20. Tropennacht im Alaris Schmetterlingspark

Bananenfalter im im Alaris Schmetterlingspark Wittenberg
  Lutherstadt Wittenberg: Schmetterlingspark | Bei unserem letzten Besuch im Juli (http://www.mz-buergerreporter.de/griebo/natur/der-...) erfuhren wir, dass es für Interessierte eine Tropennacht nur einmal im Jahr hier gibt und ergatterten drei der limitierten Eintrittskarten.
Auf einer Gesamtfläche von gut 1000m² kann man im Alaris Schmetterlingspark über 140 verschiedene Arten frei fliegenden Schmetterlingen in einer natürlichen Umgebung in aller Ruhe und aus nächster Nähe beobachten. Und das täglich während der Saison vom 1. April bis 1. November in der Zeit von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr (im Oktober bis 16.30 Uhr). Den hat Parkdirektor Georg Liebold 1998 auf eigenes Risiko selbst konzipiert, ihn dann bauen lassen.

Nur einmal im Jahr ist es möglich, das Tropenparadies in der Dämmerung und bei Nacht zu erkunden!

Knapp 50 Besucher, darunter auch mehrere Kinder, waren der Einladung gefolgt. Hauptattraktion dabei sind die:

Bananenfalter (Caligo eurilochus)

Diese großen Schmetterlinge aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) (mit Flügelspannen zwischen 12 und 22cm) jagen in Gruppen mit atemberaubender Geschwindigkeit im Hochzeitsflug durch die Lüfte.
Der Bananenfalter ist ein Tagfalter, der in Mittel- und Südamerika an Bananenpflanzen lebt Der Bananenfalter ernährt sich von gärenden Bananen. In der Dämmerung wird er aktiv. In einem hüpfenden Flug über dem Regenwaldboden weicht er Hindernissen aus und ist perfekt getarnt, indem die Musterung seiner Flügelunterseite Rinde nachahmt. Da er stets mit geschlossenen Flügeln ausruht, suggeriert das "Auge" auf den Unterflügeln eine Eule, um Feinde fernzuhalten.
Die Raupen sind nachtaktiv und halten sich tagsüber gesellig, zu mehreren an den Mittelrippe auf dem Bananenblatt auf. Sie können sich vor Fressfeinden nur durch eine gute Tarnung schützen. Ausgewachsene Raupen können bis zu zwölf Zentimeter lang werden.
Quelle: http://www.schmetterlingeinwildauundberlin.de/bana...

Bis die Falter aktiv wurden gab es von Herrn Liebold es eine kurze hochinteressante Einführung in die Welt der Schmetterlinge. Wer weiß schon, dass es über eine Million bereits entdeckte Insektenarten, und vermutlich noch weitere Millionen unentdeckte gibt. Die meisten davon sind Käfer aber es gibt immerhin ca. 500.000 Schmetterlingsarten (dagegen nur ca. 5000 Säugetierarten).
So erfuhren wir, dass für die Falter an mehreren Stellen Schalen mit angegorenem Bananenstücken in Honigwasser aufgestellt sind. Ein Schmetterling kann in 10 Stunden ca. 1,5 Promille Alkohol abbauen, hat also kaum eine Chance sich zu berauschen.

19.30 Uhr ging dann die Führung los Zuerst bekamen wir noch einen mit geschlossenen Flügeln ruhenden Bananenfalter zu Gesicht. In der hintersten Ecke aber wurde es lebhaft. Während zu dieser Tageszeit die meisten Falter schon ruhten (leider auch die acht Jahre alten Zwergseidenäffchen Oskar und Hieronymus), ging es da sehr lebhaft zu. Viele Bananenfalter flatterten um uns herum und setzten sich auch ohne jede Scheu zeitweise auf Schultern und Köpfe der Besucher.
Auf einem Bananenblatt zeigte uns Herr Liebold gleich mehrere Raupen nebeneinander; im Aussehen fast wie kleine Drachen ohne Flügel.
Herr Liebold erzählte kurzweilig, dass eine Raupe in einer Nacht bis zu drei Bananenblättern vertilgen kann (würden Babys so viel essen wären sie bald groß und schwer wie ein Elefant...). Leider nicht verwunderlich, dass die Raupen in den Bananenanbaugebieten Südamerikas stark mit Insektiziden bekämpft werden
Wegen der Fresslust der Raupen werden viele der Futterpflanzen in Kübelpflanzen selbst kultiviert und bei Bedarf ausgetauscht.
Ein kleiner Bach durch das Tropenhaus sorgt unabhängig von der Außentemperatur für das notwendige Mikroklima.
20 Uhr waren die Bananenfalterraupen noch träge. So konnten sich die Besucher nach der ersten Führung bei einem leckeren Imbiss stärken und bei einem Diavortrag von Herrn Liebold weitere Wissenswerte über Schmetterlinge erfahren.
Im Dunkeln gab es dann noch einmal eine Führung. Zwischendurch hatten die Mitarbeiterinnen auf dem Boden des nächtlichen Regenwaldes wohl weit über 100 Teelichter angebrannt und so für eine romantische Stimmung gesorgt.
Mit etwas Glück sollten jetzt die Raupen des Bananenfalters beim Fressen zu hören sein, waren sie auch.

Bedauerlicherweise konnte ich aber keinen einzigen Nachtfalter flattern sehen.

Bei den schlechten Lichtverhältnissen und ohne Blitzlicht war es mir fast unmöglich scharfe Fotos zu be kommen.

Zur Abrundung noch drei kurze Clips, wenn auch nicht gerade fernsehreif:
• fleischfressende Pflanzen, auch Karnivoren genannt und Bananenfalter https://www.amazon.de/clouddrive/share/xhJr6AzoYsT...
• Ein Bananenfalter auf dem Kopf meines Sohnes (der von der Schulter war weg, ehe ich ihn fil-men konnte) https://www.amazon.de/clouddrive/share/6x3YdQ9WesU...
• Bananenfalterraupe kontra Säugling: https://www.amazon.de/clouddrive/share/jKTETHnU3WA...
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1 Kommentar
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Christine Schwarzer aus Dessau-Roßlau | 28.08.2017 | 12:26   Melden
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