DSL-Verfügbarkeit: Deutschlandweit noch nicht ausreichend

Deutschland hinkt im internationalen Vergleich nicht nur bei der Internetgeschwindigkeit hinterher. Auch bei der Abdeckung sieht es aktuell nicht ganz perfekt aus.

Bis 2018 verspricht die Bundesregierung, dass flächendeckend 50 Mbit/s zur Verfügung stehen soll - auch auf dem Bauernhof. Große Worte, wenn man sich die aktuelle Lage anschaut. Nicht nur in puncto Internetgeschwindigkeit hinkt Deutschland hinterher, auch bei der Abdeckung sieht es wenig rosig aus.

Breitbandmessung 2015 gestartet


Die Bundesnetzagentur hat eine neue Breitbandmessung gestartet. Auf breitbandmessung.de können Endverbraucher an der Statistik teilnehmen und der Bundesnetzagentur helfen, die Leistungsfähigkeit von Breitbandanschlüssen zu messen. Die Breitbandmessung erfolgt unabhängig von verwendeter Technologie und Anbieter. Für den häuslichen und mobilen Anschluss gibt es zwei verschiedene Testarten.

Im Rahmen der Messung werden verschiedene Daten über den Anschluss abgefragt (Standort, Testumgebung, Adresse, Anbieter, Tarif, etc.). Ein weiteres Element des Tests ist die Kundenzufriedenheit. Diese wird von Verbrauchern mit den Schulnoten (1 bis 6) bewertet.

In der letzten Qualitätsstudie (2013) wurde ermittelt, dass 77,1 Prozent aller Verbraucher mindestens 50 Prozent der vermarkteten Geschwindigkeit erhalten (+ 7,9 % gegenüber Vorjahr). Die versprochenen Datenübertragungsraten der Kabelunternehmen entsprechen häufiger der Realität als jener von Firmen, die DSL oder LTE anbieten.

Fokus steht auf Geschwindigkeit statt Verfügbarkeit


Das Problem vieler Haushalte ist nicht nur die langsame Geschwindigkeit, die zur Verfügung steht. Insbesondere im ländlichen Raum sowie Neubaugebieten fehlt ein Internetanschluss gänzlich. Der Anschluss an das vorhandene Netz ist für viele Unternehmen nicht rentabel, sodass diese Menschen mit LTE vertröstet werden. Von einem DSL-Anschluss können die Verbraucher nur träumen.

Der Grund ist simpel: In großen Städten leben mehr Menschen, wodurch es für Unternehmen mehr potenzielle Kunden gibt. Auf dem ländlichen Raum ist die Bevölkerungsdichte niedrig - folglich gibt es weniger Menschen, die in den Kundenkreis aufgenommen werden könnten.

Verbraucher haben aktuell die Möglichkeit, die DSL-Verfügbarkeit online auf http://preis24.de/dsl-test/ zu prüfen. Dazu müssen sie lediglich die Postleitzahl, den Wohnort und Straße angeben. Anschließend wird eine Datenbank abgefragt, die darüber informiert, ob ein DSL-Anschluss zur Verfügung steht und welche Tarife zur Wahl stehen.

Vectoring wird nicht den erhofften DSL-Anschluss bringen


Um den versprochenen Geschwindigkeitsschub bis 2018 zu erreichen, hat sich die Telekom für das sogenannte Vectoring entschieden. Es werden weiterhin die vorhandenen Kupferleitungen verwendet, anstatt sie mit Glasfaserkabeln zu ersetzen. Durch eine neue Technologie werden Störungen reduziert und Geschwindigkeiten (auf 50 Mbit/s) verdoppelt.

Das Stichwort hier lautet vorhandene Kupferleitungen. Denn wo nichts vorhanden ist, kann auch nichts verbessert werden. Menschen in ländlichen Regionen, die keinen DSL-Anschluss besitzen, profitieren folglich nicht von der Vectoring-Technologie. Häufig versuchen Verbraucher, Unterschriften zu sammeln, um das Interesse mehrerer Haushalte zu verdeutlichen und einen DSL-Anschluss durchzusetzen. In einigen Situationen, wenn es tatsächlich genügend Interessenten gibt, erfolgt der Anschluss. In schwach besiedelten Regionen hingegen gibt es diese Möglichkeit nicht.

Wie Verbraucher auf dem Land ohne DSL-Anschluss auskommen


Verbraucher, die nicht auf einen DSL-Anschluss hoffen, können auf anderen Wegen von einem schnellen Internetzugang profitieren. Für sie ist LTE eine gute Alternative, falls ein Sendemast in ihrer Nähe steht. LTE hat den Vorteil, dass es inzwischen hohe Geschwindigkeiten ermöglicht. Da es sich um eine Funkübertragung handelt, bringt es auch einige Nachteile mit sich: Die Übertragungsgeschwindigkeit hängt von der Entfernung zum Sendemast, der Anzahl der Abonnenten in der Region sowie anderen Störungsfaktoren (Häuser, Bäume, etc.) ab. Aktuell gibt es für LTE-Anschlüsse auch nur Volumentarife. Ist das Volumen aufgebraucht, erfolgt eine Drosselung der Geschwindigkeit.

Wer auf dem Land einen DSL-Anschluss hat, aber nicht mit der Geschwindigkeit zufrieden ist, kann sich für einen Hybridtarif entscheiden. Dann wird die Bandbreite erhöht, indem DSL und LTE gebündelt werden. Ganz billig ist dieses Angebot nicht, da ein spezieller Hybridrouter erworben oder gemietet werden muss.

Die dritte Alternative ist das Internet aus dem Himmel. Satelliten-Internet ist flächendeckend erhältlich. Der Nachteil liegt in dem großen Installationsaufwand: Es wird eine Sat-Schüssel, ein Router, Modem sowie Empfangsteil benötigt.

Langfristige Investitionen sind von Nöten


Menschen auf dem Land werden nur dann vernetzt sein, wenn die Telekom bereit ist, in ihr Glasfasernetz zu investieren. Aufgrund der Absicht, aktuell auf Vectoring zu setzen, soll der Glasfaserausbau erst in frühestens zehn Jahren erfolgen, so das Unternehmen. Menschen auf dem Land haben somit schlechte Karten, da sie womöglich weiterhin ignoriert werden. Ihnen bleiben lediglich die obigen Alternativen, LTE und Internet per Satellit.

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