Dammühle

Die Dammühle - oder auch Teich - Dammühle

Die Historische Bauschlosserei und Schmiedewerkstatt ist ein Fundus für alte Requisiten, Gegenstände und Werkzeuge alter Berufe. Der Besuch eines alten Müllermeisters in unserem Vereinshaus war eine Bereicherung an Wissen über den alten Beruf des Müllers. So gab es in unserer Region unzählige Mühlen verschiedener Betriebsarten, welche mit Wind oder Wasserkraft betrieben wurden. Heute gehören die wenig erhaltenen Mühlen zu technischen Kulturdenkmalen .Dort wo sie verblieben sind erfreuen sich Menschen an ihrer Existenz.

Eine von ihnen war die Dammühle in der Liegenschaft Gräfenhainichen.
Ihre Geschichte geht auf das Jahr1802/03 zurück. Einst stand sie zwischen Gräfenhainichen und Gröbern nahe der Reichsstraße 100 (F 100),heute B100, und wurde vom Rawiesche-Bach, welcher die Straße 100 unterquerte, versorgt.
Die Dammühle war lange Zeit eine Mahlmühle, eine Schneidemühle für Hölzer und eine Ölmühle. Alsbald wurde ein Vorfluter angelegt woraus später ein beliebter Karpfenteich entstand. Sie wurde also mit Wasserkraft angetrieben.
Viele alte Gräfenhainicher kennen den Teich noch als Gondelteich.
Mehrfach wechselte der Besitzer. Nach dem 1. Weltkrieg verlor sie an Bedeutung und es entstand eine Gastwirtschaft. Bis 1928 konnte noch Korn gemahlen werden. Nach einem Konkursverfahren erwarb sie der Obermeister der Müllerinnung zu Gräfenhainichen, Kemberg und Umgebung ,Karl Reinknecht (1876-1920), er war wohl der letzte Müller. 1893 wurde ein Backhaus angebaut.(Teichdammühle Nr.347) Um 1923 wurde der Mühlenbetrieb stillgelegt.
Der neue Besitzer war fortan das Kraftwerk Zschornewitz, der Gastwirtschaftsbetrieb blieb erhalten.
Zu DDR Zeiten war die Dammühle ein beliebtes Ausflugsziel.
Aber- die Dammühle stand auf Kohle.

Das war ihr endgültiges "Aus". Ihre Mühlen-Schwestern Breitewitzer Mühle, Niebecker Mühle und die Fuhrt-Mühle waren schon länger Geschichte. Sie haben den Übergang zu einer neuen Zeit nicht geschafft.
Die Dammühle wurde durch die Erschließung des Tagebaues Gröbern 1970 endgültig Geschichte.
Der Müllergruß "Glück zu" ist in unserer Region nur noch selten zu hören. Rufen wir uns noch einmal die 1. Strophe des Kinderliedes aus der Zeit der Romantik, welches das Müller-und Bäckerhandwerk ehrte, in Erinnerung:

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp klapp.
Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp klapp.
Er mahlet uns Korn zu dem kräftigen Brot,
und haben wir solches, so hat's keine Not.
Klipp klapp, klipp klapp, klipp klapp!
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