Bericht zum 60. Geburtstag des halleschen Liedermachers Paul Bartsch

  Halle (Saale): Steintor Variete | Dies bewies der hallesche Liedermacher Paul Bartsch mit einem Konzert anlässlich seines 60. Geburtstages. Kommen durfte grundsätzlich jeder, der am Sonntag Abend Lust und Zeit hatte, denn die Karten waren frei erhältlich. Kulisse bot das altehrwürdige Steintor Varieté in Halle.
Dieser Ort wurde sicher nicht zufällig für die Feierlichkeit ausgewählt. Seit über 20 Jahren schreibt Paul Bartsch die Texte für die schon legendäre Weihnachtsrevue des Steintor Varietès.

Sein Kollege Hartmut Reszel eröffnete den Abend mit einem tollen Klavier- Einspieler.
Nach einer kleiner Ankündigung kam dann der "Zirkustiger", wie er sich selbst nennt, Paul Bartsch auf die Bühne. Passend trug er eine gestreifte Mütze und einen gestreiften Schal.
Die beiden brachten dann als Eröffnungslied auch der gleichnamige Song "Zirkustiger" auf die Bühne. Anschließend kam dann auch die restliche Band um Paul Bartsch auf die Bühne. Diese besteht aus

Thomas Fahnert (Gitarren, Gesang)
Sander Lueken (Keyboards, Gesang)
Gerd Hecht (Bassgitarren)
Ralf Schneider (Schlagzeug, Percussion)

Bei der Begrüßung kündigte Paul schon an, dass er den ersten Teil des Abends mit seiner Band bestreiten würde, nach einer kurzen Pause käme er mit geänderten Line Up zurück. Auch einige Gäste wurden angekündigt.

Im Verlauf des Abends wurde das Publikum wurde sogar zu einer kleinen Reise eingeladen. Und zwar mit dem "Toskana-Blues".
Dass Paul stolz auf seine beiden Enkel ist, wurde während des gesamten Abends deutlich. Besonders bei „Häuschen im Grünen“. Da finden die Enkel schon Erwähnung, die es zum Zeitpunkt des Schreibens noch nicht gab. Die beiden Kleinen durften auch an dem Abend nicht fehlen und machten sich hin wieder bemerkbar. Wer sich daran stören würde, so Paul, würde es mit ihm zu tun bekommen. Schließlich gehörten sie dazu, besonders an so einem Abend.

Seit seiner Studienzeit in Weimar gehört für Paul die Gruppe RENFT zu seinem Leben. So findet auch auf jeder Platte ein Song Anlehnung an einen Klassiker der Kombo. Umso schöner, dass Christian „Kuno“ Kunert (Ex-RENFT) Zeit und den Weg gefunden hat, um dem Konzert beizuwohnen.
Er hielt eine längere Rede auf Paul, gespickt mit allerlei Witz und Anekdoten. Da es ihm gesundheitlich nicht allzu gut geht, war es nicht selbstverständlich dass er zur Gitarre greift und auch singt. Dies kam beim Publikum super an. Er „missbrauchte“ Paul sogar kurzzeitig als Adjudant und ließ sich von ihm assistieren. Den wirklich grandiosen Abschluss des Gastspieles bildete ein gemeinsamer Song. Nämlich „Irgendwann“ der Gruppe RENFT. Dieser ging in die Version von Paul Bartsch&Band über, und damit war Kuno von der Bühne verabschiedet.

Dann kam die schon angekündigte Pause. Doch auf Musik musste auch während dieser 20 Minuten nicht verzichten werden. Im Foyer wartete Dirk Schäfer mit Begleitung. Früher war er erfolgreicher Boxer, heute verdingt er sich als einer der bekanntesten Straßenmusiker Deutschlands. Dargeboten wurden unter anderem Songs von Bob Dylan, einfach toll!

War der erste Teil geprägt von älteren Stücken, ging es nach der Pause mit Stücken der aktuellen Scheibe „Tanzende Hunde“ weiter. Auf der Platte gibt es mit Michael „Leo“ Lehrmann (Ex-Vroni-Fischer Band, Ex-Stern Meißen) einen tollen Gastmusiker. Auch er fand an diesem Abend den Weg nach Halle und begleitete nun in diesem Teil bei vielen Stücken die Herren Musiker. Da ist die langjährige Freundschaft zwischen Paul und ihm deutlich zu spüren. Der Jazz-Geiger Wolfgang „Wocke“ Singer war bei einigen Songs ebenfalls zu Gast.
Gespielt wurden nun „Butje“, „Nie zu spät“, „Noch nicht alles“, „HimmelReich“ und einige mehr.
Mit „Diese Kinder“ wagte er sich das erste Mal an ein Kinderlied. Sicherlich ein emotionaler Moment für den Liedermacher, denn neben den Enkeln waren natürlich auch seine beiden Kinder anwesend. „Wenn wir wirklich wollen“ schrieb er für ein Liedermachertreffen in Trier. Anspruch war es, dass der Song einen Bezug zu Trier und auch Bob Dylan haben sollte. Dylans „Times are a-changing“ stand dafür Pate. Beeindruckend an der Nummer ist die Mundharmonika. Dies funktionierte vor Ort so gut, dass sie also den Weg auf die Platte und an diesem Abend auf die Bühne schaffte. Bei „Was könnten wir“ überzeugte Michael Lehrmann vollends an der Gitarre. Ein wenig erinnerte dies an Santana.
Mit „Der Bordkapelle Schluss“ wollte die Kapelle auch eigentlich den Abend beenden. Doch das Publikum forderte dann doch noch eine Zugabe.
„Beinahe die Ewigkeit“ bildete dann zusammen mit Michael Lehrmann und Wolfgang Singer den endgültigen Abschluss.

Nicht nur der Frontmann und Sänger Paul Bartsch überzeugt. Sander Lücken und Thomas Fahnert beherrschen nicht nur ihre Werkzeuge virtuos, sie unterstützen auch gesanglich. Eine sehr harmonische Komposition! Ralf Schneider scheint hinter seinem Schlagzeug immer in eine ganz eigene Welt zu entschwinden, so ist er in der Musik drin. Gerd Hecht scheint der stille Beobachter zu sein, dem man den Spaß aber durchaus ansieht.
Wenn man die Männer abseits der Bühne beobachtet, erkennt man sofort die tiefe Freundschaft, die in all den Jahren entstanden ist. Auch ein tiefer Respekt voreinander ist deutlich zu spüren.

Vielen Dank für einen tollen und kurzweiligen Abend, lieber Paul!
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