachten ohne Schlachtfeld, denn bis heute ist es nicht gelungen, hier etwas zu finden. Wird man wohl auch nicht, denn liest man in der Literatur nach, war die Schlacht für den 11. Februar 1115 festgelegt. Was man aber übersieht, Graf Hoyer von Mansfeld starb schon am Tag vorher im Zweikampf gegen seinen Widersacher Wiprecht von Groitzsch.

Wie muss man sich so ein „Großereignis Schlacht“ überhaupt vorstellen?
Zuerst wird von Abgesandten beider Parteien das Schlachtfeld festgelegt und nach einem Blick auf die Sterne der Termin bestimmt.
Dann werden die Parteigänger beider Seiten benachrichtigt und das dauerte zu dieser Zeit eine Weile (nix Handy ==> reitender Bote). Zum vereinbarten Termin ziehen die Ritter mit ihrem Gefolge in das jeweilige Lager ihrer Partei am Schlachtfeld. Und dann geht es los.

Als der Kaiser vom Tod seines Feldherrn erfährt, verlässt er das schon bezogene Lager und gibt somit die noch gar nicht begonnene Schlacht verloren. Damit erhält sie den Namen des Ortes, an dem die Entscheidung stattfand.

Wenn sich aber die Wege der beiden Widersacher hier kreuzten, müsste das geplante Schlachtfeld weiter nördlich gelegen haben. Die Lager dürften schon abgesteckt und auch mit Graben und Wall gesichert gewesen sein. Dazwischen dürfte das geplante Schlachtfeld in einer Senke/Ebene gelegen haben.

Was bleibt sind die Folgen. Der Kaiser verliert und die Zentralgewalt wird geschwächt. Eine Folge ist die Kleinstaaterei auf dem deutschen Gebiet, die eigentlich erst 1871 endet, obwohl, betrachtet man unser Bildungswesen, haben wir sie immer noch oder seit 1990 wieder.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mittdeldeutsche Zeitung | Erschienen am 07.05.2015
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 22.05.2015 | 22:10   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 25.05.2015 | 21:37   Melden
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Jürgen Schindler aus Dessau-Roßlau | 25.05.2015 | 22:20   Melden
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