Sonnenobservatorium Goseck

Goseck: Sonnenobservatorium | Das mit ca. 7000 Jahren älteste Sonnenobservatorium der Welt wird von vielen Forschern als Meilenstein der archäologie gewertet. Zum ersten mal werden hier Einblicke in die geistige und spirituelle Welt der Bauern Mitteleuropas gegeben.

Mehr aus Zufall wurde das Sonnenobservatorium 1991 bei einem Überflug entdeckt. Erst im Jahr 2004 wurde es komplett ausgegraben und rekonstruiert.

Wozu diente das Sonnenobservatorium?

Schon ziemlich früh wussten die Menschen, dass die Wintersonnenwende jedes Jahr den kürzesten Tag markiert. In Goseck wurde der hölzerne Steinzeitkalender gebaut um diesen Tag genau berechnen zu können. Doch wofür dieser ganze Aufwand?

Hatten Jäger und Sammler den Vorteil die Natur so zu nutzen, wie sie sich anbot, mussten Bauern sich an feste Daten für Aussat und Ernte halten. Um erfolgreich Ackerbau zu betreiben, war die Himmelsbeobachtung damals immens wichtig.

Doch das Sonnenobservatorium ermöglichte weitaus mehr als den Blick in die Sterne. Nach Erkentnissen der Forscher hat man in Goseck auch die älteste Kultstätte Mitteleuropas gefunden. Gesellschaftliches Leben, mit Versammlungen und Ritualen wurde hier abgehalten. Als Markt-, Richt- und Bestattungsplatz durfte das Observatorium herhalten. Im Kriegsfall diente es als Zuflucht und auch Spuren für Menschenopfer hat man gefunden. Diese Knochen wurden von Forschern in untypischer Haltung gefunden und wiesen Knochenabschabungen auf.

Ist das Sonnenobservatorium der kleine Bruder von Stonehenge?
Das Sonnenobservatorium in Goseck ist mitnichten der kleine Bruder vom weltbekannten Stonehenge. Vielmehr ist es der Großvater, denn Stonehenge selbst wurde erst 2000 Jahre später errichtet, nach dem Vorbild Gosecks.

Es gibt in Mitteleuropa nicht wenig Kreisanlagen zur Sternbeobachtung. Die in Goseck ist aber die bisher älteste und einzige in Deutschland, die rekonstruiert wurde. Manchmal soll man unter den Besuchern des Sonnenobservatoriums auch Druiden in weißen Gewändern, Sterndeuter, Mystiker oder Wünschelrutengänger sehen...

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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 17.08.2013 | 07:19   Melden
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