Um Himmels Willen – Weltunnerjang in Hänichen!

Das Prinzenpaar der 39. Hänicher Karnevalssession
 
Vor dem Gräfenhainicher Wasserturm: Mitglieder des Gräfenhainicher Carnevals Vereins 73 e.V. am 11.11.2012
 
11.11.2012, Karnevalsauftakt in der Heidestadt

Was haben der vorausgesagte Weltuntergang und das Himmelreich gemeinsam? Eine Frage die es hier zu klären gilt. Jedoch der Reihe nach.

Mit einem grandiosen Auftakt starteten auch die Närrinnen und Narren in Hänichen in ihre 39. Session.

Einer seit 12 Jahren bestehenden Tradition folgend, trafen sich die Mitglieder des Gräfenhainicher Carneval Club e.V.73 (GCC), gut gestimmt und in bester Feierlaune am gestrigen 11.11.2012, 8.30 Uhr, vor dem hiesigen Wasserturm.
Der Sonntag macht es möglich, nahezu alle Mitglieder des Vereins, mit Ihrem Präsidenten Frank Hünsche und dem Vereinsvorsitzenden Frank Siwek, dem Elferrat, den Ratselfen,der Prinzengarde und nicht zuletzt den künftigen närrischen Regenten der Stadt, ergriffen Gelegenheit, besagten Turm zu besteigen.

Ziel des Aufstiegs, die Aussichts- Plattform, von der zuweilen auch Funksignale in alle Welt gesendet werden, durch eine verwegene Truppe von hiesigen Hobbyfunkern.

Dann wird ein Ritual vollzogen, das auf die bevorstehende Machtübernahme durch die Narren und die 5. Jahreszeit einstimmt.
Normalerweise weht die schwarz-rot-goldene Deutschlandflagge weithin sichtbar über Hänichens Dächern. Doch einmal im Jahr hissen die Karnevalisten ihre blau-gelbe Vereinsfahne, die bis zum Aschermittwoch von der Zeit des kollektiven Frohsinns kündet.
Dazu gesellte sich auch Harry Rußbült - Bürgermeister der Stadt - und der „Herr des Turms“, Felix“ Mathias“ Baumgartner-Kolander, der in diesem Jahr wieder mit originellen Ideen auf das Motto der Session("Weltunnerjang is uns ejal- wir feiern Carneval"), reagierte und gemeinsam mit Gattin Corinna, die als „Fred vom Jupiter“, ein grünes Alien , eine Möglichkeit zur Flucht vor der zu erwartenden Katastrophe erschloss.

Im Anschluss bewegte sich der Tross in Richtung Alten-und Pflegeheim „Vergiß-mein-nicht“, wo man bereits erwartet wurde. Viele der Senioren, die nicht mehr selbst in der Lage sind das Spektakel vor Ort anzuschauen, freuten sich auf ein Ständchen und die Antwort auf die spannendste aller Fragen eines jeden Jahres: Wer sind sie wohl, die neuen Tollitäten…

Während das „Fußvolk“ lautstark die sonntägliche Ruhe auf dem vereinseigenen Umzugswagen durchkreuzte, gönnte sich das Prinzenpaar noch eine Kutschfahrt durch die Stadt, um den Untertanen den Beginn ihrer Regentschaft anzuzeigen.
Diese strömten in Scharen Richtung Marktplatz, um der traditionellen Zeremonie beizuwohnen. So versammelten sich vor dem Rathaus Hunderte Hänicher und sogar einige auswärtige Gäste, wie die „Ranjenboomer Narrengilde" - Vereinskollegen aus der benachbarten Barockstadt.
Mit Bratwurst und Glühwein versorgte Daniel Weinert und seine Crew vom e basilique – Sportforum die Schaulustigen. Der GCC schunkelte und stimmte sich auf das Ereignis ein.

Und dann war es endlich soweit. Trotz eines nervösen Blickes auf die Rathausuhr und die bange Frage des Zeremonienmeisters Steffen Scherbaum - der in diesem Jahr zum 15.mal durch die Session führen wird - wo denn Hoheiten blieben - fuhren sie pünktlich 11.11. Uhr mit ihrer geschmückten Kutsche vor.
Mit Applaus und dem Vereinsschlachtruf: “Hänichen Ojeh“ wurden Seine Tollität, Prinz Heiko I. und Ihre Lieblichkeit, Prinzessin Mirella I. , nebst dem Kinderprinzenpaar herzlich willkommen geheißen.
Bürgermeister Harry Rußbült übergab die Insignien der Macht in Form eines symbolischen Rathausschlüssels an Prinz Heiko I..Er verlieh seiner Hoffnung Ausdruck durch diese vorübergehende Entmachtung ein wenig Ruhe vor einigen Seppeln aus dem Kasperltheater der kommunalpolitischen Bühne zu bekommen.
Aber Prinz Heiko I. will nicht kleckern sondern klotzen. Das Rathaus reicht ihm nicht, am liebsten übernähme er, samt Inhalt, den Haupttresor der Sparkasse gleich mit.
Nachdem nun der Regent und seine reizende Prinzessin zum neuen Herrscherpaar der Stadt erkoren waren, richtete er, wie in diesen Kreisen üblich, das Wort an sein närrisches Volk.

