Auf nach Torgau!

Wendelstein
 
Katharinas Trauring
 
Stadtplan, am Bahnhof
Torgau: Schloß Hardenfels | Es gibt viele Wege zum Markt, ein kurzer führt die Bahnhofsstraße entlang, vorbei am Soldatenfriedhof, über dem Friedrichplatz, in die Wittenberger und die Breite Straße oder den etwas längeren am Elbeufer entlang, direkt zum Schloß Hardenfels mit der Ausstellung. Wer ein Zipperlein hat, nimmt den Bus zur Innenstadt, die Stadtlinie 1 a.
Torgove wurde 973 an der Elbe Furt gegründet, als Marktort. Heinrich I, nutzte die gute Lage der Furt zum Bau einer Burg, um die Ostgrenze seiner gerade entstandenen Mark Meißen zu schützen. Durch regen Fernhandel blühte dieses Marktfleckechen auf.

Die gebuchte Stadtführung begann am Makt, dort wo viele Patrizierhäuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert stehen, gerade an diesem Wochenende fand ein mittelalterliches Spektakel statt. Sie führte durch kleine Gässchen zum Katharinenhaus, zur Amtskanzlei und zum Schloß. Die Stadtführung endete an der Elbe, am Denkmal an der Elbbrücke. Die Lage der abgerissenen Brücke markiert eine kleine rote Boje. Vielleicht erinnern sich noch einige, auf dieser Brücke trafen sich Sowjets (Herr Alexander Silwaschko) und Amerikaner (Mr. Robertson) am 25. April 1945 und reichten einander die Hände. Dieser Moment wurde am nächsten Tag noch einmal nachgestellt und so entstand das weltbekannte Foto.

Katharinenstube

Hier verstarb die Lutherin am 20. Dezember 1552.
Eine große Truhe, ein Kabinett sowie Keramik sind dort auch zu sehen. Die kleinen Stube dieses Hauses zeigt Bücher und Utensilien von Katharina. Dieses kleine Stübchen ist sehr zu empfehlen.

Katharina von Bora war die Tochter eines verarmten Landadligen, ohne Mitgift und nur mit Wappen, gab es keine standesgemäße Heirat. Vielen Mädchen und Jungen blieb nur das Klosterleben. Mit 5 wird sie ins Kloster Brehna gebracht. Mit 10 (1509) lebt sie als Novizin im Zisterzienserinnenkloster Marienthron bei Grimma. In Nimbschen hörte und las sie und ihre Mitschwestern unglaubliches, Flugblätter von einem Rebell-Mönch. Es gibt kein Halten und nach einiger Organisation verließen sie das Kloster. Die entflohene Nonnen wurden nicht im Heringsfass heraus-geschmuggelt. In Torgau verbrachten sie ihre erste Nacht in Freiheit. Nacheinander heirateten alle, nur Kathi nicht. Ein junger Kaufmann aus Nürnberg machte ihr den Hof, dies war seiner Familie zu viel. Eine entlaufene Nonne als Schwiegertochter....
Die Hochzeit mit Dr. Martin Luther fand am 13. Juni 1525 im Schwarzen Kloster in Wittemberg statt. Dieses Kloster wurde ihr späteres Domnizil.
Zu dieser Zeit rauchten die Druckerpressen. Es wurde nicht nur Reformationsbücher und - flugblätter gedruckt, auch Schmähschriften gegen die Vermählung und Karrikaturen waren im Umlauf...
Als in Wittemberg 1552 die Pest grasierte, floh sie mit den kleineren Kindern nach Torgau. Auf der Fahrt erlitt sie einen schweren schweren Unfall. Im Haus in der Katharinenstraße 11 verstarb sie kurz vor Weihnachten
Katharina von Boras Epiphat kam aus der Lucas Cranach d. Ä. Werkstatt. Herzliebste oder auch mein Herr Käthe, so wurde Katharina von ihrem Luther genannt.
Einige Straßen weiter erhebt sich die Marienkirche.
Die Grabplatte der Herzliebsten steht in der St. Marienkirche, ganz in der Nähe von Hardenfels. Errichtet in Gothischer Zeit und später umgebaut.
Die Renaissance Kanzel mit Schalldeckel stammt aus dem Jahre 1582,
das Apostelrelief wurde von G. Wittenberger gefertigt.
Der Barocke Hochaltar (1694-98) von G. Simonetti ist mit figürlichen Plastiken geschmückt. Eine Bronze Grabplatte der Sophie von Mecklenburg, die nach kurzer Ehe verstarb, stammt aus der Nürnberger Werkstatt Vischer.

