Das 8. Hansefest 2016

Hallisch Salz, Gott erhalts.
 
Der Oberbürgermeister eröffnet das Fest
Halle (Saale): Riveufer | "Wenn Clown Risibisi fröhlich lacht,
es Kindern sehr viel Freude macht."
Dieser Vierzeiler kommt einem unwillkürlich in den Sinn, wenn man in die Kinderaugen der kleinen Zuschauer schaut, die dem Clown bei seiner Darbietung auf dem 8. Hansefest folgen. Dass dabei die Sonne auf die Erde mit sehr viel Wucht brennt, merken wohl nur die Erwachsenen, die den gesamten Tag am Riveufer wuseln. Das sind dann wohl die mittelalterlichen Händler vom Holzschnitzer bis zum filigranen Kupferschmidt, vom Töpfer bis zum Waffenschmied. Ein buntes Völkchen tummelt sich am Riveufer, auch wenn der Ritter neben dem Kuscheltierverkäufer etwas merkwürdig aussieht. Das kann man interpretieren als den Handel der Neuen und Alten Hanse. Muss man aber nicht. Man kann auch einfach nur Spaß haben, die Sonne genießen, sich verköstigen oder den Darbietungen zuschauen.
Pünktlich um 10:00 Uhr eröffnete der Oberbürgermeister der Stadt, Dr. Bernd Wiegandt, auf dem Kaffenkahn, der "Askania" das Hansefest und hob in seiner Rede die Bedeutung der Saale und die Bewahrung der Traditionen hervor. Dafür bekam er auch vom Organisator des Hansefestes Jürgen Seilkopf eine Keramik und den Hansetaler überreicht. Es folgte der traditionelle Salzhandel, der diesmal für die Halloren mit einem satten Gewinn über die Bühne ging. Mit gutem Willen kann man das auch als Aufwertung des Hansefestes gelten lassen. Das Fest nahm nun an Fahrt auf. Die Sonne auch. Die Vöglein sangen, in Form eines Kinderstückes der Kita Reideburg. Das Wort "niedlich" trifft es schon eher und die anwesenden Eltern waren höchst entzückt, wie es schien. Im Hansezelt konnte man einen Hansesekt genießen, eine Dokumentation über die Hanse sehen oder auch die Fotogeschichten des Hansevereins kaufen. Das Hansequiz war gar nicht so einfach. Während am Morgen die Menschenmenge überschaubar war, drängelten sich am Nachmittag tausende am Riveufer entlang. Einige eilten von A nach B, einige nahmen aber alles mit was sich dem Auge bot. "Eine halbe Stunde brauchte ich bis zu eurer Bühne."; freute sich eine Mutti. Mit Bühne war freilich die Naturbühne gemeint, auf der Risibisi auftrat.
Vor ihm aber konnte man das Stück "Die stumme Trommlerin" der Gruppe Quinta-X-Essentia (sprich quintax essentia) bewundern. Es spielt im 14. Jahrhundert, erzählt von einer Fehde gegen die Stadt Halle und einer stummen Trommlerin, die sich mit Schmalzstullen und - man glaubt es kaum, Salz gegen den kriegslüsternen Junker zur Wehr setzt. Erasmus von Halberstadt sieht man im Gegensatz zu den anderen Geschichten der Vorjahre eher in der Defensive, hat doch die Trommlerin das Geschehen fest in der Hand. Dazwischen kreischt die Bürgermeisterfrau, der Stadthauptmann ist verzweifelt und die dicken Bäuche zweier Händler prallen aneinander. Wer das ganze so auf Anhieb gerade nicht nicht versteht, sollte es sich heute noch einmal um 13:30 oder 15:30 Uhr anschauen. Die Feuershow rundete das Geschehen ab. Eine Attraktion waren aber auch die Drachenbootfahrer, die sich in normalen aber auch absurden Kostümen feiern ließen und um die begehrten Pokale kämpften.
Man kann den Tag sicherlich auch anders genießen, aber der Hanseverein und viele der Gewandeten gestalten dieses Fest für die Bürger der Stadt Halle und treten an den zwei Tagen fast ohne Gage auf, so auch Quintax-X-Essentia. So ein Fest kostet Geld und das ist ohne Sponsoren nicht möglich. Es hätten die Händler zwar gern ein wenig mehr Umsatz gesehen, was aber dem Tag insgesamt keinen Abbruch tut.

Fotos: Michael Waldow / Christian Schwela
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 16.06.2016 | 20:56   Melden
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