茶道 - Japanische Teezeremonie oder der Weg des Tees

Chiyo Stang bei der Vorbereitung der Teeutensilien.
Halle (Saale): Kunstmuseum Moritzburg |

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung "Logical Emotion. Zeitgenössische Kunst aus Japan." wird im Kunstmuseum Moritzburg ein attraktives Programm angeboten. Besonderer Höhepunkt ist die Teilnahme an einem traditionellen Teeritual und das hat fast nichts mit Teetrinken zu tun, wie wir es in Europa kennen.

In einem sonnendurchfluteten Winkel des Museums war eine zauberhafte kleine Teestube aufgebaut worden. Ein wenig an die Gegebenheiten im Museum musste die Teezeremonie gemäss japanischer Traditionen natürlich angepasst werden. Der Ritus im Teegarten, das Waschen von Mund und Händen als symbolische Reinigung um alles Übel abzustreifen, der Kriecheingang jedes Teehauses, um Demut und Respekt zu zeigen und alle gesellschaftlichen Unterschiede abzulegen - all dies wurde zu Beginn der Veranstaltung erklärt.

Teegenuss als Gesamtkunstwerk

Chiyo Stang fungierte an diesem Nachmittag als Teemeisterin.
Zunächst wurden alle notwendigen Utensilien bereitgelegt und mit einem farbigen Seidentuch gereinigt: das Löffelchen, der Teebesen, die Schöpfkelle - alle aus Bambus. Aus einer wunderschönen Lackdose wurde der pulverisierte Grüntee entnommen, mit etwas heißem Wasser in eine Schale gegeben und aufgeschlagen. Den Gästen wurde inzwischen eine süsse Leckerei gereicht, um die Bitterstoffe des Tees angenehmer zu machen. Andächtig verfolgten die Anwesenden die Zubereitung.
Die Teemeisterin drehte schließlich das gefüllte Gefäss als Höflichkeitsgeste zweimal, um das "Gesicht" der Schale dem Gast zuzuwenden. Dieser nimmt die Schale mit beiden Händen entgegen, dreht sie ebenfalls zweimal und trinkt den Tee aus. Dabei wird der letzte Schluck laut geschlürft. Diesen Mut hatte jedoch nur eine einzige Besucherin.
Was jetzt hier stark verkürzt wiedergegeben wurde, hat für einen Moment spüren lassen, wie fernöstliche Ruhe verstanden werden kann. Innehalten, Gelassenheit,Toleranz, Demut, Achtung - alles Tugenden, die in unserem Alltag oft verschüttet werden.

Ein bisschen Japan in Halle

Wie Gero Seifert, Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Halle/Saalekreis e.V., erläuterte, ist in Japan die Einladung zum Tee eine große Ehre. Ihm selbst sei es leider noch nicht vergönnt gewesen, aber die Erfüllung dieses Traums ist ihm sehr zu wünschen. Seit vielen Jahren huldigt er japanischen Traditionen und bemüht sich mit seinen Mitstreitern um ein gegenseitiges Verständnis beider Kulturen.

Gemeinsam mit Wolfgang Heger vom Kunstmuseum Moritzburg wurden noch weitere Veranstaltungen anlässlich des 20. Jahrestages der DJG Halle vorbereitet, die im Monat Juni stattfinden.
Kalligraphie, Origami, asiatische Kampfkunst und auch Mangazeichnen stehen auf dem Programm. Und bei der Gelegenheit lohnt es sich, unbedingt einen Blick in die genannte Ausstellung zu werfen.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 10.06.2015
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 08.06.2015 | 15:33   Melden
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Heike Graul aus Gerbstedt | 09.06.2015 | 12:27   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 20.06.2015 | 10:35   Melden
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