Von Kussfreiheit, freier Liebe und ähnlich frivolen Lustbarkeiten war die Rede, die dem ein oder anderen Narren ein Leuchten in die Augen zauberte.
Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Dann ein Novum auf der karnevalistischen Bühne. Die Juniormajestäten, Maxi und Marcel, wendeten sich an alle anwesenden Nachwuchsjecken. In der 2. Halbsession, im Februar, werden die beiden Ihren großen Auftritt beim Kinderfasching genießen können. Die Vorfreude darauf stand ihnen ins Gesicht geschrieben.
Schunkeln, singen, klatschen. Kleine Funken, große Funken, Garde der Prinzessin, rasante Tänze Wortwitz und Gesang , all das war ein kleiner Querschnitt durch das aktuelle Programm, den die Hänicher an diesem Vormittag auf dem Marktplatz geboten bekamen.

Und für alle diejenigen, die nun doch noch vom Karnevalsvirus infiziert wurden eine gute Nachricht:
Es gibt noch einige Restkarten, sowohl für die Seniorenveranstaltung am , 17.11.2012 , 16.00Uhr im Sportforum, als auch für die Gala, 24.11.2012 19.30 Uhr. Zu erwerben bei Fahrrad – Loos in der Wittenberger Straße.

Nun zu der bereits vollmundig angekündigten Verbindung ins Himmelreich und auch die war ein Paukenschlag zum Karnevalsauftakt in Hänichen.
Die neue Pastorin der evangelischen Kirchengemeinde der Heidestadt tauschte kurzerhand die Kanzel gegen die Bütt, den Talar gegen die Narrenkappe. Bereits im Vorfeld wurde Angelika Schiller-Bechert von den Karnevalisten gebeten ein gutes Wort, für einen möglichst niederschlagsfreien Vormittag, einzulegen. Wieder einmal erwies sich der Heilige Petrus als Freund des Frohsinns und des Feierns.
Dann erfreute die Pastorin auf äußerst humorvolle Weise die "Schäfchen" der Stadt mit einer gereimten Bütt. Sie ging auf die "Weltunnerjangsstimmung“ ein. Sie vergaß nicht den Hauch Ernst des Themas, mit einer doch optimistisch stimmenden Grundhaltung, den die Offenbarung im Buch der Bücher bietet nahe zu bringen. Und so bleibt die Glückseligkeit der schunkelnden Gemeinschaft gottgefällig.

Nicht unerwähnt zu lassen, dass die 2 jüngsten Schiller-Bechert Sprosse bereits aktiv in der Welt des Hänicher Karnevals mitmischen, als Nachwuchstänzerinnen in der" blauen" Garde der Prinzessin. Nur folgerichtig, das eine ordentliche Mitgliedschaft im Verein angestrebt wird.
Wir freuen uns auf Verstärkung mit Auftrag von höchster Stelle.

So neigte sich der immer aufs Neue spannende und aufregende offizielle Teil dem Ende entgegen. Mirella I. und Heiko I. schienen sichtlich erleichtert diesen Schritt Ihrer Prinzenzeit gemeistert zu haben. Nahtlos ging es in die vereinseigenen Räumlichkeiten um sich und den Tag zu feiern.

Ein Dankeschön an Karina und Sven Hesse, die als" Prinzeneltern" den beiden Neuen von Anfang an zur Seite standen und somit viele Ängste nehmen konnten. Ebenso wie das Präsidentenpaar Frank und Sabine Hünsche, die quasi als Nachbarn, aus dem eingemeindeten Ortsteil Jüdenberg den Neuregenten aus eigener Erfahrung berichten konnten.


Und schließlich: Glückwunsch, Glückwunsch , für das karnevalistischste Prinzenpaar der Vereinsgeschichte. Jens und Doreen Taemmler-Kraczkowski, die im vergangenen Jahr, am 11.11.11, nach dem Ja-Wort auf dem Hänicher Standesamt, die Session anführten.
Alles Gute zum 1. Hochzeitstag ! Und wie die beiden stolz verlautbarten, ist bald mit närrischem Nachwuchs zu rechnen.
Nicht unbegründet hofft die Autorin dieser Reportage auf die Einhaltung des Geburtstermins am 22. Mai 2013…

Wir wünschen Mirella und Heiko eine großartige 39 . Hänicher Karnevalssession. Möge sich Ihr eigenes Album mit unzähligen und unvergeßlichen Momenten füllen.

Hänichen Ojeh!
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