Gerbstedt und seine Barfüsser (barfüssiger spaziergang durch Gerbstedt)

mein Gast Ulrich C., der im Großraum Berlin/Brandenburg geführte Barfusswanderungen organisiert, neben dem barfüssigen Bergmann
 
Burg Falkenstein (Bayern) - Miniatur
Gerbstedt: Stadtgebiet | So arg viele Barfüßer sind mir hier leider nicht bekannt, zumal die Wege in Gerbstedt auch gelegentlich etwas anspruchsvoll sind. Deswegen meinte ich, dass es nicht schaden könnte mit Verstärkung durch die schmalen Gassen zu spazieren.

Am vergangenen Wochenende bot sich für Interessierte die Gelegenheit, mal selbst zu schauen wo die Saalenixe haust. Unter dem Namen Saalenixe kennen mich vor allem die zahlreichen Freunde der barfüssigen Fortberwegung.

Wir waren letztlich eine sehr kleine Gruppe, doch immerhin vier Paar blanke Sohlen. Zugegeben, zwei Paar davon hatten ganz schön viel Haare an den Zehen ;-) – die gehörten meinem Allzeitbarfüsser - seines Zeichens ein reinrassiger Bernersennenmischling in den besten Jahren.

Los ging es am vergangenen Donnerstag von meiner bescheidenen Behausung in Richtung eines der letzten noch vorhandenen Teilstücke der Halle-Hettstedter Eisenbahn. Die Gehwegplatten waren noch ganz passabel, an der alten Turnhalle hieß es bereits „Vorsicht! Glas!“ Leider können es auch in unserem abgelegenen Ort manche nicht lassen, ihren Ärger an leeren Flaschen abzureagieren, die sie auf den Boden werfen. Wir konnten aber allesamt unverletzt die Stelle passieren, und bogen in eine kleine Seitenstraße ein, die mit ihren abgefahrenen Kopfsteinpflastern recht angenehm begehbar war.

Da sollen wir rauf? Mein Gast war schon lange oben an den Gleisen, doch Bruder Jonas zögerte.


Bei der Wärme mochte er nicht so recht, er wäre wohl lieber im kühlen Haus auf seinem Teppich liegen geblieben. Irgendwann erbarmte er sich doch, und folgte uns beide. Oben angekommen, bot sich eine nette Aussicht über die Stadt. Auf einem Trampelpfad, der leider mit dem üblichen Splitt befestigt war, ging es nun zum Gerbstedter Bahnhof. Über den werde ich noch gesondert berichten, nur so viel: es lohnt auf alle Fälle sich dort ein Weilchen Zeit zu nehmen.
Vom Bahnhof aus kamen wir auf eine der Hauptstraßen, und damit auch zu etwas Besonderem in dieser Stadt. Ob am Straßenrand, oder in privaten Gärten. Überall stehen sie, die in liebevoller Kleinarbeit von Herrn Günther Beinert gefertigten Miniaturburgen.


Wir hielten uns Richtung Innenstadt. Auf dem Weg zum Marktplatz trafen wir ihn dann: den ersten barfüßigen Bergmann. Ein wenig in die Breite gewachsen, doch wie zu sehen sehr gut gelaunt.

Auch diese Figuren wurden von Herrn Beinert geschaffen, wie so allerhand anderes was wir an diesem hochsommerlichen Mainachmittag besichtigten. Am Ratskeller vorbei, wo eine steinerne Sitzbank zum Verweilen einlädt, machten wir einen Abstecher zum Schloss Wettin, das bis ins kleinste Detail liebevoll nachgebildet ist.

Folgt man der Strasse bergab, kommt man zu einem der beiden Supermärkte der Stadt. Barfuss einkaufen ist dort kein Thema. Gelegentlich schmunzeln ein paar ältere Leute, und es ergibt sich nicht selten ein nettes Gespräch.

Statt noch zum sehenswerten Gerbstedter Schloss zu spazieren, zogen wir es vor heimatliche Gefielde anzusteuern. Nicht jedoch, ohne noch kurz am Schützenhaus eine kleine Rast einzulegen. Arbeit ist doch etwas Schönes – man kann stundenlang zusehen, wenn einer der beiden Bergleute Nappian oder Neuke an der Kurbel dreht.
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