Gegenüber von St. Marien erhebt ein unscheinbares Haus, dort wurden die Torgauer Artikel niedergeschreiben.

http://www.luther.de/themen/spalatin.html

Einige Schritte weiter und Hardenfels ist erreicht.

Schloß Hardenfels

Erst um 1485 lebten die Wettiner der ernestinischen Linie in Torgau und wurde Residenz des Kurfürsten Friedrich des Weißen.
Diese Familienbande sind vielleicht etwas verwirrend:
Friedrich III von Sachsen, auch Friedrich, der Weise 17.01.1463 - 05.05.1525
Johann, der Beständige 13.06.1468 - 16.06.1532, Bruder Friedrich III,
Johann Friedrich. der Großzügige 30.06. 1503 - 03.03.1554, Sohn Johann des Beständigen

Das Schloß Hartenfels, ein Traum in weiß, gelb und gold, eine Augenweide. Durch eine Eingangstor betritt der überraschte Reisende den geräumigem Schloßhof mit Brunnen.
Im Stil der Frührenaissance von Friedrich, dem Weisen von Sachsen, auf den Fundamenten des Vorgängerbaus errichtet. An diesem impossanten vierflüglichen Gebäude Komplex bauten meherer Generationen von Architeckten und Handwerker.
Der Wendelstein, vom Hofbaumeister Conrad Krebs 1533- 36, ist einmalig und Weltarchitektur, schon deshalb lohnt sich die Reise.
1627 wurde "Daphne" von Heinrich Schütz, erste Oper in deutscher Sprache aufgeführt. Französisch die Sprache der Könige, Latein, die der Gelehrten und Italienisch die der Opern. Es gibt noch einen zweiten Wendelstein, allerdings aus Holz, im Schloß der Fröhlichen Wiederkunft in Woltersdorf
http://www.schloss-wolfersdorf.de/
Die gotische Martinskapelle, um 1359 erbaut, liegt im nord-östliche Teil des Schloßes. Das Herrscherpaar betrat die Empore von der guten Stube aus und wohnte so den Predigten bei. Es ist die 1. Protestantische Kirche Deutschlands und 1544 von Luther persönlich geweiht. http://www.evkirchetorgau.de/htm/schlosskirche.htm
Die erste Protestantische Predigt hielt Luther im Jahre....

Die Ausstellung Luther und die Fürsten. Die Stücke dieser Ausstellung sind einmalig u.a. aus dem Vatikan, Dresden und den USA. Die Mitra Kardinal Alberts, viele kleine und große Gemälde uas dem Haus Cranach, Flugschriften, Karrikaturen und Schwerter werden i. M. auf Hardenfels ausgestellt. Sogar das Hausschwert Luthers ist zu sehen, den Prägestempel der Klinge ziert allerdings kein Einhorn (Solingen) und der Ring der Martin Luther viel zu groß war. Adlige trugen Handschuhe. Luther stand dieses Privileg nicht zu, so paßte dieser nicht.
http://www.luther.skd.museum/

Im Hof der Amtskanzlei, unter schattigem Blätterdach, erschien ein neuer Stadtführer, der uns mit interessanten Anektoden die bewegten Lutherzeit näher brachte.
Abends oder früh am Morgen durch die Stadt zu schlendern, mit einem geruhsamen Frühstück, um die Stadt auf sich wirken zu lassen ...
Eine Übernachtung ist sehr zu empfehlen.
Vielen Dank an die beiden Stadtführer.
Die Tagestour fand schon 22. Juni, bei 35 C statt.
Wer heißgelaufene Füße hat kann diese an den kleinen Fontainen am Bahnhof kühlen.

Eilenburg, dort wird umgestiegen, wurde schon im der Mitte des 10. Jh erwähnt. Der Burgturm dient jetzt als Aussichtsturm.
Die älteste Kirche in Eilenburg ist wahrscheinlich St. Marien, zwischen 1516-22 erbaut, eine spätgotische Backstein-Hallenkirche. http://www.eilenburg.de/freizeit-kultur.html

Ich hoffe hier tummeln sich keine Flüchtigkeitsfehler.
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